
Slime und Wizo punkten beim Ruhrpott Rodeo
Das vergangene Wochenende war irgendwie auch ein Wochenende der ausgeprägtesten Subkulturen im Ruhrgebiet. Während beim Rock Hard Festival im Amphitheater die Haare zu den regionalen Metalikonen mit überregionaler Relevanz Kreator und Rage geschwungen wurden (2010LAB berichete ausführlichst), feierten beim Ruhrpott Rodeo in Hünxe Punks die Reunions von WIZO und Slime, die beide seit Jahren ihre ersten Auftritte feierten.
Organisator Alex Schwers hat da sicherlich so ein Händchen. Nicht nur mit dem Ruhrpott Rodeo sondern auch mit dem Winteräquivalent Punk im Pott liefert er alljährlich ein exquisites Lineup mit teilweise exklusiven und oft vollkommen überraschenden Auftritten. Alex kommt selber aus der Szene, hat selbst bei unzähligen Punkbands die Drumsticks geschwungen und entsprechend gut sind seine Kontakte, die die beiden Festivals zu kleinen Szeneinstitutionen in ganz Deutschland gemacht haben. Vor zwei Jahren war man sich in der „Metropole Ruhr“ über diese Bedeutung wohl nicht ganz im klaren, als die Stadt Oberhausen das Festival aus Angst vor Ausschreitungen kurzerhand verboten hatte. Im Folgejahr war diese Angst dann wie verflogen, nachdem die Punks kurzerhand ihre Party in der echten Metropole Berlin gefeiert hatten, wo man diesem Problem offensichtlich weniger ablehnend gegenüber stand.
Kampfparolen von Slime
Am Samstag standen um kurz nach halb elf 15 Jahre nach ihrem letzten Konzert Slime wieder auf der Bühne (übrigens neu mit Alex Schwers an den Drums). Eine kleine Zeitreise ist das schon, was Slime da zeigen, entführen sie doch in eine Zeit als der Punk noch mit Parolen auskam. Ihr Erstling „Slime 1“ rahmt das ganze Konzert und es scheint als ob diese Platte auch der Liebling der Massen ist. Sie eröffnen mit „A.C.A.B.“ und schließen die Zugaben mit „Deutschland“ und „Wir wollen keine...“. Das Publikum ist zufrieden, die Band entspannt, beim Rausgehen schreit noch einer „Nazis raus“. Man weiß jetzt nicht, ob er den Song von Slime meint oder einfach nur die Parole, wobei es ja eh irgendwie dasselbe ist.
„Ausgelassene“ Stimmung bei WIZO
Bei WIZO ist die Stimmung irgendwie ausgelassener (Foto), was nicht unbedingt zu einer entspannteren Situation führen muss. Fast drei Tage Camping unter Gleichgesinnten hinterlassen ihre Spuren. „Mann, seid ihr dreckig“, freut sich Sänger Axel Kurth, der während des Konzerts gefühlte zehnmal den neuen Mann am Bass Karachoo vorstellt. Ansonsten scheint alles beim Alten: WIZO präsentieren das beste (aber natürlich nicht alles) von gestern aus der grotesk-lustigen Diskographie und zwei neue Songs von morgen. Zumindest der zweite lässt aber mit so poetischen Zeilen wie „Du bist meine Königin / Ich küss dich an den Füssen / und von mir aus auch dazwischen“ (oder so ähnlich) erst einmal eine zurückhaltende Einstellung aufkommen. Zum Abschluss gibt’s ein langes gefeiertes Outro von „Die letzte Sau“.
Danach ist das Ruhrpott Rodeo offiziell beendet. Die Abreiselaune und -fähigkeit der Gäste wird sich aber noch über die Nacht bis zum Montag morgen in engen Grenzen halten.
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DANKE!
urgs, da hast du natürlich vollkommen recht! Danke für den Hinweis, ich habs geändert!
Der veranstalter heißt Alex
Der veranstalter heißt Alex Schwers und nicht Axel, ansonsten ein schöner Artikel. Das Festival war geil