Sisterkingkong: Mehr als nur die Band zur Bar

Aus dem Umfeld des Sissikingkong entspringt eine doch sehr namensähnliche Band und spielt auch noch ihren ersten Gig in der Lokation. Aber ein Album ist schon in Arbeit. Ein Backstage-Gespräch mit der Band nach einem Auftritt im Dortmunder Hafen.

Jens Kobler: Eine kurze Vorstellungsrunde bitte samt Beantwortung der Frage: Wo kommt Ihr eigentlich alle her?

Dirk Geisler (Gesang, Gitarre): Kamen. Geboren 1971.

Simon Schneider (Bass): Koblenz. Geboren 1984.

Sebastian Gröne (Schlagzeug): Osnabrück. Geboren 1978.

Peter Schoppa (Gitarre): Dortmund. Geboren 1971.

Jens Kobler: Sisterkingkong gab es ja nicht nur zum 10-jährigen des Sissikingkong. Wie seid Ihr zusammen gekommen?

Dirk Geisler: Die Namensgebung jedenfalls war ziemlich schwierig. Es gab viele Namen, die aber letztlich von allen immer abgelehnt wurden.

Sebastian Gröne: Ein Jahr lang zog sich das hin.

Dirk Geisler: Und dann kam von Sebastian der Vorschlag „Sisterkingkong“, und der wurde erstmal angenommen.

Sebastian Gröne: Der Name hat aber wenig mit dem Jubiläum zu tun, sondern eher damit, dass wir hier immer an der Theke herumhängen und Bier trinken, und weil Dirk hier der Wirt ist.

Jens Kobler: Aber der Auftritt zum Geburtstag war schon der erste?

Dirk Geisler: Ja. Es gibt so in der Theorie noch mehr Leute, die mitspielen würden, und zwar Cello und Klavier, aber es gab zu wenig Zeit, das zu proben. Mit Klavier und Cello, aber ohne Simon sind wir zwar schon einmal aufgetreten, aber das war nur ein Kurzkonzert – auch hier, im Sissikingkong.

Sebastian Gröne: Es war schon klar, das wir zu dieser schönen Gelegenheit hier den ersten Auftritt machen würden, aber nun geht es ans Album und dann auch zu Auftritten woanders hin.

Jens Kobler: Das hätte mich auch gewundert, schließlich habt Ihr schon in einigen anderen Bands gespielt beziehungsweise habt auch andere „am Laufen“. Könnt Ihr die noch mal nennen?

Dirk Geisler: Früher Lachsbarbie.

Simon Schneider:
Vorher bei Eat More Plastic, nun bei Ritalin Ray.

Sebastian Gröne: Vorher Kasino.

Peter Schoppa: Les Jacks, Air6, American Lead Guitar.

Jens Kobler:
Wie viel Stress wollt Ihr Euch denn nun zumuten, damit Ihr dann auch Scheiben an Leute in Paderborn verkaufen könnt oder so etwas ähnliches?

Peter Schoppa: Für mich persönlich schaue ich immer nur auf den nächsten Schritt. Für uns bedeutet das, dass wir zunächst gute Songs machen, dass die „real“ sind, echt sind. Dann gehen wir ins Studio und versuchen, genau das so gut wie möglich aufzunehmen. Und mit den guten Aufnahmen, die wir dann hoffentlich in der Hand haben, gehen wir dann wieder einen Schritt weiter. Es ist nicht so gewesen, dass wir zusammen gesessen haben und sagten: „So, das und das ist der Plan, wie wir das und das erreichen.“

Dirk Geisler: Alles was passiert ist gut. Wenn etwas mehr herauskommt, dann ist das super.

Sebastian Gröne: Wir machen das auch nicht, um ins Radio zu kommen oder so etwas. Wir nehmen die Platte auf, die wir gerne aufnehmen wollen.

Jens Kobler: Ich finde, dass Sisterkingkong schon ein wenig wie ein Nachfolgeprojekt von Lachsbarbie klingt, was sicher nicht zuletzt an Dirks Songwriting liegt. Es gibt eine sehr ähnliche Grundstimmung, ähnliche Verweise klingen durch, etc. Hört Ihr das auch so?

