
Das Ruhrgebiet - Entwicklung einer Metropole ohne "Haupt-Stadt"
- Serie: Ökonomie
Seit Beginn der Industrialisierung entwickelten sich die Ruhrgebietsstädte mehr und mehr um die Zechen herum und bildeten die Kerne, deren Funktionen seit langer Zeit überholt sind. Wie aber organisiert man diese Flächen neu? Das Hauptproblem besteht darin, dass es nicht die eine Haupt-Stadt gibt, von der aus man sich bewegen kann.
'Metropole Ruhrgebiet' - das ist eine Begrifflichkeit, das Leben geht von den Städten aus. Diese müssen neu pulsieren, anziehen, sich austauschen, Meinungen provozieren und Gefühle wecken - nur so kann Identität in einer Metropole entstehen. Die Frage drängt sich auf - für wen wird geplant? Suburbanisierung ist das Stichwort.
Selbstvertrauen durch mehr Eigenständigkeit
Das Ruhrgebiet ist nicht die einzige Region, die solch grundlegende Probleme bewältigen muss, um zusammen zu wachsen. In Chicago etwa wurde eine positive Entwicklung eingeleitet. Dort wurde eine Doppeldynamik eingeleitet: Ausgehend vom Herzen der Stadt wurde der Weg in die Peripherien erleichtert, wurden Unternehmen, Freizeiteinrichtungen und Malls errichtet. Die Counties haben mehr Eigenständigkeit erreicht, die Grenzen zwischen Zentrum und Umland fließen. Das Selbstvertrauen wird durch mehr Eigenständigkeit des Umlandes gestärkt.
In Manchester wiederum wurden gezielte Konzepte für die 'urban Renaissance' entwickelt. Gezielter Umbau des alten Hafengeländes und Öffnung für neue Unternehmen, aber auch für neue Wohnkonzepte. Die Durchmischung von Wohnen und Arbeiten ist erreicht. Die Vororte wurden durch gezielte und klare Quartierskonzepte aufgewertet. Insbesondere an schwierigen Orten wurden thematische Schwerpunkte gesetzt. Wege in die Identifikation, Wege in eine neue Lebensqualität.
Sowohl Chicago als auch Manchester sind vergleichbar. Beides sind ehemalige Industriestandorte mit den gleichen strukturellen Problemen, Verlust von Arbeitsplätzen, Abwanderung und demographie. Verbinden und gewichten - so lassen sich diese Ansätze beschreiben, von denen sich Anlehnungen für die Herausforderung im Ruhrgebiet ableiten lassen.
Fotos: www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de
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