Plunge by Michael Pinksy. Seven Dials. Copyright Christian Buus

Versunken - bald steht uns das Wasser bis zum Hals

Endlich mal öffentliche Kunst zum Klimawandel

Ein neues Kunstwerk in London namens Plunge zeigt die Auswirkungen, die der Klimawandel nicht nur auf die Eisberge, sondern auch auf uns hat. Plunge wird als "einfaches, elegantes Statement auf drei Denkmälern mitten in London" bezeichnet. In Wirklichkeit sind es blaue Lichtbänder, die sich um die berühmten Denkmäler wickeln. Jedes Lichtband repräsentiert den voraussichtlichen Meeresspiegel in 1000 Jahren.

Die Bänder befinden sich 28 Meter über dem Meeresspiegel - "unter diesen Umständen würde das Zentrum Londons nicht nur ganz anders aussehen, sondern einige der historischen und ikonischen Denkmäler und Gebäude wären zum Teil versunken."
Es gibt drei Ringe in London - es handelt sich dabei um ikonische Meilensteine mit großartigem Ausblick.

Das ist aktuell nicht die einzige große Kunstaktion, die sich mit der Umwelt auseinandersetzt. Im Jahr 2001 hat David Buckland das Cape Farewell-Projekt als kulturelle Antwort auf den Klimawandel ins Leben gerufen. In der Praxis bedeutet das, Künstler in die Arktis zu schicken und dann darauf zu reagieren.

Plunge by Michael Pinksy. St Pauls. Copyright Christian Buus
Plunge by Michael Pinksy. St Pauls. Copyright Christian Buus
Eine weitere Organisation mit Fokus auf Nachhaltigkeit ist Tipping Point. Das Hauptziel des Projekts: "Mit ihrer kreativen Arbeit und in Verbindung durch Kooperationen mit Wissenschaftlern können Künstler eine bedeutende Rolle in der Erforschung von kulturellem, sozialem und gesellschaftlichem Wandel in einer Welt spielen, die einem rasanten Klimawandel ausgesetzt ist." Die Aktivitäten der Organisation sind primär darauf ausgerichtet, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen.

Klar kommuniziert
Viele dieser Projekte sind jedoch entweder irritierend bieder oder involvieren überflüssige Reisen (warum müssen Künstler in die Arktis reisen, um auf den Klimawandel zu reagieren?). Und das kann bedeuten, dass sie den Konvertierten etwas predigen.
Plunge ist dagegen eine großartige Neuerung. Das Projekt ist klar fokussiert und vermittelt die Message. Beim Klimawandel geht es für uns hier nicht primär um Eisberge, sondern um die Auswirkungen auf unser Leben in London. Es ist schwierig, sich mit Eisplatten zu identifizieren, aber ein überfluteter Covent Garden führt allen den möglichen Horror vor Augen.


Plunge wurde von Michael Pinsky ins Leben gerufen und von Artsadmin und LIFT im Rahmen des Imagine 2020 Netzwerkprogramms umgesetzt. Das Projekt wird von der National Lottery über das Arts Council England, dem European Culture Programme, Trust Greenbelt, WWF-UK und Big Give unterstützt. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit Royal Parks, Seven Dials Trust und Paternoster Square Management Limited.

Sa, 24.03.2012 0

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22.11.2010

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