Vorbei an von Metallgittern umzäunten Pfützenkratern führt eine hölzerne Behelfstreppe hinauf zum Eingang des neuen SAE-Instituts im Bochumer Springerviertel. So unfertig wie draußen sieht es in den vor nicht allzu langer Zeit frisch bezogenen Räumlichkeiten im so genannten Zentralmassiv, der ehemaligen Bastion, allerdings nicht aus.

SAE-Außenansicht (c) Michael Blatt
Von der Begrüßungstheke bis zur Technikausstattung ist der jüngste Ableger des 1976 in Sydney gegründeten global vertretenen Media-Ausbildungsbetriebs auf dem aktuellsten Stand. Kaum war in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz die Unterschrift unter dem Ansiedlungsvertrag gesetzt, machte sich SAE ans Werk. Im Laufe der Zeit sollen Web, Crossmedia und Games hinzukommen. Innerhalb von 18 Monaten lässt sich das SAE-Diplom erreichen, ein halbes Jahr mehr bedarf es zum anerkannten Bachelor-Abschluss. Wer will, kann den Master, ab Herbst 2012 in Kooperation mit der Essener Folkwang Universität, oben drauf setzen. Konfuzius gibt die Richtung vor: „Sage mir und ich werde es vergessen. Zeig es mir und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun und ich werde es verstehen“, lautet das Credo der privaten Bildungsstätte.

Tag der Offenen Tür (c) Michael Blatt
Bochum ist der weltweit 58. Standort. Warum Bochum? „Es gibt hier so viele kreative Menschen und ist verkehrstechnisch sehr gut gelegen“, erklärt Schulleiter Timo Swoboda die Entscheidung pro Ruhrgebiet. „Es schlummert viel Potential hier.“ Immer wieder habe es in der Vergangenheit Anfragen aus der Region gegeben, doch zahlreiche Interessenten hätten sich gegen den Alternativstandort Köln, wo Swoboda ebenfalls die Geschicke lenkt, entschieden. Am Tag der Offenen Tür im Dezember wuseln unaufhörlich Besuchergruppen durch die Räume, lassen sich auf drei Etagen Schnittplätze zeigen, das für den Laien überdimensional anmutende Mischpult erklären und von Fachbereichsleitern die Studiengänge vorstellen.

SAE-Inventar (c) Michael Blatt
Zum fünfköpfigen Bochumer Kernteam gehört Jan-Christoph Daniel. Von Haus aus Cutter, selbst einst bei SAE das Diplom gemacht und am Standort Bochum zuständig für den Bereich Film. „Sinn ist es, ein möglichst breites Wissen aufzubauen. Eine Spezialisierung findet sich höchstens in den Abschlussarbeiten wieder“, gibt er einen Einblick in den Studienaufbau. Präsenz vor Ort ist nicht verpflichtend, aber enorm gewünscht: „Seid hier, nutzt die Geräte, schließt Freundschaften und Netzwerke.“

Pausenhof (c) Michael Blatt
Zur Lockerung des Geistes sich zwischen Green-Screen- und Seminarraum mehrere Gimmicks wie Kicker, Carrera-Bahn oder Playstation platziert. So lässt es sich studieren, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es sich um eine „sehr intensive“ Lehrzeit handelt. Sonst wären die Abschlüsse nicht so schnell zu erreichen. Wer eine Bummelmentalität mitbringt, sollte sein Geld oder das seiner Eltern lieber gleich woanders als in die anfallenden Ausbildungskosten der Privatakademie investieren.
Die Berufsaussicht ist eines der zentralen Themen am Tag der offenen Tür. Eine Jobgarantie verspricht SAE nicht, verweißt aber auf die weit reichenden Kontakte durch das eigene Alumni-Netzwerk. Für die Qualität des Instituts sprechen am Infotag noch nicht einmal in erster Linie die sehenswerten Rahmenbedingungen, sondern vielmehr die Tatsache, dass zahlreiche ehemalige Absolventen einen Blick in die neuen Räumlichkeiten werfen wollen. Ein guter Indikator dafür, dass die Alternative zu staatlichen Institutionen so verkehrt nicht sein kann. Nächster Semesterbeginn ist im April.
Teaserfoto: Dozent Jan-Christoph Daniel und Besucher (c) Michael Blatt