QUO VADIS, FZW?
- Serie: Ökonomie
Es ist inzwischen ein politisches Sorgenkind geworden, das neue FZW in der Ritterstraße; denn verwaltungsrechtlich steht das FZW immer noch auf wackeligen Beinen. Bereits vor seiner Eröffnung stand das neue FZW immer wieder mal in der Kritik. Selbst sieben Monate nach der Eröffnung reißen die kritischen Stimmen aus verschiedensten Lagern nicht ab. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Von zu wenig Jugendarbeit über Konkurrenzveranstaltungen zu privaten Clubs bis hin zu Konzerten, bei denen das FZW die Lokalität kostenlos zur Verfügung gestellt haben soll.
Angriffspunkte bot und bietet das FZW also reichlich. Das Hauptproblem aber ist: Bis heute gibt es kein schlüssiges Betreibermodell für den Veranstaltungsbetrieb des FZW. Das Konstrukt aus AWO und Jugendamt? Eine Übergangslösung. Wann es eine Lösung gibt? Weiß niemand.
Zahlreiche Befindlichkeiten
Ein runder Tisch, zu dem gestern der lokale Verein „Musikwirtschaft Dortmund“ im FZW geladen hatte, sollte die wichtigsten Dinge klären, zumindest einen sachlichen Austausch ermöglichen. Mit dabei: Vertreter von Jugendamt, FZW, privaten Clubbetreibern, Westfalenhalle. Allein: Von sachlicher Diskussion war die von Befindlichkeiten gefärbte „offene Diskussionsrunde“ allerdings ähnlich weit entfernt wie Milli Vanilli dereinst von echtem Gesang. Doch immerhin. Zumindest wurde mal darüber gesprochen.
Insofern war es keine Überraschung, dass es den Initiatoren der Gesprächsrunde nicht gelang einen Konsens herzustellen. Wie auch, denn die Gemengelage erscheint auf den ersten Blick äußerst verzwickt.
Das Erstaunliche: Im Schatten des ursächlich von der städtischen Verwaltung geschaffenen betrieblichen Vakuums gelang es den Machern des FZW allen Unkenrufen zum Trotz, so etwas wie einen veritablen Veranstaltungsbetrieb auf die Beine zu stellen. Die Bude rockt sozusagen.
Neues Betreibermodell muss her
In seiner jetzigen Form allerdings taugt das FZW nur zu einem Spekulationsobjekt für den sich nun abzeichnenden Wahlkampf. Und in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Regiert bei denen, die nun irgendwann über die betriebliche Zukunft des FZW befinden, fundierte Fachwissen über die Gegebenheiten der Veranstaltungswirtschaft?
Fakt ist: Das FZW ist als Veranstaltungsort seit dem Wegfall von Live Station und der Thierbrache für die Party- und Konzertkultur in Dortmund wichtiger denn je.
Hier ist ganz klar die Politik gefragt. Das FZW braucht dringend ein neues Betreibermodell, das sowohl der Jugendarbeit als auch dem Veranstaltungsteil mit klar umrissenen Aufgaben gerecht wird.
Es muss etwas passieren. Eine in die Länge gezogene Interimslösung ist weder für den Standort von Vorteil, immer wieder aufkeimende Kritik ebenso wenig.
- Blog-Beitrag von Jan Wilms: Zoff ums Dortmunder FZW
- www.fzw.de
- www.myspace.com/fzw
Kommentar hinzufügen
Kommentare
Ähnliche Beiträge
Thema
Stadt
Branche
Aktuelle Tweets





























Politiker-Party?
Vielleicht sollte das FZW wirklich mal die Politik einladen. Und wer weiß, vielleicht möchten die sogar auch mal ne richtige Party feiern. Das wär doch was :)
Sehr richtig, liebe
Sehr richtig, liebe Juliana!
Eine Loki wie das FZW darf einfach nicht zum Spielball der Politik werden und wegen unsinniger Befindlichkeiten zugrunde gehen. Für wen ist denn eine Loki wie das FZW da? Für Politiker, die nie einen einzigen Fuß in das Ding gesetzt haben, um mal zu sehen, was da läuft? Wohl kaum.
Dennoch: Sie entscheiden, welchen Weg ein FZW gehen soll.
Hoffen wir, dass sie eine gute, richtige und der Sache dienliche Entscheidung treffen.
Für uns alle. Für alle, die gern ausgehen, gute Konzerte und gute Partys feiern wollen...
Schönes Schlusswort
"Es muss etwas passieren. Eine in die Länge gezogene Interimslösung ist weder für den Standort von Vorteil, immer wieder aufkeimende Kritik ebenso wenig. " Sehr richtig, sonst endet es nachher wie die Zeche Carl.