T.A.I.B. - Reclaim The 'Baulücke'

Kreativ.Quartiere hin, Leuchtturmprojekte her. Die Künstlerszene im Ruhrgebiet reklamiert weiter hartnäckig Räume zur freien Verfügung für sich, in denen sie in Zukunft ungeachtet kommerzieller Erfolgsabhängigkeit ihre Arbeiten entwickeln und präsentieren kann.

Zumindest für einen temporären Zeitraum sind die Schreie nun erhört worden. Das Europäische Zentrum für Kreativwirtschaft (e.c.c.e.) hat mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW und der Stadt Bochum das Projekt „T.A.I.B.“ in die Kulturhauptstadt gelotst.

Dahinter verbirgt sich eine Idee von Jonathan Haehn, unter dessen Leitung nun ab dem 28. Juni auf dem ehemaligen Katholikentagsbahnhof in Bochum eine „temporäre architektonische Intervention in einer Baulücke“ (T.A.I.B.) vorangetrieben wird. Nach einem zweiwöchigen Aufbau der Bambuskonstruktion, die von einem wasserdichten Spinnacker-Tuch ummantelt wird, soll der entstandene Raum mit Beginn der Bochumer Local Heroes-Woche am 11. Juli bespielt werden.

Wer sich in welcher Form auch immer am Aufbau beteiligt (10-15 Freiwillige sind täglich erforderlich), verdient sich damit automatisch die Nutzung des Objekts. Lediglich politischen und religiösen Ideen steht Schöpfer Haehn skeptisch gegenüber. Ansonsten gibt er sich allen unkommerziellen Plänen gegenüber aufgeschlossen: „Das ganze Projekt lebt davon, dass jeder seine eigene Rolle findet“.

Während der offiziellen Vorstellung im Orlando am 31. Mai signalisierten bereits mehrere interessierte Kreative ihren Willen zur Beteiligung. „Ich möchte eine Twitter-Lesung machen“, hieß es da zum Beispiel. Architektur- & Design-Studenten der Bauhaus-Uni in Weimar denken über eine Ausstellungsreihe nach.

Am Kölner Westbahnhof gab es bei der ersten zweimonatigen Intervention vor einem Jahr u.a. Yoga-Unterricht und eine Haarschneide-Session. „Wir hätten noch sechs Monate länger Programm machen können“, verweist Haehn auf die positive Annahme des Projekts in der Domstadt. Nun liegt es an den Künstlern im Ruhrgebiet, den zur Verfügung gestellten Raum zu nutzen und zu gestalten.

Mindestens vier bis sechs Wochen soll aus der Brachfläche zwischen Bermudadreieck und Viertel Vor Ehrenfeld ein kreativer Raum existieren, der darüber hinaus im besten Fall dazu beiträgt, dass das Gelände im Hinblick auf die zukünftige Nutzung des Kreativ.Quartiers an der Viktoriastraße in den Fokus der Öffentlichkeit gerät.

Kontakt: join@taib.me

Fotos: T.A.I.B.

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Mo, 07.06.2010 0

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05.01.2010

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