Der Restaurantführer "RUHR.2010 geht aus!" erschienen

Seit gestern im Handel erhältlich ist der neue Restaurantführer RUHR.2010 GEHT AUS! Erstmals werden hier die 100 empfehlenswertesten Restaurants der Kulturhauptstadt präsentiert.

Der neue Guide erscheint bei der VVA Kommunikation in Essen und wurde vom Autor dieses Blogs in Kooperation mit dem Überblick Verlag erstellt. Im Gegensatz zu dessen bekannten Titeln wie "Essen geht aus!" und "Dortmund geht aus!" beschränkt sich die Redaktion hier auf 100 Restaurants in möglichst vielen unserer 53 Kulturhauptstädte. Tatsächlich habe ich bei der Recherche in deutlich über 30 teilnehmenden Städten empfehlenswerte Lokale gefunden, deren kulinarische Klasse in bundesweit erscheinenden Restaurantführern dokumentiert ist. Die aktuell in der Fachzeitschrift Gastrotel geäußerte These vom Ruhrgebiet als Deutschlands Genussregion Nummer 3 hat sich hier bestätigt.

Mittelmeer ist überall

Die von RUHR.2010 GEHT AUS! empfohlenen Häuser sind nicht nur in den Kerngroßstädten des Ruhrgebiets zu finden, wie man zunächst annehmen könnte, obwohl Essen durchaus die meisten Nennungen vorweist. Es war aber eine große Überraschung, in den Randgebieten und mitunter nur 20 Minuten Autofahrt von den Zentren entfernt gehobene Restaurants zu entdecken, die jede Anreise rechtfertigen. Mal ehrlich, nach Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Hamminkeln oder Fröndenberg-Frömern würde man wissentlich keinen Gourmet schicken wollen, und doch lassen sich dort die schönsten Preziosen finden. 

Zwei Dinge sind der Redaktion beim Erstellen des neuen Restaurantführers deutlich ins Auge gesprungen: Würde man ein Wortzählprogramm bemühen, nähmen die Spitzenpositionen die Wörter "Fachwerk" und "mediterran" ein. Die Zahl idyllisch gelegener und liebevoll restaurierter Häuser ist beachtlich, und es gibt so gut wie keine gehobene  bürgerliche Küche im Ruhrgebiet, die sich nicht im Spannungsfeld zwischen "regional" und "Mittelmeer" bewegen würde. Das erscheint mir im Vergleich zu anderen deutschen Genussregionen besonders auffällig.

Negativ fiel auf, dass kaum ein Haus Wert auf eine englischsprachige Speisekarte legt. Das haben fast alle Gastronomen schlicht verpennt. Die Redaktion hat deshalb bewusst englische Summaries unter die Texte gestellt, damit das internationale Publikum zumindest einen Eindruck von den betreffenden Häusern erhält.

Smartphone-Applikation

Leicht zeitversetzt zum Erscheinen der Printausgabe, die am vergangenen Dienstag im Rahmen der Veranstaltung "Reden mit Essen" vorgestellt wurde, wird es eine geodatengestützte Smartphone-Applikation geben, die dem User den nächsten Weg vom Theater, Museum oder Kulturevent ins Restaurant weisen soll. Die App ist hier zu beziehen.

Weitere leckere Links:

Sa, 27.03.2010 7

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Kommentare

Schnitzelhaus

Schnitzel ,Schnitzel,Schnitzel, über 50 Schnitzel und die Portionen stimmen auch. Wöchentlich wechselnde Angebote..... probiert es mal:-)

Ganz lieben Dank für die Tipps!

Das klingt beides als sollte man es mal ausprobieren. Ponistra reizt mich glaube ich noch etwas mehr, aber das ist nur so ein Bauchgefühl. ;)

Schnitzel

@ René: Och, ich bin gar nicht so verbohrt. Vielen Dank für den Tipp jedenfalls, ich hab nix dagegen, das mal zu besuchen. Das Fleisch sollte halt nur gut sein. Ich bin gespannt.

Schnitzel

Zugegeben - das klingt äußerstansprechend - aber ich bleibe dabei ;-)

Lieblingsrestaurants

@Anna Brandt: Spitzenrestaurants zu empfehlen wäre hier zu einfach, die kannst Du in jedem Guide finden. Versuche es mal im Bio-Restaurant Ponistra auf der stadtnahen Seite der Rüttenscheider Straße in Essen. Der dalmatinische Koch trägt ein rotes Piratenkopftuch, verzichtet auf Raffinadezucker und würzt seine überwiegend vegetarischen Gerichte mit Birnen- oder Melonenwürfeln. Seine Frau hängt derweil die Wände voll mit surrealen Traumbildern. Abgefahrenes Paar, tolle mediterrane Hausmannskost. Wer braucht denn da ein Schnitzelhaus, Herr René?

Wo gehe ich aus?

Ich war zwar länger schon nicht mehr da, aber mein Tipp: Schnitzelhaus Christ in Herten - die standen mal im Guinessbuch der Rekorde mit den meisten Schnitzelsorten. Aber das ist gar nicht das tollste... Das ist einfach nur totaaaal lecker da. Und satt wird man bei den Portionen definitiv auch ;-)

Und was sagt das Publikum?

Mich würde ja mal interessieren, wo die Lab-Leser gern essen gehen. Habt ihr ein paar schöne Tipps im Ruhrgebiet für mich?

Über den Autor

13.12.2009

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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