Vuvuzelas sind gefragt - Dortmunder Nationalisten planen Kundgebung am 8. Juli
- Serie: Bildung
Die Stadt Dortmund zeigt Rückgrat und geht im Kampf gegen den Rechtsextremismus vor Ort in die Offensive. Was eigentlich als selbstverständlich gelten sollte, muss dieser Tage sogar als besonders löblich betrachtet werden.
Denn obwohl die Kommune finanziell mit dem Rücken zur Wand und der Verkauf städtischer Gebäude (u.a. Rathaus, Stadthaus am Südwall und Jugendamt am Neutor) im Raum steht, schnappte sie den Freien Nationalisten eine höchst brisante Immobilie vor der Nase weg.
Besagtes Haus an der Rheinischen Straße gilt als "Nationales Zentrum" und wird von seinen rechtsextremen Mietern regelmäßig als Logistikzentrale samt Internetversandhandel, sowie Treffpunkt für kulturelle und politische Versammlungen genutzt. Die Kaufabsichten der Rechten waren bereits weit fortgeschritten, ehe die Stadt sich einschaltete, selbst zugriff und darüber hinaus über weitere rechtliche Schritte nachdenkt.
Wie sehr die aktuelle Intervention seitens der Stadt den Nationalisten gegen den Strich geht, zeigt deren Aufruf zu einer Kundgebung am kommenden Donnerstag (8.7.) um 18.30 an der Katharinentreppe unweit des Hauptbahnhofs. Dann heißt es offiziell: "Gegen Steuergeldverschwendung, Parteienfilz und Vetternwirtschaft".
Am 30.4. durften die Nationalisten an gleicher Stelle noch weitestgehend unbehelligt ihr "braunes" Gedankengut verkünden (s. Teaserbild). Bleibt zu wünschen, dass dies nicht ein weiteres Mal der Fall sein wird.
Denn gerade im Jahr der Kulturhauptstadt, in dem im In- und Ausland ganz besonders auf diese Region geschaut wird und vor dem Hintergrund, dass Dortmund am 4.9. im Kontext des alljährlichen Antikriegstags ohnehin erneut ein Aufmarsch von Rechtsextremisten bevorsteht, sind alle demokratiebewussten Bürger aufgerufen, ihren Widerstand gegen neonazistische Umtriebe im Ruhrgebiet öffentlich kundzutun.
Die Stadtverwaltung hat ein Zeichen gesetzt. Nun ist es an der Bevölkerung nachzuziehen. SING! hat doch zuletzt vorgemacht, wie gut die Menschen hier gemeinsam ihre Stimmen erheben können. Darüber hinaus liegen Vuvuzelas ja derzeit schwer im Trend.
Archivfoto: Andreas Krahl
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