Soli-Demo für Dortmunder Hirsch-Q: Friedlich und unbeachtet

Knapp 200 Demonstranten folgten am Samstagnachmittag dem Aufruf des Dortmunder Antifa Bündnis und solidarisierten sich mit der Brückstraßen-Kneipe Hirsch-Q, die mitsamt ihren Gästen wenige Tage zuvor zum wiederholten Male das Ziel eines tätlichen, rechtsextremistisch motivierten  Angriffs gewesen ist.

Von unterhalb der Katharinentreppe aus brachte der Demozug zwar seinen Protest gegen andauernde Naziübergriffe in der Stadt lautstark auf die Straße, allerdings nicht unter die breite Bevölkerung. Denn die Route führte weder durch die durch Geschenkejäger und Weihnachtsmarktklientel hoch frequentierte Innenstadt, noch am Volksfest des feierlich eröffneten U vorbei.


Somit verpuffte die von einem massiven Polizeiaufgebot begleitete antifaschistische Aufklärungsarbeit der Teilnehmer weitestgehend an den Ostwall-Kreuzungen vor den Scheiben ungeduldiger Autofahrer. Nur selten einmal erkundigten sich Passanten nach dem Grund für die Demo. Neben wohlwollender Zustimmung für den Protest wurde nicht überraschend wie so oft stupide Kritik hinsichtlich vermeintlich verschwendeter Steuergelder geäußert.

Da die gesamte Veranstaltung friedlich verlief, konnte der Begleitzug in grüner Montur zwischendurch ganz entspannt Fußballergebnisse und homophobes Gedankengut austauschen. Für die tapferen Demo-Teilnehmer gab es am Zielpunkt Friedensplatz als Lohn dafür, dass sie zwei Stunden dem frostigen Wetter getrotzt hatten, noch warme Suppe. So weit, so lecker, so wichtig.

Fotos: Patrick Glockner

Pressespiegel zum Angriff auf die Hirsch-Q:

17.12.10 – „Hirsch Q“-Betreiber beklagen politische Berichte (WAZ)
17.12.10 – Antifa-Demo nach Überfall von Nazis auf „Hirsch Q“ (WAZ)
17.12.10 – Video zeigt brutalen Skinhead-Angriff auf „Hirsch-Q“ (RN)
16.12.10 – Dortmund: Anti-Nazi Demo am Samstag (Ruhrbarone)
13.12.10 – Welche Rolle spielte Messerstecher Sven K.? (RN)
13.12.10 – Sven K. war an Nazi-Überfall beteiligt (WAZ)
13.12.10 – Rechte und Linke prügeln sich in „Hirsch-Q“ (WAZ)
13.12.10 – Staatsschutz ermittelt gegen Totschläger Sven K. (BILD)
13.12.10 – Hat dieser Totschläger mitgeprügelt? (BILD)
12.12.10 – Naziterror in Dortmund – Rechte greifen mit Messer an (SM)
12.12.10 – Schlägerei in linker Kneipe (RN)




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Mo, 20.12.2010 0

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17.03.2010

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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