Rückblicke und Zitate 2010 – Wer hat was gesagt – letzter Teil

N., Mitte zwanzig, Hundepsychologin, zugezogene Anwohnerin der Dortmunder Nordtstadt, Freundin des 2-3-Straßen-Projektes, Initiatorin eines Nachbarschaftstheaters, Dreadlocks, gepierct, offen und herzlich:

„Ursprünglich komm ich von der Nordsee. Also von der Elbe, 100 km von Hamburg, Cuxhaven. Und ich hab dann im Bremerhaven gearbeitet,  hab in so nem Tättowier- und Piercingstudio angefangen. Und der Besitzer kam ursprünglich aus Dortmund. So haben wir zusammen gearbeitet,  sind irgendwann zusammen in eine Fabriketage gezogen. Und er wollte halt irgendwann zurück nach Dortmund. Und hat gesagt: „Hey Mensch willst Du nicht mitkommen?“  Ich hab mir gedacht:  Neuanfang im Gegenteil, dem Ruhrpott. Und innerhalb von zwei Monaten sind wir dann umgezogen. Das war vor sieben Jahren.
 

Schock
 

Da wusste ich ja noch gar nicht, wo ich hier hinziehe. Egal, ob du zum Bäcker reingehst, ob du zum Edeka gehst, du merkst es einfach, dass du hier irgendwo anders gelandet bist. Für meinen Vater war das total schräg. Also der kam, Monate nachdem ich hierher gezogen bin, der kam mich besuchen und war völligst fertig mit den Nerven. „Kind wie konntest du hierher ziehen?“
 

Was sind das für Leute hier?


„Mir wurde am Anfang gesagt, musst dich nicht wundern, die sind alle son bisschen komisch. Lächeln werden sie auch nicht unbedingt, eher so in Richtung unfreundlich. Wurde mir so beschrieben. Kann ich ehrlich gesagt nicht wirklich bestätigen. Wie soll ich‘s beschreiben? Schon Hamburg ähnlich würd ich sagen. Unkompliziert, frei nach Schnauze, direkt auf den Kopf zu. Das ist eher so meine Erfahrung. Nicht so viel Text. Nicht so dieses Höflichkeitsgeschnörkel drum herum. Unkompliziert. Es heißt immer Arbeiterstadt und man müsste sich da auf einiges gefasst machen. Also das ist das, was ich vorher gehört hab. Halt nicht so offen, eher in sich gekehrt und wollen für sich sein. Und solche Sachen. Gut das ist nicht meine Erfahrung.  Ich find‘s schön unkompliziert. Ich kann jetzt nicht sagen, dass sie an sich unfreundlicher sind oder in sich gekehrter als in anderen Städten. Nö find ich nicht.“

Zum Abschluss des Jahres brauchen wir positive Stimmen, die uns ins Neue Jahr tragen.


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Di, 28.12.2010 0

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03.03.2010

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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