R. und die Frauen

Freitag, 30. Juli 2010

Achtung! Dies wird keine Lebensbeichte und kein Schlüsselloch-Roman.
Ich muss doch mal öffentlich über die andere Seite der Medaille Mensch nachsinnen. Abgesehen von Ausnahmen, sind Frauen eben nicht Männer und man zählt sich zu der einen oder anderen Seite, wieder mit Ausnahmen. Offensichtlich bin ich ein Mann, also seit Geburt mit diesen wenigen Merkmalen versehen. Auch der Name ist doch wohl eher männlich, wenn er auch klingt wie Hundefutter. Es gibt auch nicht viele berühmte Rolfs, Rolf Harris (Komiker mit einem Bart aus Australien), Rolf Stiefel (Komiker aus den 60ern), Rolf Hochhuth (wildalter Mann), Rolf Zuckowski (Kindermusik). Es ist die Kurzform von Rudoer lf und bedeutet  Ruhm und Wolf (das gefällt mir allerdings).

Weiber überall

Als Baby hat mich Frau Mucha um den Küchentisch getragen. Frau Mucha war schon alt. Meine Mutter war eine Frau und meine Schwester ist eine. Die Tanten hatten Namen wie Mine, Inge, Helene oder Anneliese. Ich hab den Vornamen meiner Oma vergessen, für mich war sie eben meine Omma. Auf ihrem Bauernhof hab ich in ihrem Bett geschlafen, über dem der Spruch hing: Immer wenn Du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Meine erste Lehrerin war Fräulein Froese, in die ich mich als 6-jähriger verliebt hatte. In der Volksschule saß ich zwischen Dagmar und Monika. Später war ich in reinen Jungsklassen und habe die Schule vorzeitig abgebrochen. Meine ersten Freundinnen waren Frauen. Ich habe, zusammen mit vierzehn Frauen in einer Parfümerieabteilung gearbeitet. Die Abteilungsleiterin war eine Frau. Bei der Bundeswehr waren keine Frauen. Nach 14 Tagen wurde ich entlassen. Meine ersten Stücke hatten nur starke Frauenfiguren. Mit John Wayne und Winnetou konnte ich nicht viel anfangen, ich war früh mit Brigitte Bardot und Hannelore Elsner verbandelt. Es gab auch wichtige Männer und ein paar nette. Die lasse ich jetzt aber weg.

Weicheier und Heulsusen

Ja, okay, ich war mal ein Softy. Irgendwann in den 70ern durften Jungs auch mal weinen. Dieser gesellschaftlichen Entwicklung habe ich mich angeschlossen. Aber das Leben macht hart und heute weine ich nur noch bei tiefer Trauer und bei schmalzigen Liebes- oder Abschiedsszenen.  Da ich nicht in Fußballstadien gehe, habe ich die Gesänge „Heulsuse Möller“ nie mitgemacht. Heiße ich in Wirklichkeit Wilhelmine? Tobt in mir der Kampf um das Klischee?
 

Kunst und Mann

Wenn sich Praktikumsplätze auftun bei unseren Projekten, melden sich zu 90% Frauen. Zu den Vorstellungen kommen zu 60% Frauen. Gründe für Mord und Selbstmord sind zu fast 70% Frauen. Die größte Schauspielleistungen, die besten Hollywoodstars, die erfolgreichsten Popfiguren sind Frauen, oder bin ich bereits wieder im Land der Übertreibungen angelangt?

So, jetzt rufe ich Bruno, Umberto, Erdan, Rudolf und Werner an. Wir werden zusammen auf Fischfang in den Rockies gehen, mit dem Kanu den Mississippi runter flitzen, einen Bären jagen, ne Runde Skat unter einem Wasserfall spielen, Holz fällen, Johnny Cash hören, Bier saufen und grölen, Blondinen vernaschen. Nachts legen wir uns neben Mami und sind ganz lieb.

 

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Fr, 30.07.2010 0

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