
Statistisch gesehen eine solide Investition
Ein Studium an der Fakultät für Statistik in Dortmund ist etwas Besonderes
Eine Statistik soll eine systematische Verbindung zwischen Erfahrung und Theorie herstellen. Für ausgebildete Statistiker eine Kleinigkeit. Was kaum jemand weiß: Die wirklich Guten ihres Fachs waren nicht selten einst Studenten an der Technischen Universität in Dortmund. Die dort ansässige Fakultät für Statistik ist in Deutschland ein Unikat.

Über jene Unabdingbarkeit des Fachgebiets sind sich zumindest die Studenten der Fakultät für Statistik an der TU Dortmund mehr als bewusst. Mit einer Arbeitslosenquote von gerade mal 1% seit Eröffnung der Fakultät wird klar: Deutschland braucht gute Statistiker.
Deren Einsatzspektrum ist enorm vielfältig und entsteht nicht nur aus dem hohen Bedarf des Staats an Statistiken; auch Großkonzerne, die Pharmaindustrie und Medienlandschaft und private Institute benötigen valide Zahlen und Vergleiche. Besonders in den Medien ist ein statistisches Grundwissen bei Journalisten hilfreich und beim Arbeitgeber gern gesehen, weshalb auch die Dortmunder Journalistikstudenten während ihres Studiums ein Semester Statistik als Pflichtveranstaltung absolvieren müssen. „Denn ohne Statistik geht’s im Journalismus nicht!“, behauptet Prof. Dr. Walter Krämer, Leiter der Fakultät für Statistik in Dortmund. Sicherlich bieten sich diverse Möglichkeiten für Studenten und Interessenten mit einer gewissen Affinität für Mathematik und einem angemessenem Abstraktionsvermögen, auch anderweitig als Statistiker und Ähnliches ausgebildet zu werden, jedoch ist es die TU Dortmund, die als einzige mit einer reinen Fakultät für Statistik von der Pieke auf lehrt, was ihre Absolventen so begehrt für die zukünftigen Arbeitgeber macht.
Inspiration aus dem Ausland
Die Idee, eine reine statistischen Fakultät zu gründen, kam dem ehemaligen Professor des Dortmunder Lehrstuhls für VWL, Frank Münnich, nach Beendigung seiner Tätigkeiten in den USA Anfang der siebziger Jahre. Dort ist ein „department of statistics“ nämlich an jeder seriösen Universität zu finden und so sollte auch Dortmund zum Sommersemester 1973 um diese Spezifizierung bereichert werden. Mit Friedhelm Eicker als erstem unterrichtenden Professor der Fakultät entwickelte sich das Projekt zu einem Erfolg. Es gliedert sich mittlerweile in zwölf Institute, Lehrstühle und Arbeitsgebiete; von seinen bislang knapp eintausendzweihundert Absolventen sind bereits einundsechzig selbst Professoren. Die übrigen finden sich statistisch gesehen nach dem Studium am häufigsten in der Pharmaindustrie oder Wirtschaft wieder.
Doch trotz ihres Erfolges sucht die Fakultät für Statistik unter ihrer aktuellen Leitung von Prof. Krämer vergeblich ihresgleichen, was gegebenenfalls an einer mangelnden Beliebtheit für die Materie liegen könnte. Doch von Statistik als „trockenem“ Fachgebiet wollen Dortmunder Studenten wie Philipp Probst, fünftes Semester, nichts wissen. Kurz vor seinem Auslandssemester in São Paulo ist er sich der Vorteile seiner Ausbildung bewusst. Denn die Arbeit auf diesem Gebiet bedeutet größtenteils auch ein Anpassen an die sich ständig wandelnden Bedingungen des Umfeldes und bietet somit auch von vielen gewünschten beruflichen Abwechslungsreichtum. Ebenso ist es ein Trugschluss zu denken, bei Statistik handele es sich um eine eher männerlastige Fachrichtung. Das Interesse für ein Statistikstudium und die damit verbundene Einschreibung ist im Geschlechterverhältnis ausgeglichen.
Die Kapazitäten sind vorhanden
Somit steht am Ende des Tages beziehungsweise am Ende des Studiums das Tor zur großen, weiten Welt der Statistik weit offen für die etwa 60 Absolventen, die von den circa 100 zu Beginn übrig bleiben.
Wenn es nach Matthias Arnold, Studienberater und Mitarbeiter der Fakultät, ginge, so könnte die Fakultät in Dortmund, was ihre zukünftigen Studenten betrifft, "durchaus mehr vertragen!“
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