Neues vom "Könich" und dem "King Size Clan"

Doppelpremiere am gestrigen Abend in Essen: der King Size Clan hat seine neue CD „Slow mo“ in einem Premierenkonzert vorgestellt und ich war aus diesem Anlass zum ersten Mal im kürzlich wiedereröffneten Filmstudio im Glück-Auf-Haus in Essen-Rüttenscheid. Und was soll ich sagen: beides war richtig klasse. Glückwunsch an die Essener, nach der Lichtburg jetzt auch noch dieses Juwel zurückbekommen zu haben. Tolle Atmosphäre und wenn auch als Kino gebaut, für solche Konzerte eine wunderbare Location. Ich komme gerne wieder.
 
Aber jetzt zum „Könich“, alias Thomas Willemsen, und seiner Band „King Size Clan“. Ich hatte ja schon neulich von der mir bis dato unbekannten Seite des Fotografen Thomas Willemsen berichtet. Das Video auf der Website  war viel versprechend und jetzt die volle Bestätigung beim Live-Konzert: die Band fängt auf der Bühne an zu spielen und ein Typ in weißem Anzug und mit weißem Hut bahnt sich seinen Weg am Publikum vorbei auf die Bühne. Coole Gesten, coole Sprüche. Und die Show kann beginnen. Yeah! Gleich beim ersten Song „Saturday Night“ geht das Publikum mit. Ach ja, das Publikum. Erst mal, es war ausverkauft und alle Plätze belegt. Die Stimmung super und irgendwie auch ein bisschen Familienfest in Rüttenscheid. Mit anderen Worten dem „Könich“ seine Kreativkumpels aus der Rü 166, insgesamt acht Kreativunternehmen verschiedener Disziplinen, die beispielweise beim Festival ESSENS KREATIVE KLASSE eine gemeinsame Veranstaltung namens „Familienfest“ machen, waren da und viele andere bekannte Kreative aus der Essener Szene. Und alle in der gleichen Preisgruppe unterwegs, worauf der „Könich“ im Laufe des Abends auch gerne mal einen Seitenhieb austeilte, wenn er zwischen den Songs beim Blick ins Publikum Sprüche klopfte wie: „Och guck mal. Die sind ja alle grau. Grins. Ihr seid doch vonne anderen Straßenseite aus em Seniorenstift !" und damit auf das Alter der Gäste anspielte. Diese quittierten dies mit einem Lachen, denn natürlich kokettiert der „Könich“ mit seinem eigenen Alter, schließlich ist er selber vermutlich auch schon etwas ergraut, was aber er aber gut verdeckt, denn er trägt die Haare offen, will sagen, sie sind geschickterweise so raspelkurz, das man sie gar nicht mehr sieht.
 
Überhaupt schreckt der „Könich“ in seinen Anspielungen vor fast nichts zurück. Vor allem nicht vor sich selber. Ob es seine XXL-schlanke Figur ist oder das Songtexten nach 2 Kästen Stauder oder seine vermeintlichen Joggingläufe nach dem Konzert - „in dem weißen Anzug (den er angeblich in Größe 52 für 23,50 EURO bei Ebay ersteigert hat. >> Gelächter im geneigten Publikum) kann man auch gut nachts laufen“ - immer ist ein sympathisches Augenzwinkern dabei.
 
Welch Verwandlung: ein Sprücheklopfer, ein Komiker, ein Entertainer eben. Der „Könich“ ist auf der Bühne ein anderer aber dennoch kein Fremder. Zudem ein toller Sänger und Gitarrist. In der Pause war die Verwandlung von Thomas zum „Könich“ das Gesprächsthema. Und alle fanden es großartig, denn man spürt förmlich, dass dem „Könich“ der Spaß nur so aus den Poren quillt (ah, jetzt habe ich auch im nachhinein realisiert, warum der „Könich“ dauernd ein Handtuch um den Kopf oder um den Hals hatte ;-)
 
Bei aller Unterhaltung war natürlich die Musik das eigentlich wichtige an diesem Abend. Nun bin ich nicht versiert in der qualifizierten Beurteilung der wahren musikalischen Fähigkeiten. Also kann ich nur sagen. Mir hat es sehr gefallen. Die Interpretationen mehr oder weniger bekannter Songs und der Mix querbeet durch die Stilrichtungen boten viel Abwechslung. Nach der Konzertpause hielt es die Leute nicht mehr auf den Sitzen und es wurde gegroovt. Der Spruch von den legendären „Blues Brothers“, als sie in „Bob´s Country Bunker“ als die „Good Ole Boys“ auftraten und versicherten, sie könnten Country und Western, muss für den „King Size Clan“ um Rock, Blues, Jazz und Soul erweitert werden. Und als der charmante Möchtegern Prahlhans „Könich“ auf die große Anzahl der Gitarren auf der Bühne verweist, darunter passend zum 23,50 Euro-Outfit eine weiße Gitarre, sind diese eben keine reine Show, sondern vom Banjo, über Akustik-Gitarren bis hin zu den verschiedenen E-Gitarren kamen diese auch alle zum Einsatz.
 
Tja und die Band: auch die hatte Spaß und die Musiker sind auch alle im Booklet (sorry, ein Insider für die Konzertbesucher). Andreas Köhne am Schlagzeug wurde im Übrigen für die Band partiell bei den Essener Verkehrbetrieben „ausgeliehenen“. Dort ist er seit langem im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Zwischenzeitlich hatte er beim Festival von KREATIVE KLASSE RUHR im Duo mit dem Designer Michael Göke als „Die Zelten“ mit „Corporate Punk“ für Aufruhr gesorgt. Über die anderen kann ich nichts Persönliches sagen. Aber mit ihrer Spiellust haben sie das Publikum begeistert.
 
Heute ist noch ein Zusatzkonzert, denn die Premiere war schnell ausverkauft. Die CD gibt es bald auch im Handel und wer den „Könich“ mit dem „King Size Clan“ in Aktion erleben will, der gehe auf www.kingsizeclan.com und schaue sich den Music-Clip zum Song „Saturday Night“ an. Und weitere Konzerte gibt es demnächst sicher auch. Lohnt sich. Hingehen.
Do, 11.03.2010 0

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06.01.2010

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