Sicherheit vs. Freiraum in "der Metropole" Ruhr

Metropole Ruhr im Jahr 2010: Während in Essen eine handvoll engagierter Künstler in dem Projekt Freiraum 2010 aus einem vollkommen leer stehenden und nicht einmal abgeschlossenen Gebäude mit dem Verweis auf Brandschutzvorrichtungen geworfen wird (mehr hier), ist es gerade mal 20 km weiter westlich in der Ruhrstadt Duisburg vollkommen sicher hunderttausende Menschen durch einen ca. 15 Meter breiten Tunnel zu schicken, um dahinter durch den einzigen Einlass zu schleusen. 19 20 21 Menschen sterben, Hunderte werden verletzt.

Das hat freilich nichts mit der Enge, einem unpassenden Veranstaltungsort, metropolensüchtigen Stadtoberen oder einem vollkommen idealisierten Sicherheitskonzept zu tun, denn Oberbürgermeister Adolf Sauerland fühlt sich bald in seiner früh gehegten Vermutung bestätigt, dass es „individuelle Schwächen“ gewesen seien, die zum Unglück führten und die Toten somit die Schuldigen sind, die durch das eigene Sicherheitskonzept geschützt werden sollten. Aber mit Menschen, die herunterfallen, ist laut "Panikforscher" Michael Schreckenberg natürlich in Duisburg nicht zu rechnen. Menschen auf Laternen, Ampeln, Containern kennt man schließlich nicht schon aus Berlin, Essen oder Dortmund.

Es ist schon ein bisschen dubios, wie schnell u.a. der Oberbürgermeister die Schuld auf die Opfer lenkt. Auf der Pressekonferenz wirken sie ein bisschen wie kleine Jungs, die mal ein Konzert im eigenen Wohnzimmer organisieren wollten und dabei großzügig mögliche Konsequenzen hinten angestellt haben. Nur dass hier eben nicht nur Vatis Goldfisch in Bier ertränkt wurde.

Währenddessen brauchen sich die Menschen von Freiraum 2010 keine Sorgen mehr zu machen. Bei ihnen hat der Brandschutz rechtzeitig gegriffen.

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So, 25.07.2010 2

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Kommentare

Hmm ich weiß nicht, ob das

Hmm ich weiß nicht, ob das wirklich Äpfel mit Birnen ist. Klar in der Große, aber ja nicht in der Sache an sich. Beides sind kulturelle Aktionen, wobei die eine mit existierenden oder vorgeschobenen Brandschutzgründen beendet wird, und die andere mit einer sehr realen und wegen der Masse auch noch vielfach größeren Gefahrenlage genehmigt wird. Und da hast du doch recht, das ist Lobbyismus, Größenwahn und allsowas. Ich möchte ja nur auf die Absurdität hinweisen, nach welchen Kriterien hier teilweise Sachen genehmigt und unterstützt werden, von daher sehe ich das auch nicht unbedingt als ganz unmittelbaren Vergleich, sondern als Zustandsbericht der "Metropole" Ruhr im Jahr 2010.

Diese Worte vom Herrn OB kannte ich noch garnicht

Mir bleiben die selbigen im Halse stecken. Aber es ist wohl wie das Äpfeln mit Birnen vergleichen, wenn man Freiraum2010 und die Loveparade miteinander vergleichen will.
Die Lobby, die hinter der Loveparade steht, ist doch um ein vielfaches größer, ach nein, ich denke eher, die Künstler in Essen haben garkeine, den wer will sie schon haben?
Da kann man doch eher an das Bohrloch im Golf von Mexiko denken, und die dort ebenso fehlenden und falsch eingeschätzten Sicherheitsvorkehrungen. Das passt ja schon eher, oder?

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06.01.2010

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