Rückblicke und Zitate 2010 – Wer hat was gesagt – Teil 4 - Masterplan

Was im Laufe des Jahres alles gesagt wurde zur Kulturhauptstadt und der Zukunft des Reviers, das würde Bücher füllen, die niemand liest und als Deko für dicke Bücherschränke herhalten könnte unter der Rubrik „Heimatschriften“. Heute geht es um den Masterplan und überhaupt…
 

Jürgen Fischer zum Masterplan (Februar)


Man muss sich davor hüten zu denken, dass da ein regionales Kulturbüro gegründet wird oder ein regionales Kulturamt. Das wär glaub ich total falsch. Wir haben positive Erfahrungen gemacht mit dem Kampagnencharakter, den auch die Kulturhauptstadt gehabt hat, auch mit der Dramaturgie des Temporären und der Strategie der Spannung, auf einen Punkt hinzuarbeiten. ..Das muss eine Initiative sein. Es muss weiter in Bewegung bleiben und es darf nicht in Verwaltung erstarren. Das ist ganz wichtig. Und da muss man auch dem RVR ganz besonders auf die Finger schauen, denn der RVR ist eine Verwaltung…

 

Jörg Stüdemann zum Masterplan (Februar)


Die Kulturleute im RVR haben ja den Auftrag erhalten, einen Masterplan Kultur „Kultur …Ruhr“, sozusagen als Folgemodel für die Kulturhauptstadt zu entwickeln und haben sich darauf verständigt, dass es ein paar Schwerpunkte gibt. Und dafür möchte ich auch werben, dass man für die auch weiter antritt.  Dass eine ist: Das ist eine Region, die unglaublich stark ist im Bereich Theater und Performing Arts, also Orchester, Tanzen, Performances, Orte wie der Ringlokschuppen als Labor für alle möglichen freien Aktivitäten, oder PaCT zollverein für den Tanzbereich und natürlich die Theater, die da sind. Das ist ein so starkes Netzwerk. Das musst du eigentlich viel weiter ausprägen auch ausgestalten für die Werbung, um in diese Region hereinzukommen. So wie Berlin das ja beispielsweise gemacht hat.

Ein anderes großes Thema ist Industriegeschichte/Industriekultur. Das ist unser Verkaufsschlager geworden. Wir können das vielleicht noch ein bisschen steigern. Das ist gelaufen über die IBA, jetzt über die Kulturhauptstadt.
Und man muss einfach sehen, dass das natürlich für Menschen, die nicht in solchen Arbeitsgegenden groß geworden sind, jetzt mit fortgeschrittenem Alter, dies ein exotisches Reiseziel wird. Wenn man nicht Gefahr läuft, in der sogenannten No-Go-Area sein Portemonnaie oder seinen Kopf loszuwerden, dann macht das vielleicht sogar Spaß.

Das dritte große Thema ist die Kunstszene des Ruhrgebiets rauf und runter. Das vierte große Thema ist der gesamte Komplex mit der Kulturalität. Also es gibt wenig Regionen,  wo so viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen… Dass es so relativ Problemlos von statten geht wie hier, ist nicht überall zu finden und daraus erwachsen  Streetdanceszene und vieles andere.

Immer gibt es diese Diskussionen, ein Haus der Kultur im Ruhrgebiet zu haben. Wie immer das Ding aussieht, aber irgendwie sollte sich das mal verräumlichen. So wie Berlin das vor vielen Jahren geschafft hat. Es muss anders aussehen als in Berlin. Aber so einen Ort zu haben, der Orientierung gibt in Migrationsfragen,  auch die Geschichte von Migration  beinhaltet und verhandelt. Und die Künste, die neu entstehen, dann auch vorführen, ist nicht das verkehrteste. Darüber kann man wirklich nachdenken.
 

…Und da sind wir beim letzten Komplex. Das ist Kreativwirtschaft und kreative Quartiere im Ruhrgebiet. Das sind eigentlich die großen Themen der Kulturhauptstadt, die einfach vorgeschrieben worden sind. Da gibt es Vorschläge, wie man das machen will und angehen könnte, in Netzwerken, Kooperationsverbänden, zum Teil auch mit zentral angelagerten Mitteln. Darüber wird man streiten müssen, wie immer. Aber auf jeden Fall ist es vernünftig, nach den Erfahrungen der  IBA. Auch die IBA von unten, rüber zur Kulturhauptstadt. Bei dem, was man hier zusammen erlebt und zusammen auf die Beine stellt, das sollte man auch für die Zukunft  formulieren. Und durchaus auch einzufordern, dass da Geld rein muss. ..


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Mi, 01.12.2010 0

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03.03.2010

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