Artur Fast entwirft fiese Kreaturen - auch für Computerspiele; Bild: Artur Fast

Vom Live-Painter zum Raumschiffdesigner

Der Illustrator Artur Fast entwirft Alienrassen und Grafikkonzepte für das Computerspiel "Legends of Pegasus".

Der Illustrator und Künstler Artur Fast machte in der jüngsten Vergangenheit vor allem mit seinen Live-Paint-Aktionen in der Galerie chrom auf sich aufmerksam. Dort verbindet er zusammen mit dem Poetry-Slammer Sebastian 23 Gedichte und Live-Illustrationen zu einer neuen Kunstform mit extrem hohen Spaßfaktor. Außerdem wirkte der Bochumer an mehreren Büchern mit, unter anderem dem Art-Slambook (bzw. Slam-Artbook) „Denke Schön“ mit Sebastian 23 sowie „Der kleine Junkie Nimmerplatt“ mit dem Slammer Andy Straufl. Darüber hinaus ist Artur Fast bei den Spieleentwicklern Novacore Studios in der Mülheimer Games Factory der Mann für alles Grafische und Künstlerische und zeichnet auch bei deren neuester Spieleproduktion „Legends of Pegasus“ für die grafische Umsetzung und das Game Design verantwortlich.

 

„Ich war schon bei Novacore dabei, bevor es das Studio offiziell gab und entwarf Konzepte und Illustrationen zu den Raumschiffen und Alienrassen, die einen essentiellen Teil unseres Spieles ausmachen“, erklärt Fast. Der Kontakt zwischen den Studiogründern Peter Saydel und Andre Overhagen und dem Künstler Fast entstand über einen Studienkollegen. Obwohl Artur Fast wegen vergangener Erfahrungen zunächst skeptisch war, wurde schnell klar, dass Novacore ein aussichtsreiches Projekt war, wie er sich erinnert: „Als ich den Businessplan der zwei Gründer sah, merkte ich, dass die zwei Jungs vor mir genau wussten was sie wollten und wie sie es angehen müssen.“

 

"Zelda war wie eine Offenbarung“

Das Sci-Fi-Weltraumstrategiespiel „Legends of Pegasus“ könnte der große Durchbruch für das Mülheimer Entwicklerstudio werden und wird von dem Illustratoren um einige Kreaturen bereichert. In der Story kämpfen die Menschen gegen zwei Alienrassen um ihr Überleben. „Bei den Alienrassen handelt sich einmal um eine Maschinenrasse, die etwas an die Maschinen aus dem Film Matrix erinnern“, kündigt Fast an, „die andere Rasse bleibt bis zur Veröffentlichung noch ein Geheimnis …“

 

Obwohl ihm die Arbeit an dem Computerspiel großen Spaß macht, ist Artur Fast selbst kein großer Zocker, wie er versichert: „Ich habe mir schon immer eher Gedanken zu eigenen Spielen gemacht, anstatt in meiner Freizeit jedes Game zu spielen was mir in die Finger kam. Ich entwarf alle möglichen Brettspiele, die ich mit meinen Freunden spielte. Das waren natürlich nur einfache Pappkartons mit aufgemalten Spielfeldern, aber heute glaube ich, dass ich damit damals schon den Weg in die Spielebranche ebnete ohne es zu wissen.“ Eine gewissen Affinität ist aber da, vor allem für die Klassiker: „Super Mario auf dem NES hat mich damals in die Welt der Spiele geholt und als ich Zelda auf dem Game Boy spielte, war das wie eine Offenbarung.“

 

"Da wird sich in den nächsten Jahren noch einiges im Ruhrgebiet tun"

Die Zusammenarbeit des Illustratoren mit der Games-Schmiede ist ein gutes Beispiel, wie durch die Vielfalt in der Region verschiedene Potentiale zusammenkommen und Synergien in der Kreativwirtschaft entstehen. „Das Ruhrgebiet war schon früher ein wichtiger Teil der deutschen Spielebranche, weshalb wahrscheinlich auch die GamesFactory Ruhr in Mühlheim gegründet wurde“, erklärt Fast, „hier haben sich mittlerweile ein gutes Duzend kleiner Firmen aus der Spielebranche gesammelt, außerdem Illustratoren, Fotografen und weitere Kreative – ein guter Ausgangspunkt für kreative Kooperationen.“ Die Zukunft der hiesigen Branche sieht der Bochumer dementsprechend positiv: „Die Gamesbranche war und ist ein vielversprechender Wirtschaftsfaktor in der Region. Da wird sich in den nächsten Jahren sicher noch einiges tun, sowohl in der deutschen Gamesbranche als auch speziell im Ruhrgebiet.“

 

Bis „Legends of Pegasus“ erscheint, wird es noch einige Zeit dauern und es gibt für Artur Fast noch einige andere vielseitige Projekte: neben weiteren Livepaintings und Artbattles, u.a. bei der Lesebühne LMBN in Dortmund sowie in der Galerie chrom in Bochum, ist auch ein drittes Buch in Zusammenarbeit mit dem bekannten Slammer Sulaiman Masomi in Planung. Was den Inhalt angeht, versteht der Illustrator jedenfalls, neugierig zu machen: „Dazu sage ich nur, dass es sehr gesellschaftskritisch, sehr tiefgründig aber auch sehr blutig und grotesk wird.“

 

Bilder: Artur Fast

So, 12.08.2012 0

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19.01.2010

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