
Street Art Communication - Teil 2
Neue Denkweisen - Street Art 2.0
- Serie: INTER.view
Wie versprochen sind wir zurück und berichten zur Straßenkunst in Košice. Diesmal sehen wir uns die Szene vor Ort aus der Perspektive des französischen Künstlers Perrick aka Cart1 an, der während des Street Art-Festivals den Workshop MAP THE WALL unterstützt hat. Teil des Konzepts bestand in den von Pierrick gesprühten Charakteren und von NanoVjs Mapping-Projektionen. Gemeinsam mit Gästen, wurde eine Mixed Media-Installation aufgenommen, die unten in diesem Blog zur Verfügung steht. Im Interview erfahren wir mehr über die Relativität von Zeit, Größe und Vorurteilen.

Ich male bereits seit 22 Jahren. Ich habe mit Graffiti auf der Straße angefangen und habe dann an einer Kunsthochschule studiert. Ich habe dort sehr viel über die verschiedenen Techniken und Kunstgeschichte gelernt. Nach 8 Jahren Lernen bin ich zu meiner ersten Liebe zurückgekehrt - den Sprühdosen! Ich habe mich aber nie wirklich als "Vandale" gesehen, da ich langsam bin und gern detailgenau mit 3D-Effekten arbeite.
Wenn meine Freunde 5 Minuten für etwas gebraucht haben, dann brauchte ich 3 weitere Stunden. Daher platziere ich einige Charaktere fast versteckt in den Straßen weil ich Zeit benötige, meine Arbeit zu vollenden. Große Graffitis liegen mir nicht - ich zeichne lieber Charaktere, Details oder kleine Werke, die sich auf Mauern verlieren. Ich spiele gern mit Orten und kreiere 3D-Effekte. Ich möchte, dass die Menschen geschockt von meiner Arbeit sind, wenn sie sie entdecken.
Es war nicht dein erster Besuch in Košice. Was hat dich zum ersten mal hierher geführt und warum bist du erneut hierher gekommen?
Ich bin bereits zum 4. Mal in Košice. Beim ersten Mal in 2008 habe ich an einem Projekt in Kasarne für eine französische Theater-Band gearbeitet. Dort habe ich Viktor Feher getroffen, der mir geholfen hat, in der Slowakei Sprühdosen zu finden - und so wurden wir Freunde. Als er das SAC-Festival ins Leben gerufen hat, bat er mich um Unterstützung für das Projekt und lud mich ein. Während meines ersten Besuchs hatte ich eine tolle Zeit und habe jede Menge abgefahrene und lustige Menschen in Viktors Umfeld kennengelernt. Das ist jetzt das Tabachka-Team. Wenn dir angeboten wird, an einen coolen Ort mit coolen Leuten zurückzukehren, was machst du? Ich sage einfach: Ich bin dabei!
Worin liegen für dich die Unterschiede zwischen der slowakischen und französischen Graffiti-Szene?
RUSKA!!! (Getränk)
Im Ernst, ich hatte noch keine Gelegenheit, die gesamte slowakische Szene zu erforschen und habe auch keine wirklichen Unterschiede gesehen. Egal, wie Ausländer das jeweilige Land sehen - sie liegen immer falsch. Ich hoffe einfach, dass die Szene der Slowakei aufgeschlossen bleibt. Ich mag Stilrichtungen und Menschen, die meinen Blick öffnen oder mich zum Lachen bringen.
Hast du Erfahrungen mit Cobination Mapping/Painting? Transportiert es deine Arbeit in eine neue Dimension?
Ich hatte zum ersten Mal eine Erfahrung dieser Art: Malen und andere mit meinen Charakteren spielen lassen. Ich habe auch eine F&E-Abteilung im französischen Kunstprojekt "Abode of Chaos" ins Leben gerufen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, technische Graffiti-Gerätschaften oder ähnliches zu entwickeln - dabei wollen wir Straßenkunst durch Technologie neu durchdenken. Ich interessiere mich sehr für aktuelle Trends im Bereich neue Medien, besonders die Arbeiten des "Graffiti Research Lab". Ich halte es für einen neuen Weg - eine neue Denkweise von Straßenkunst. Straßenkunst 2.0.
Vielen Dank an Pénélope Boulud
Map the wall from NanoVjs on Vimeo.
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