Dirk Geisler: Meine Songs werden eher von allen auf ihre Weise umgesetzt und nicht einfach nur so, wie ich das machen würde. Zum Beispiel bringt der Bass so Siebziger-Jahre-Melodien ein, auf die ich selbst nie kommen würde. Den Schoppa wiederum kenne ich seit zwanzig Jahren, und er spielt die Slide-Gitarre schon absichtlich ein wenig so, wie man sie von Adler bei Lachsbarbie kannte. Sebastian wiederum kenne ich vom Hören eines Stückes des One-Off-Projektes Kerosene Unlimited. Auf der Aufnahme hat er Schlagzeug gespielt, und das Stück lief öfter mal bei uns im Laden. Ich war dann sehr froh, ihn als versierten Schlagzeuger zu bekommen, der die Band gut zusammen hält.

Jens Kobler: Philipp von Teamforest sagte gerade, das Publikum hätte sich vorhin so Sachen wie „Pavement“ oder „Yo La Tengo“ zugeflüstert. Und ich meinte dann, Sisterkingkong wären halt nicht The Shins oder so etwas, man würde schon hören, dass die Einflüsse aus einer anderen Zeit kommen und irgendwie anders, sagen wir, modifiziert worden sind. Manchmal glaube ich fast, es gibt so eine spezifisch westfälische Variante anglophilen Indierocks. Was sagt Ihr zu solchen Ideen? Seid Ihr so eine Band mit ähnlichen Plattensammlungen?

Dirk Geisler: Ich hab heute auch zweimal „Lou Reed“ gehört.

Sebastian Gröne: Bis auf bei Schoppa und Dirk gibt es wohl kaum Überschneidungen in den Plattensammlungen. Und ich denke, dass es darum auch gar nicht geht, sondern darum, die Songs, die wir haben, so gut wie möglich umzusetzen. Und dabei denke ich überhaupt nicht daran, was ich zuhause hören würde.

Dirk Geisler: Ich bringe einen Song in den Proberaum, und irgendwann wissen wir, wie der klingt. Die Bandnamen, mit denen wir manchmal konfrontiert werden, kennen die meisten von uns gar nicht. Wir verwerfen oft auch Stücke und holen sie später wieder hervor. Oder spielen Songs in Versionen, die mir erst einmal fremd sind, bis es dann letztlich passt und die Teile ineinander fallen.

Peter Schoppa: Es ist sicherlich eher gut, dass wir nicht alle dasselbe hören, gerade bei einem alleinigen Songwriter in der Band. Denn so bringen alle verschiedene eigene Ideen mit ein und nicht die Idee, wie eine bestimmte andere Band zu klingen, auf die sich alle irgendwie einigen können. Andererseits merkt man bei Sessions auch, dass es gut ist, innerhalb eines bestimmten Rahmens zu operieren und das musikalische Konzept nicht allzu weit ausufern zu lassen. Insofern ist so ein gedanklicher Rahmen wie „amerikanischer Alternative-Rock aus der und der Zeit“ jetzt auch nicht das falscheste, das einem einfallen kann.

Jens Kobler: „Alternative“, „independent“, das sind ja manchmal auch noch inhaltliche und nicht nur klangästhetische Kategorien. Zum Abschluss und als 10-Jahres-Gedächtnisfrage: Lässt sich sagen, dass Sisterkingkong und Sissikingkong vergleichbare Werte oder Herangehensweisen haben?

Dirk Geisler:
Das ist hier im Sinne des Essens schon immer ein Indie-Laden gewesen, also auch von den Produkten her, die wir verwenden. Und letztlich läuft es darauf hinaus: Das Essen muss gut sein. Die Musik muss gut sein. Das Trinken muss gut sein. Dann ist alles gut.

Jens Kobler: Vielen Dank an alle für das Gespräch!

http://www.myspace.com/sisterkingkong
http://www.sissikingkong.de

Foto Sissikingkong: Jens Kobler
Band-Fotos: Sisterkingkong
 

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Mi, 29.09.2010 0

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04.12.2009

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