
Ostwall revisited: Die Initiative Haus der Kunst Dortmund, Teil 1
- Serie: Kreativ.Quartier.Ruhr, Kunst
Das Museum Ostwall wirkt nun im Dortmunder U – soweit, so bekannt. Doch was geschieht mit dem alten Gebäude am Ostwall? Immerhin ein geschichtsträchtiges und kurz vor dem Auszug des MO noch instand gesetztes Gebäude, das u.a. durch die Aktionen der Dortmunder Gruppe UZ wieder in den Blick des öffentlichen Interesses geraten ist.
Die Aktivisten von UZ beanspruchen das Gebäude für ein unabhängiges Kulturzentrum, das die Leuchtturmpolitik in Stadt und Region ergänzen soll. Die Räumlichkeiten sollen für freie Kulturveranstaltungen nutzbar gemacht werden; für Ausstellungen, Workshops, Ateliers, Lesungen, aber auch für Konzerte, Parties und ein Café. Nach der erfolgreichen Besetzung des alten Ostwallmuseums für ein Wochenende melden sich nun zwei weitere Initiativen zu Wort, die ebenfalls Interesse an den Räumen anmelden. Die Stadt hat auf die verschiedenen Vorschläge zur neuen Nutzung reagiert und ein Interessenbekundungsverfahren in die Wege geleitet, um die verschiedenen Konzepte zu prüfen und im Sommer abschließend darüber zu beraten, wer mit seinen Ideen den Zuschlag bekommt.

Stichwort "Neunutzung"
Was die beiden neuen Vorschläge gemeinsam haben, ist der Erhalt des Baus. In Hinblick auf seine charakteristische 50er Jahre-Architektur sicher ein positiver Aspekt für Stadt und Bürgerschaft. Und für welchen Zweck eignen sich die Räume schon besser als für ihre ursprüngliche Funktion, die Präsentation von Kunst? Das hat sich auch die Initiative Haus der Kunst Dortmund gedacht – ein Zusammenschluss, dem drei Verbände Bildender Künstler auf regionaler Ebene, der Dortmunder Kunstverein und die Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe angehören. Im Kulturhauptstadtjahr begann die gegenseitige Vernetzung, die nun von der Neunutzung des alten Ostwallmuseums gekrönt werden soll.

Das "Haus der Kunst"
Die fünf Mitglieder der Initiative möchten das alte Ostwallmuseum vor allem nutzen, um ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es geht ihnen um Ausstellungsflächen für lokale und regionale Künstler, denen es in ihrer Heimatstadt oftmals an Präsentationsmöglichkeiten fehlt. Denn häufig führt für lokale Künstler der einzige Weg zu einer Ausstellung über lange Wartelisten wie z.B. im Fall der städtischen Kunstgalerie Torhaus Romberg. Für den Dortmunder Kunstverein wiederum würde sich eine günstige Gelegenheit ergeben, die eigenen Aktivitäten auszubauen und auch räumlich auszudehnen. Von den insgesamt 2.500 qm Ausstellungsfläche soll die erste Etage den Künstlerverbänden zur Verfügung gestellt werden, das Erdgeschoß dem Dortmunder Kunstverein und einem gewerblichen Partner, der z.B. ein Buchhändler oder Anbieter von Künstlerbedarf sein könnte. Auch an eine Entwicklung der Parkseite wurde gedacht: Dorthin soll der Haupteingang verlegt werden. Eine Aufwertung soll außerdem durch eine Außengastronomie erfolgen, und auch künstlerische Aktionen sollen dort in Zukunft stattfinden. Der "Lichtsaal", der zentrale Innenhof des Museums, könnte zur Vermietung angeboten werden, um dadurch zusätzliche Einnahmen zu generieren, womit wir auch schon beim Thema Geld wären.
Fotos: Fabian Saavedra-Lara
Teil 2 von "Ostwall revisited: Die Initiative Haus der Kunst Dortmund" folgt morgen.
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Sa, 23.04.2011
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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
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