
Unternehmerin Ugonna Hosten über Londons Vielfalt
Eine vielseitige junge Frau lädt dazu ein, sich intensiver mit Afrikas Kunst und Kultur zu beschäftigen
Ugonna Hosten leitet das Modeaccessoire-Label UGO, das Wachstuchtaschen aus traditionellem afrikanischem Gewebe anbietet. Die 29jährige hat sich dem Entdecken, Experimentieren, Grenzüberschreiten verschrieben – und dem Teilen der Freuden und der Einzigartigkeit eines multidimensionalen Volkes.
Ich denke ganz gern, dass zum Beispiel ich multidimensional bin: Ich bin Afrikanerin, Frau, Mutter, Ehefrau, Schwester, Tochter, Unternehmerin, Designerin und eine kreative Person. Ich bin all das, aber erst all diese Facetten machen mich zu dem, was ich bin. Ich in einfach ein Wesen, das im Leben diese verschiedenen Titel hat, aber ich weiß, dass ich letzen Endes mit den Worten meines Schöpfers BIN.
Was WARST Du bisher?
Ich wurde in Nigeria geboren und wanderte 1989 nach London aus. Ich wollte schon seit meiner Jugend im Geheimdienst arbeiten, und bis vor vier Jahren war ich als Beamtin tätig. Doch der Job füllte mich nicht aus, und so habe ich das HMRC (britisches Zollamt) 2007 verlassen und begann mit dem Modegeschäft. Ich bin immer schon kreativ gewesen, aber meine Eltern wollten, dass ich etwas Akademischeres studiere. Ich studierte Kriminologie und mein spannender Aufbruch in Richtung Mode ist für mich die Fortführung eines Interesses, das ich im Bezug auf die Dynamik, Natur, Eigenarten und Komplexität von Menschen und Gesellschaften habe, und die ich dann durch meine Mode kommuniziere.
Afro-Pop-Mode ist Spaß, eine entspannte und designbestimmte Herangehensweise an Mode, die wesentlich durch Afrika inspiriert ist – und UGO drückt diese Verspieltheit durch lebhafte, auffällige Farben aus.
Wie denkst Du über Kultur, Migration und Minderheiten in London?
London ist ein Schmelztiegel der Kulturen, Diaspora und Minderheiten – ich liebe diese Vielfalt. Wenn es mir an Inspiration mangelt, verschafft mir ein Spaziergang durch London garantiert eine Flut von inspirierenden Eindrücken. Es ist eigentlich schon fast nostalgisch, wenn man an Orte wie China Town, Brick und Brixton denkt, in denen sich Menschen eine neue Heimat fern ihrer eigentlichen Heimat schaffen.
Machst Du die afrikanische Kultur sichtbarer?
Ich glaube, wir alle haben Afrika schon mittels diverser Medien (Fernsehen, Bücher, etc.) besucht und einige dieser Besuche waren sehr einseitig. Ich möchte wirklich alle einladen, mich noch mal bei einer solchen Reise zu begleiten und noch einmal ganz genau hinzusehen, und sich eingehender mit Afrikas Städten, Künsten und Kultur zu beschäftigen.
Ja, ich halte die sehr hoch, und besonders die, die ausdrucksstark sind und mich aufmuntern. Eine dieser Traditionen ist unter anderem die Kunst des Geschichtenerzählens, UGO erzählt eine Geschichte über Leute, die voll unfassbarer Schönheit und Stärke sind.
Auf was sollten sich Menschen, die zum Arbeiten nach London kommen, gefasst machen?
Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, dass London ein teurer Ort zum Leben und Reisen ist. Und innerhalb von einer Woche oder sogar nur einem Tag kann man alle Jahreszeiten durchleben. Das wichtigste Konversationsthema in England ist das Wetter und es gibt keine zwei Tage, die sich wettermäßig gleichen. Ich hatte schon Tage, an denen es morgens kalt, mittags heiß und abends verregnet war.
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