
Dirk Schlichtings Installation "schrankenlos" leuchtet am Gahlenschen Kohlenweg
Der historische Weg entlang seiner Nord-Süd-Richtung von Dorsten bis Hattingen erstrahlt in neuem Licht. Das RUHR.2010-Projekt "Gahlenscher Kohlenweg – Kunststraße wird Straße der Kunst" zeichnet den Weg der Kohle nach.
Wie Mikadostäbe, wild übereinander gestapelt - So ragen die 50 rot-weiß gestreiften Schlagbäume in den Abend hinein. Aus dem Stellwerk 3. Im Dunklen setzen sie eine Lichtmarke auf die ehemalige Transporttrasse des Gahlenschen Kohlenwegs im Bochumer Westpark nördlich der Jahrhunderthalle.

Die 50 Schlagbäume sind keine massiven Schrankenarme, sondern leichte Kunststoffstäbe mit roten und weißen Folien beklebt, die das Schrankenwärterhäuschen 3 krönen. Dirk Schlichtings Installation „schrankenlos“ verweist auf den früheren Transportweg Gahlenscher Kohlenweg, an dem die Kohlenhändler mit Pferd und Wagen noch bis 1874 an 50 Schranken Wegezoll entrichten mussten. Bis zu 200 Wagen pro Woche befuhren den Kohlenweg, auf dem das schwarze Gold vom Tagebau an der Ruhr zur Verschiffung nach Gahlen an der Lippe geschafft wurde.
Vom Kohlenweg zur Kunststraße
Nun wird der historische Weg entlang seiner Süd-Nord-Richtung von Hattingen über die Ruhr nach Bochum, Herne, Gelsenkirchen bis nach Dorsten vom Verbund GrenzGebietRuhr in ein neues Licht gesetzt und der Weg der Kohle nachgezeichnet. Mit dem RUHR.2010-Projekt "Gahlenscher Kohlenweg – Kunststraße wird Straße der Kunst" entstehen noch weitere Skulpturen und Objektgestaltungen, Flächenarbeiten und Installationen. Die Kunstmarken und historischen Sehenswürdigkeiten entlang der ersten Süd-Nord-Erschließung finden sich auf einer Karte, die der Regionalverband Ruhr herausgegeben hat.
Vor Bahnschranken sitzen
"Schrankenlos" strotzt nicht vor Sinnhaftigkeit, ist aber nett anzusehen und einen Ausflug in den Westpark allemal wert. Auf der Erhebung gegenüber lässt sich ein Abend mit Blick auf die illuminierten Schlagbäume, standesgemäß mit einem Bochumer Fiege, super ausklingen - möglich noch bis Ende 2010 auf dem Gelände der Jahrhunderthalle, Bahnwärterhaus Nr. 3. Täglich illumiert bis ca.1 Uhr.
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