
"Transindustriale" in Dortmund eröffnet - Phoenix kommt nicht richtig vom Boden
- Serie: Ökonomie
Die Eröffnung der Transindustriale war ein eher misslungener Abend beim…, ja was eigentlich - Parkfestival, Industrieruinen-Programm oder Kleindstadtfest am Dortmunder Phoenix Gelände?
Raufgeklettert bin ich vor Jahren mal auf den HOESCH Gasometer auf dem Phoenix Gelände - für mich als Heimkehrer viel mehr ein Wahrzeichen der Stadt als der Florian Turm. Als wir da hoch sind, war das Phoenix Walzwerk längst in China aufgebaut und an seiner Stelle eine riesige leere Fläche; auch von einem See und Segelbooten war nicht die Rede. Einfach eine Industriebrache mehr im Ruhrgebiet. Durch die Tropfsteinhöhlen der vor sich hin rostenden Hochöfen schlenderten wir damals und haben uns wie Kinder gefühlt, weil man das alles ja nicht durfte. Der Charme der hunderten Rohre und Treppen und mächtigen Maschinen war überwältigend - als wären wir Besucher auf einer verlassenen Raumstation. Und irgendwann hat dann das Marketing begonnen.
Nun durfte man dort ganz offiziell hin. Und wo Schlamm war, stehen jetzt ein paar modernistisch bunt beleuchtete Firmengebäude, eine Straße ist vorhanden, es wird gebaggert.
Am 8. Mai fand die Eröffnung der „Transindustriale“ auf dem Phoenix Gelände mit dem Programm „Phoenix aus der Asche“ statt: Pyroshow, Live Musik und einen bunt beleuchteten Hochhofen sollte man bestaunen, auf einem Riesenrad fahren können. Gelockt hat eher die Neugier den Zustand des Geländes in Augenschein zu nehmen.
Das große (Nicht-Haushalts-)Loch
Das Phoenix Gelände befindet sich in einem seltsamen Zwischenstadium: der vielbesprochene See ist immer noch ein Loch, die Häuser in Hörde trotz angeblicher Preissteigerung (Stichwort der Makler: „Wohnen am Phoenixsee“) sind noch „Old School Ruhrpott“, grau und hässlich und sehen wie die Bewohner selbst noch nicht nach „Neuem Dortmund“ (Zitat Phoenix Konzept) aus.
Viel Erde, Geld und Konzepte wurden also bisher ausgegraben - heute haben sich einige flotte Firmen am „Technologie und Dienstleistungs Standort Phoenix“ angesiedelt. Der Marketingsprech formuliert die Zukunft so: „Die Kombination aus hochwertigen Wohn-, Freizeit- und Dienstleistungsangeboten schafft einzigartige Wohn- und Lebensbedingungen, die ein Markenzeichen des Neuen Dortmunds sein sollen.“ Nun ja.
Eröffnungsveranstaltung der "Transindustriale" auf Phoenix West
Der Phoenix West sollte sich irgendwie im Sinn von „Jetzt geht‘s los“ am vegangenen Samstag mit einem Fest aus der Asche erheben. Es gab: Buntes Bühnenprogramm und Kleinstadtfest auf Schotter vor Hochofenkulisse. Ein Riesenrad, zwei Würstchenstände, eine Bühne auf der wechselweise Menschen vor Publikum Tango tanzten oder eine Kapelle spielte, dazu die unvermeidlichen Bierstände. Der Designkiosk wirkte zwischen all dem fast fehl am Platz in seinem ambitioniert-kreativen Anspruch.
Endgültig unerträglich und dabei dennoch dem momentanen Zustand des Projekts Phoenix angemessen war dann die spätabendliche Show einer „Pink Floyd Cover Band“ mit Pyroshow. "Pyro" waren sechs Feuerfontänen, die neben der Bühne mehr oder weniger zur Musik passend, mehr oder weniger hohe Feuer ausspuckten; ein Effekt, der nicht mal Sechsjährige beim dritten Mal noch beeindruckte. Im Hintergrund begann man allmählich die Hochöfen zu beleuchten, was aber irgendwie nach Lichtorgel auf einer Teenieparty aussah (ok, das war gemein!). All das zur Musik einer Band, die Pink Floyd nachspielte und wenig überraschend daran scheiterte. Ja, DAS hätte man ahnen können....
Alles in allem war die Gestalung von Ort und Programm ein seltsam provinziell und uninspirierter Auftakt einer Veranstaltungsreihe im Kulturhauptstadtjahr - irgendwo zwischen Talentbühnenshow und Kleinstadtfest. So ein Abend macht irgendwie traurig.
Sei‘s drum: Ich versuche demnächst wieder auf den Gasometer zu klettern und nachzuschauen, was das Loch dahinter so macht und auch die Banane gegenüber; und ich werde in Erinnerungen schwelgen, wie mein Vater - wie sicher viele Väter in der Region - damals erzählte, das Christkind backe Plätzchen, wenn der Himmel nachts rot leuchtete vom Stahlabstich bei Hoesch.
