
"Streetart funktioniert wie Werbung" - Interview mit Mark Gmehling: Part 1
- Serie: INTERVIEWS, Kunst
Mark Gmehling zeigt in der 44309 street/ art gallery seine erste Ausstellung in Dortmund. Wir haben uns mit dem gefragten Künstler über die beschränkten Möglichkeiten, Künstlern in der Region zu begegnen, sowie seine Vorbilder und Arbeitsweise, unterhalten.
Christian Caravante: Du nennst Dich auf deiner Webseite „Illustrator“. Das hat ja eher mit Büchern zu tun, oder?

Mark Gmehling zeigt in der 44309 street/ art gallery seine erste Ausstellung in Dortmund. Foto: Gmehling
Unbeliebte Frage: Hast du gestalterische oder künstlerische Vorbilder?

„fotorealistisches Design“ Foto: Gmehling
Das Programm, mit dem du arbeitest, nennt sich in der Eigenwerbung „fotorealistisches Design“. Ist Fotografie oder die fotorealistische Malerei ein Einfluss?
Ich hab ja damals mit Öl angefangen und dann habe ich die 3D-Programme entdeckt, weil dass die Oberflächen so hinbekommt, wie es für meine Ziele am Besten aussieht. Ich stelle allerdings in den Ausstellungen ja meist Drucke aus und muss mit den gleichen Vorurteilen kämpfen, wie die Fotografen, wenn die Leute sagen: "Da kann man ja hunderte „Abzüge“ von machen." Bei mir sind das deshalb auch limitierte Auflagen. Ich könnte das vermutlich auch mit Öl oder Airbrush machen, aber das würde einfach ein Vielfaches an Zeit kosten. Die Programme sind eine Frage der Effektivität.

„fotorealistisches Design“ Foto: Gmehling
Oft fragen mich Leute auch, ob das Fotos von Porzellanfiguren sind. Da sag ich dann immer: „Schön wäre es, kann ich mir leider noch nicht leisten.“ Ich kann sie im Moment aber nur virtuell visualisieren. Ein paar „echte“ Skulpturen werde ich allerdings auf der Ausstellung hier in Dortmund zeigen. Ich fände die auch klasse, wenn sie aus Bronze oder Stein gehauen und einfach so groß wie möglich wären. Produktionstechnisch und statisch gäbe es da allerdings Einschränkungen. Insofern ist diese fotorealistische Abbildung freier.
Du hast ja Grafik und Marketing studiert und warst auch an der Kunsthochschule. Gibt es für deine Art Kunst überhaupt Plätze an Kunsthochschulen?

„fotorealistisches Design“ Foto: Gmehling
Ich wollte aber einer Oma und einem Kind auch Sachen zeigen können. Das ist dann bei der Streetart eher möglich, weil das leichter zu entschlüsseln ist. Streetart funktioniert im Grunde genau wie Werbung: man will, dass sich den Leuten der eigene Name oder das Logo einprägt und die Message verständlich ist. Mann will allerdings nichts verkaufen, sondern liefert visuelle Alternativen zu den mit Werbung zugekleisterten Großflächen.
Teil 2 des Interviews.
Fotos: Gmehling
Sa, 16.07.2011
0
Kommentar hinzufügen
Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Ähnliche Beiträge
Mehr Beiträge des Autors
Thema
Stadt
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
Branche
Aktuelle Tweets



































