
Theatermangel
Die Kulturhauptstadt bietet wahrlich viel, aber sehr wenig Theater. War das Misstrauen gegenüber den hier agierenden kreativen Kräfte und Personen, vor allem im freien Gestaltungsfeld? Was soll da nachhaltig wirken, wenn zuvorderst das Abholzen in den Kommunen angesagt ist?
Theater zum Abholzen
Dieser Abschnitt wurde auf Wunsch der dort zitierten Autorin gelöscht. ...
Die "Sparzwänge" der Städte führen schon länger dazu, dass es in den Stadttheatern zu absurden Situationen kommt, die letztlich dahin führen, ein Gebäude zu erhalten, wo aber nichts mehr stattfindet. Wie sagte vor kurzem ein fünfjähriger Sohn eines Schauspielers: "Ein Theater ohne Theater ist einfach nur ein Haus." In Dortmund kann es dazu kommen, dass man im Schauspiel die Heizung abstellen muss, wie es schon für Schwimmbäder geplant ist. Was macht Wuppertal in Zukunft mit einem leer-toten Haus? Wird das Moerser Schloßtheater zu einem Museum?
Off limits
Viel unauffälliger könnten nomadiesierende Veranstaltungen verschwinden.Nichts gegen das Festival "Theater der Welt", aber es wird absichtlich verschwinden, wird an anderer Stelle wieder auftauchen. Die Odysse wird ebenfalls weiterziehen über die Bühnen der Welt. Ein Festival, das sich seit 1997 bisher dadurch ausgezeichnet hat, so unabhängig wie möglich, so anders wie mainstream zu sein, ist in seiner Existenz gefährdet. Es fehlt die Lobby, die sich gern glanzvoller Erscheinungen annimmt, die feuilletonfähig sind. Das Festival Off limits, verortet in Dortmund, hat u.a die internationale Reichweite des Reviers vorbereitet und gelebt. Es droht zu verschwinden. Es hätte die Unterstützung von Ruhr2010 gebraucht. Das war sicher Erkenntnisschwäche auf Seiten der Entscheider.
Repräsentation ist langweilig wie mattes Glanzpapier
Gerade das Aufregende und Anregende braucht Bleiberecht, damit es nicht fahrlässig und abwinkend abgeholzt wird. Die Repräsentationskultur muss schwerwiegend überdacht werden, auch aus gesamtgesellschaftlichen Gründen, nicht nur, weil es sowieso klug wäre. Die Entscheider müssen sich bewusst werden, ob sie Langeweile und Mittelmäßgikeit des allein Repräsentativen pflegen wollen oder auf sich ständig in Bewegung befindliche Kreativität setzen. Was in Bewegung ist, lässt sich erkennen, leider aber fehlt oft der geschärfte Blick, der nicht nur flüchtig über angeblich politisch Mögliches und Korrektes schweift.
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