Verlag für Pop und Punk: Der "Salon Alter Hammer" in Duisburg
- Serie: Quergelesen
Mit einer kleinen, feinen Mischung aus Buchverlag und Label hat sich der Salon Alter Hammer in Duisburg einen Namen gemacht. Was die Anzahl der Veröffentlichungen angeht, kann der Salon freilich nicht mit den vermeintlich großen Klartext, Asso, Henselowsky/Boschmann oder Grafit mithalten. Dafür besticht er mit einer kleinen aber hochwertigen Auswahl an Bänden überwiegend zum Thema Pop-Kultur.
Aufmerksamkeit bekam der Verlag durch das Buch „Pop-Protokolle aus dem Ruhrgebiet“, einer (bzw. der vielleicht besten) Zusammenstellung von wissenschaftlichen und künstlerischen Beiträgen zum Thema Pop im Ruhrgebiet. In „Kopfhörer - Kritik der ungehörten Platten“ kommentieren so illustre Namen wie Wiglaf Droste, Martin Büsser, Oliver Uschmann, Jan Off, Klaus Fiehe oder Tom Tonk Platten, die sie niemals gehört haben. Apropos Tom Tonk: Mit „Raketen in Dosen“ veröffentlicht der direkt „33 1/3 Platten für die Ewigkeit“ im Salon.
Und auch im Bereich Platten ist der Verlag umtriebig: Die tollen Duisburger Postpunker Telemark veröffentlichen ihre Platten hier mehr oder weniger im Selbstverlag. Deren Stil orientiert sich gerade nicht an der Duisburger Punkschule. Damit die aber auch Einzug hält, haben Eisenpimmel (wo wiederum Tom Tonk seine Finger im Spiel hat) ihre neueste Platte „Füße hoch, Fernsehn an, Arschlecken!“ im Salon veröffentlicht. Zwischen Hardcore und Punk bewegen sich zudem die Releases von Pleased To Meet U, Here Comes Conclusion, Ten Volt Shock und ganz frisch Dramamine, die allerdings allesamt nicht aus dem Ruhrgebiet stammen.
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