Fotos C. Westheide / Foto Gasometer wikipedia mit freier Lizenz
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gaaaaanz ruhig lieber Herr Pelzer aka "Gast"
...supergeil ist für mich keine Kategorie für Gelingen. Und dass die Arbeit der Organisation für diese Veranstaltung mühselig war, will ich gar nicht in Abrede stellen. Nur dass es dann noch trauriger ist, was dabei rausgekommen ist. Und Mühe allein ist leider kein Hinweis auf Qualität. Sie kennen sicher den Satz aus Arbeitszeugnissen: "er hat sich redlich bemüht" und was er bedeutet.
Vielleicht hätte man es nicht so aufblasen müssen dieses eigenartige Festchen auf Schotter, dann wären die Enttäuschung auch weniger groß ausgefallen. Aber Phoenix aus der Asche war einfach weiter Phoenix aus Asche - ein Windhauch und das Ganze zeigte seine Belanglosigkeit.
Und noch ein Satz zu "Schreiberlingen": klar: alle Versager, frustrierte, sexuell nicht ausgelastete Ex-Kreative, die alle anderen die "was auf die Beine stellen" mies machen und sich Atombomben wünschen, damit eine Veranstaltung den gewissen Kick bekommt. Diese Einschätzung braucht keine Replik. Lieber Herr Pelzer, vielleicht sind Ihnen ja nach 5 Pink Floyd Cover Konzerten und dem üblichen Buden/Feierwerktrallala ein bisschen die Maßstäbe abhanden gekommen, was eine gute Veranstaltung ist, die den Namen "Kulturevent" verdient. Dieser Abend war Murks.
Gescheitert sind nur die hiesigen Schreiberlinge!!!
Die Veranstaltung, die Show und die Pink Floyd Band waren supergeil!!!
Schade, das es immer wieder Leute gibt, die Ihr eigenes Unvermögen und ihre eigene Unzulänglichkeit durch negative Beurteilungen toller Events auf solchen Portalen rausposaunen dürfen. Wenn ein Feuerball Euch nicht begeistert, was wollt Ihr denn haben? Einen Selbstmordattentäter, oder eine Atombombe? Warum müssen alle Versager dieser Welt immer Schreiberlinge werden, die alle Dinge schlecht machen, die von anderen in mühseliger Arbeit, wochenlang vorbereitet werden? Es war eine geniale Veranstaltung und Ihr kleine Schreiberlinge seid einfach nur peinlich!!! Ich habe Mitleid mit Euch!!!
Gescheitert sind nur die Schreiber dieses Artikels!
Das war eine tolle Veranstaltung!!! Die Pink Floyd Band war unglaublich geil, und die ganze Show mit Feuer und Licht war SUPERKLASSE. Wenn da Leute früher gegangen sind, dann nur weil es bitterkalt war. Wenn hier jemand gescheitert ist, dann ist das nicht die Show und nicht die Pink Floyd Band ( Die gigantisch geil war) sondern der Schreiberling, der hier negativ geschrieben hat, Es ist doch imnmer das gleiche Dilemma. Menschen, die frustriert und verbittert über ihre eigene Unzulänglichkeit sind und selber nichts kreatives schaffen können, werden Schreiberlinge, die alles schlecht machen, was sie selber niemals leisten können. Für den 8. Mai haben viele Menschen hervorragende Arbeit geleistet und kreativ eine supergeile Show auf die Beine gestellt. Das ist Fakt! Dieses hier schlecht zu beurteilen ist erbärmlich arm. Warum müssen immer die I... Schreiberlinge werden? Es gibt doch genug Jobs als Kellner!
Traurige Veranstaltung..
Christian, du sprichst das aus, was ich auch dachte, als ich da war an diesem Samstag abend. Allerdings hab ich nicht alles mitbekommen, was du schreibst, denn ich habe es nur eine Viertelstunde ausgehalten, dann bin ich wieder gegangen. Furchtbare "Veranstaltung", dass hätte auch das Kaiserstraßenfest sein können. Ich musste gehen. Und deine Formulierung "eine Straße ist vorhanden, es wird gebaggert" ist noch untertrieben, das ganze Phönix-Gelände dort besteht aus Straßen, mit Busspuren und Fahrradfahrerstreifen und Parkbuchten und Abbiegespuren, es mutet zwischen den noch wenigen neuen Gebäuden grotesk und sinnlos an. Der abenteuerliche, wilde und "verbotene" Flair einer stillgelegten Industrieanlage ist verschwunden, es bleibt ein zwischen neuen Gebäuden und sinnlosen Straßen eingesperrter Hochofen, ein toter Dinosaurier. Traurig. Da geh ich doch lieber garnicht mehr dahin und behalte Phönix so in Erinnerung, wie es noch vor wenigen Jahren war.
phoenix
Alles wird schön und glatt und IT. Ohne Nostalgiker zu sein kann man sagen, dass alle Versuche, das Gelände irgendwie als Gedächnis zu erhalten, Flops sind. Der Markt wird s schon richten. Also lieber ne Pink Floyd coverband, die scheitert, dann weiß man, wo man ist. Im Tal der Ahnungslosigkeit.
Schade
Hmm, hätte wohl Potenzial gehabt eine gute Veranstaltung zu werden.