
Ohne Titel
Künstler: Markus Mengeler
Projektbeschreibung
Der Satz „Beachte die Flecken auf der Mauer!“, ein verkürztes Zitat aus Leonardos Trattato della pittura erscheint im Laufe einiger Monate auf der Wand eines alten Gebäudes. Die Buchstaben werden von Flechten gebildet. Scheinbar zufällig formen sie einen sinnvollen Satz, der auf sich selbst verweist und die Frage nach dem Künstlerischen im Zufälligen und dem Zufälligen im Künstlerischen stellt.
Mit einer speziellen Flüssigkeit wird auf die Wetterseite eines alten Gebäudes der Satz “Betrachte die Flecken auf der Mauer!”, ein verkürztes Zitat aus Leonardos Trattato della pittura geschrieben. Die Flüssigkeit ist unsichtbar und enthält Sporen von Flechten. Das führt dazu, dass im Laufe einiger Monate Flechten wachsen und den Satz sichtbar und lesbar machen.
Scheinbar zufällig erscheint etwas genau Geplantes. Das Kunstwerk verweist auf sich selbst.
Eventuell werden der Flüssigkeit Farbpigmente beigemischt, die im Laufe einiger Monate verblassen. Dadurch wäre der Satz schon vor Erscheinen der Flechten lesbar.
Das vollständige Zitat über die Mauerflecken lautet:
Non isprezzare questo mio parere, nel quale ti si ricorda che non ti sia grave il fermarti alcuna volta a vedere nelle macchie de' muri, o nella cenere del fuoco, o nuvoli o fanghi, od altri simili luoghi, ne' quali, se ben saranno da te considerati, tu troverai invenzioni mirabilissime.
(Achte diese meine Meinung nicht gering, in der ich dir rate, es möge dir nicht lästig erscheinen, manchmal stehen zu bleiben und auf die Mauerflecken hinzusehen oder in die
Asche im Feuer, in die Wolken, oder in Schlamm und auf andere solche Stellen; du wirst, wenn du sie recht betrachtest, sehr wunderbare Erfindungen in ihnen entdecken.)
Über den Künstler
geboren 1974 in Kleve
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Timm Ulrichs und Henk Visch
Meisterschüler
Über been out, vol. 1
been out, vol. 1 ist ein spartenübergreifendes Ausstellungslabor für junge Gegenwartskunst und künstlerische Innovationen aus den Bereichen zeitgenössischer Kunst, Medienkunst, digitaler und Gegenwartskultur. In Zeiten von Crossmedia und viralem Marketing fragt been out, vol. 1, organisiert von Bohème Précaire in Kooperation mit 2010LAB.tv, danach, wie die Kunst der „Digital Natives“ aussieht. Wie reflektiert Kunst dieses kulturelle Phänomen, wie arbeitet sie mit ihm, geht sie mit ihm um, reagiert sie?
Aufbrechen, die Perspektive wechseln, nach draußen gehen – been out, vol. 1 – das 3. Bohème Précaire-Festival für junge Gegenwartskunst – bedeutet:
Bewegung. Weg vom elitären Kunstbegriff, hinein in den Stadtraum. Gemeinsam mit den KünstlerInnen unternimmt "been out, vol. 1" den Versuch, eine neue Art von interdisziplinärem Wissen durch Austausch und kollaboratives Arbeiten zu erschaffen, neue Positionen zeitgenössischer Kunst vorzustellen, zukünftige Projekte zu konzipieren und sie umzusetzen. Im Mittelpunkt des Calls steht die Auseinandersetzung von künstlerischen Strategien mit öffentlichen, urbanen Räumen.
kunst.labor ist die Online Galerie von been out, vol. 1.
Weitere Informationen: www.bohemeprecaire.com
Und: www.facebook/beenout
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