Mit Tanz und Kreativität Möglichkeiten aufzeigen

Mohan C. Thomas - Foto: TanzmotoMohan Christopher Thomas sprüht vor Ideen und wenn er über seine Tanzprojekte spricht, pulsiert Herzblut. Der Tänzer und Choreograph wurde 1976 in Deutschland geboren und wuchs im beschaulichen Bensberg bei Köln auf. Seine Eltern stammen aus Deutschland und Sri Lanka.

Das Tanzstudium absolvierte Mohan C. Thomas an der Folkwang–Hochschule in Essen. Kurse für Moderne Tanztechnik, Choreographie und Yoga, die er in New York und London absolvierte, runden die formale Ausbildung ab.

Bühnenerfahrung sammelt Thomas seit 1996. Seit 2002 steht er unter anderem als Gasttänzer immer wieder auf der Berliner Schaubühne.
Die Produktion „noBody“ führte den Wahlessener bei mehr als 150 Aufführungen unter anderem nach Avignon, Paris, Stockholm, St. Petersburg, Neu Delhi und Kalkutta.

Mohan C. Thomas ist kreativ und steckt voller Ideen. Zwei davon setzt er im Rahmen des Programms von Ruhr.2010 um.
 

Mit Bewegungen und Tanzschritten nonverbal kommunizieren

Am 13. April wird im Theater Marl um 19.00 Uhr ein Tanztheaterstück gezeigt, bei dem vom Kind bis zum Senior alle Altersgruppen vertreten sind. Auch ganz unterschiedliche kulturelle Hintergründe der Mitwirkenden sind belebend für den Entstehungsprozess, für den kreativen Verlauf der Aktion. Der Eintritt kosten 6,50 Euro.

Unter dem Titel "AkzepTanz" erarbeiten gerade die Menschen in Marl gemeinsam mit dem Choreographen und dessen Tänzer/innen der Kompanie Tanzmoto das Stück.

Bereits seit fünf Jahren führt Thomas in Marl Kinder an die kreativen Möglichkeiten heran, mit Bewegungen und Tanzschritten nonverbal zu kommunizieren. Für das Projekt im Rahmen der Local Heros bei Ruhr.2010 sind nun auch die Eltern eingebunden.

Am 18. und 19.September tanzen in der Stadthalle Mülheim zirka 100 Jugendliche Opernballette von Jean-Philippe Rameau. Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule der Stadt Mülheim wird für den musikalischen Rahmen sorgen. Thomas entwickelt bis dahin mit Jugend-Companies der Ruhrstadt die Choreographie.

Überhaupt: Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt dem Tänzer besonders am Herz. Essen ist dabei nur die eher zufällige Basis. Die Metropole Ruhr insgesamt sieht Thomas als tägliches Betätigungsfeld an, verwirklicht aber auch Projekte in anderen Städten und Regionen. Immer wieder spricht er aber auch über seine Zeiten in New York, London und Berlin. Überall hat der Künstler Verbindungen geknüpft und so ein nachhaltiges Netzwerk geschaffen, was internationale Auftritte mit seinen eigenen Produktionen möglich macht.

Foto: Tanzmoto
Der kreative Prozess hängt stark vom Auftraggeber ab

Damit die Kreativität freier fließen kann, würde sich Mohan Thomas wünschen, für die von ihm 2003 gegründete, professionelle Tanzkompanie Tanzmoto einen festen Raum zu finden. Die Arbeit mit den Profis könnte so sehr erleichtert werden. Um Räume von etwa 100 Quadratmetern, idealer Weise um ein Büro ergänzt, anzumieten, fehlt es jedoch am nötigen Kleingeld, da alle Gelder bisher direkt in die Produktion fließen.

Der kreative Prozess, in dem eine Produktion verläuft, hängt in der Regel stark vom Auftraggeber ab. Der Ort, an dem gespielt wird, wird immer einbezogen, um u.a. auch besondere technische Möglichkeiten zu nutzen, die vorhanden sind. Auch wenn Thomas als Choreograph die Fäden in Händen hält, ist immer auch die Zusammenarbeit mit den Akteuren wichtig, ein gegenseitiger Austausch von Ideen und Bewegungen.

Die Wirkung auf das Publikum ist dabei im ersten Moment des Entstehungsprozesses unwichtig. „Die Tänzer sollen den Verstand ausschalten und improvisieren. Ich ermutige die Leute immer, Gefühle durch ihren Körper auszudrücken“, beschreibt Thomas die Aufgabe aus seiner Sicht.

Natürlich solle eine Produktion die Zuschauer auch unterhalten, gerne auch mal anecken. Aber: „Die Leute sollen mit einem guten Gefühl aus der Vorstellung gehen“, formuliert Mohan C. Thomas ein wichtiges Ziel seiner Arbeit.

Als seinen größten Erfolg bezeichnet der Künstler nicht eine einzelne Produktion oder einen Auftritt, sondern die Entwicklung von Tanzmoto: „Mit den Leuten zusammen etwas aufgebaut und etabliert zu haben, gemeinsam durch dick und dünn gegangen zu sein, immer wieder tolle Leute getroffen zu haben, das ist für mich Erfolg.“

Auf Ziele für die Zukunft angesprochen, hofft Thomas, mit seiner Arbeit Nichtwissen gegenüber der kleinen Kultursparte Tanz abbauen zu können. Dazu gehöre auch, sich auf die kreative Arbeit konzentrieren zu können und einen soliden Rahmen zu haben, in dem der immer währende Kampf um Fördergelder für einzelne Projekte und andere, administrative Aufgaben nicht so sehr den Arbeitsalltag belasteten.

Do, 04.03.2010 0

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06.12.2009

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