RUHR.2010 - Eine gesellschaftspolitische Bankrotterklärung

Fakt 1: Die Kulturhauptstadt Europas droht am kommenden Wochenende (26.-28. März) mit einer Vielzahl kack-brauner Flecken besudelt zu werden.

Fakt 2: Eine bunte Putzkolonne kündigt dieser Tage vielerorts an, dem (un)rechten Treiben Einheit gebieten zu wollen.

Fakt 3: Die RUHR.2010-Präsenz im Hinblick auf die anstehenden Ereignisse tendiert in der öffentlichen Wahrnehmung aktuell gegen Null, was einer gesellschaftspolitischen Bankrotterklärung gleich kommt!

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"Die einfachen Erkenntnisse im Leben sind oft die schwierigsten: Deutschland ist ein Einwanderungsland. Es hat lange gedauert, bis diese Einsicht weite Teile unserer Gesellschaft erreicht hat. Umso besser, dass wir endlich die Aufgaben anpacken können, die sich daraus ergeben.

Dieser bedeutsamen Aufgabe stellt sich auch RUHR.2010 im Jahr der Kulturhauptstadt. Die Metropole Ruhr eignet sich dafür in besonderer Weise, denn sie ist durch Einwanderung entstanden. (...)

Die heutige Metropole Ruhr entspricht quasi der Welt in Miniaturversion. 170 Nationen, 2.055 Religionsgemeinschaften, alle sozialen Milieus - die besten Voraussetzungen, um sich als zukunftsweisende Einwanderungsgesellschaft zu üben."

zitiert aus dem RUHR.2010-Programmpunkt "Europa erleben"

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"Am Samstag, den 27.März, findet im Rahmen eines pro-NRW-Parteitages wie geplant die internationale Konferenz für ein Minarettverbot im Gelsenkirchener Schloss Horst statt."

"(...), während die einheimischen Bevölkerung in vielen Stadteilen mit den Einwanderern um Jobs, Wohnraum, Sozialleistungen und die kulturelle Prägung ihrer Wohnquartiere konkurrieren muss."

zitiert aus der Pro NRW-Kampagne "Abendland in Christenhand"

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"Die NPD-NRW wird am 27./28.03.2010 zwei öffentlichkeitswirksame Aktionen in der Rhein-Ruhr-Metropole Duisburg durchführen und damit ein deutliches Zeichen gegen die Überfremdung, Islamisierung und kulturelle Zerstörung unserer Heimat setzen."

zitiert aus dem NPD-Aufruf "Keine islamische Machtsymbolik in unseren Städten und Gemeinden"

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"Das Marxloher Bündnis hat sich 2010 wieder zusammengeschlossen, um sich gemeinsam, partei-, kultur- und religionsübergreifend, den Rechten entgegenzustellen. Der Aufmarsch der rechten Parteien ist nicht nur ein Angriff gegen den Islam, sondern zielt darauf ab, das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion zu (zer)stören. Der Aufmarsch ist ein Angriff auf unsere Grundrechte und unseren Stadtteil. Das werden wir nicht hinnehmen, und stellen uns quer!"

zitiert aus dem Aufruf "Marxloh stellt sich quer" des Marxloher Bündnis

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"Ein emanzipatorischer Antifaschismus und Antirassismus muss reaktionären Ideologien jedweder Couleur eine deutliche Absage erteilen. Islamistische und antisemitische Organisationen und Personen haben in antifaschistischen und antirassistischen Bündnissen nichts zu suchen! Es kann nicht sein, dass im Rahmen der Proteste gegen die rassistische, nationalistische und kulturalistische Hetze von „PRO NRW“ und „NPD“, VertreterInnen anderer reaktionärer Ideologien geduldet oder gar in „Zweckbündnissen“ akzeptiert werden.

Wir fordern hiermit alle AntifaschistInnen und AntirassistInnen dazu auf sich nicht an Bündnissen zu beteiligen, bei denen reaktionäre Organisationen involviert sind!"

zitiert aus der "Duisburger Petition" - gegen reaktionäre Organisationen in antifaschistischen Bündnissen

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Fazit: Der aus dem Kulturhauptstadt-Programm (s. oben) zitierten und sich selbst auferlegten Aufgabe wird RUHR.2010 derzeit in keinster Weise gerecht.

Wer es sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Kulturpolitik der Metropole Ruhr maßgeblich zu gestalten, darf nicht gleichzeitig im Kontext politischer Kultur eine derart klaffende Leerstelle (hinter)lassen.

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Mo, 22.03.2010 0

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17.03.2010

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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