Theater in der Kulturhauptstadt - der Jahresrückblick 2010

Unter dem Ruhr.2010-Motto „Theater wagen“ wurden im Kulturhauptstadtjahr zahlreiche Theaterproduktionen realisiert. Von Jugendtheaterprojekten wie „Pottfiction“ oder „Next Generation“ bis zur langen „Odyssee Europa“.

Theater der Welt
Theater der Welt
Das „Theater der Welt“, eines der bedeutendsten internationalen Theaterfestivals mit knapp 400 beteiligten Künstlern, zeigte in Essen und Mülheim die Vielfalt der Theaterkulturen. Neben der Odyssee, einer Irrfahrt quer durch den Pott, rückten zum Beispiel mobile Tanzensembles aus, um die Menschen auf der Straße zum Tanzen zu bringen. Willi Dorner lud zum Urban Drifting durch die Essener Innenstadt ein und die Künstler Bart Baele und Yves Degryse vom Künstler Kollektiv Berlin aus Antwerpen warfen mit ihrer spielerischen Videoinstallation "tagfish" wichtige Fragen zum Strukturwandel auf.

Theater, Jugend und internationale Produktionen


Abschlusscamp in Herne
Abschlusscamp in Herne
„Pottfiction“ und „Next Generation“ waren zwei Jugendtheater-Projekte, bei denen sich alles um Zukunft drehte. Die Grundfrage bei „Pottfiction“ lautete: „Wie stellst du dir eine bessere Welt vor, und was bist du bereit, dafür zu tun?“ Dieser Frage gingen die Jugendlichen ein Jahr lang nach, um im Sommer 2010, beim großen Abschlusscamp in Herne, ihre Antworten in künstlerischen Ausdrucksformen zu präsentieren. Bei „Next Generation“ standen die Zukunft der Stadt und die Visionen ihrer jugendlichen Einwohner im Fokus. Im Oktober 2010 standen die Teilnehmer auf der Bühne des Schauspielhauses Bochum um ihre Geschichten und Visionen zu tanzen, zu singen und zu rappen.

La Fura dels Baus
La Fura dels Baus
Im Kulturhauptstadtjahr besuchten auch zahlreiche internationale Theatergrößen das Ruhrgebiet. Unter dem Titel „scene: ungarn in nrw“ wurde in zehn Städten Nordrhein-Westfalens zeitgenössische Kunst aus Ungarn gezeigt. Mit „La fura dels Baus“, einer Hommage an Richard Wagner und Gerhard Mercator, eröffnete die spanisch-katalanische Theatergruppe die 33. Duisburger Akzente. Und die „Promethiade“ zeigte, wie drei Unesco-Welterbestätte (Istanbul, Essen, Epidauros) den antiken Mythos um Prometheus, gemeinsam aktuell aufbereiten.

Fragen und das Theater abseits von Ruhr.2010


Die Arbeit in den Bereichen Tanz, Theater und Kunst stellt immer ein Risiko dar. Wo aber liegt das Risiko begraben? Welche Rolle spielt die künstlerische Qualität heute? Geht es vielleicht einfach darum sich gut darstellen zu können? Und wie steht es um die Finanzierung? Diese und weiter Fragen hat 2010LAB.tv im Laufe des Jahres gestellt. Antworten dazu gaben unter anderem die Choreographin Susanne Linke, der künstlerischer Leiter der zweiten Biennale Tanzausbildung / Tanzplan Deutschland Lutz Förster oder der Direktor des Dortmunder Balletts Xin Peng Wang.

Weit ab von „Theater wagen“ und Ruhr.2010 ist natürlich auch einiges passiert. Ursula Endlicher zum Beispiel experimentierte 2010 im „virtuellen Theater“ mit HTML-Codes, die in Bewegungen versetzt wurden oder Blogs, die zur Theater-Bühne wurden. Schorsch Kamerun konterte aus der „Abseitsfalle“ und lud zur Uraufführung am Theater Oberhausen. Isabel Allendes Debütroman „Das Geisterhaus“ wurde von Regisseurin Lisa Overmann für das Theater Rottstraße 5 in Bochum inszeniert. Und bei „ifuk“, dem „Institut für urbane Krisenintervention“, das in engem Kontakt mit dem Dortmunder Schauspielhaus steht, ist noch immer nicht ganz klar, ob nicht alles nur eine große Inszenierung gewesen ist.

Titelfoto: alancleaver_2000,
Foto "Theater der Welt":
Sandra Anni Lang
Foto
„La fura dels Baus“:
Sandra Anni Lang

 

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Mi, 12.01.2011 1

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Kommentare

Theater

Natürlich kann so eine Auflistung nicht komplett sein, aber hier sind die Dinge aufgelistet, die fernab jeglicher Nachhaltigkeit liegen. Das Programm Theater und Tanz war das mit Abstand schwächste im weiten Programmfeld.

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16.01.2010

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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