
Naturgenuss á la Schleswig-Holstein
Immer öfter wird in der besseren Küche ein eindringliches Wort zu Gunsten „regionaler und jahreszeitlicher Produkte“ geführt.
Nicht nur Spitzenköche haben erkannt, dass man nicht immer weit reisen muss, um beste Zutaten für leckere Speisen kaufen zu können.
Genau das Gegenteil ist der Fall: Das Gute liegt oft ganz nah!
Schon seit einigen Jahren wird der Grundgedanke, gute Produkte aus heimischen Gefilden für kulinarische Höhepunkte zu nutzen in Schleswig-Holstein in Form eines Festivals umgesetzt. Das Natur-Genuss-Festival wird dort unter dem etwas ungelenken Titel „Stiftungsland- Genießerland“ geführt und zieht immer weitere Kreise.
Robustrinder im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt stehen dabei die Robustrinder. Von Juli bis Oktober bereichern bei 23 beteiligten Restaurants zwischen Sylt und Hamburg Menüs die Speisenkarte, die die Vorzüge des Fleisches der Naturschutzrinder besonders zur Geltung bringen.
Robustrinder, dazu gehören unter anderen Galloways, Hochlandrinder und Auerochsen, stehen das ganze Jahr über auf den wilden Weiden und sind dort als Landschaftspfleger im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass in der Flora und Fauna die Vielfalt erhalten bleibt. Dass das Fleisch der Tiere, die immer frische Wiesenkräuter fressen und niemals mit Kraftfutter oder ähnlich unnützem Zeug Vorlieb nehmen mussten, eine besondere Qualität und einen feinen Geschmack bekommt, versteht sich fast von selbst.
Diejenigen werden besonders erstaunt sein, die ansonsten eher Massenware auf dem Teller gewohnt sind. Neben dem Geschmackserlebnis tut man sich und seinem Körper auch Gutes, wenn man weniger und dafür besseres Fleisch isst. Diverse Fette und Cholesterin sind im Fleisch der "glücklich" und natürlich gewachsenen Ur-Rinder in verträglicherer Kombination enthalten.

Galloways im Naturschutzgebiet Höltigbaum(Foto: Matthias Friedemann)
Weitere, regionale Produkte, vom Käse bis Obstbrand, vom Obst bis zum Gemüse, machen die Stiftungsland-Menüs der Partner-Restaurants sicher auch für verwöhnte Gaumen zu einem Ereignis von Rang.
Das Veranstaltungsprogramm wird durch etwa 60 Veranstaltungen bei regionalen Produzenten und Events unter freiem Himmel im Stiftungsland abgerundet.
Das "Genießerland 2010" möchte mehr bieten als „nur“ Naturschutz-Gaumenfreuden. Die Verbindung zwischen Landschafts- und Geschmackserlebnis soll u.a. auf kulinarischen Wanderungen gefestigt werden. Auf einer der "Wilden Weiden" Aug in Aug einem mächtigen -aber gänzlich friedlichen- Auerochsen gegenüber zu stehen, dürfte gerade für viele Stadtmenschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch eine gewisse Ehrfurcht vor der Kreatur schaffen, die letztlich auf unserem Teller landet.
Kulinarisch sich ursprünglicher Produkte zu besinnen, die aus der Region kommen und im Einklang mit Natur und Kulturlandschaft erzeugt wurden, ist eine so gute Sache, bietet so viele Vorteile - und schmeckt auch noch gut -, dass man sich wundern muss, warum nicht langst auch in der Metropole Ruhr ähnliche Ideen aufgegriffen und offensiv umgesetzt werden.
Weitere Infos:
www.geniesserland-sh.de
www.sh-tourismus.de
Titelbild: Auerochsen (Foto: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein)
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Radikalpositionen
Wie immer im Leben: Jede Radikalposition ist schwer durchsetzbar.
Daher ist es ganz sicher für unsere Mutter Erde besser, wenn es -statt übeler Massentierhaltung- naturnahe Tierhaltung gibt.
Natürlich kann man jede Tierhaltung als Klimakiller und verwerfliches Gesamttun abqualifizieren.
Aber damit zu planen, dass alle Menschen plötzlich vegan leben, ist doch völlig aus der Welt.
Den Menschen hin und wieder ein Stück Fleisch auf dem Teller zu gönnen, dieses dann aber möglichst naturnah und umweltfreundlich zu "produzieren", ist gegen alle Radikalpositionen durchaus ein echter Beitrag zum Klimaschutz.
Lautes Gerede und Forderung von Maximalpositionen helfen NIEMANDEM. Schon gar nicht der Kreatur oder gar der Umwelt.
Im übrigen ist dieser Text keineswegs ein Promotiontext, der irgendeine Erleichterung für ein Gewissen bringen soll, sondern erlebte Realität, der ich deutlich mehr positive Aspekte abgewinnen kann, als den üblichen Massentierhaltungen.
Dass wir insgesamt unseren Fleischkonsum extrem reduzieren müssten, stelle ich gar nicht in Frage. Aber das werden wir nie und nimmer erreichen, wenn wir den Fleischessern versuchen, maximale Enthaltsamkeit aufzudrücken. Dett wird NIX!
Aber über den Umweg solcher Naturrinder (die natürlich genau so domestizierter Genschrott sind, wie jeder Hund und jede Katze, die sich bei uns so tummelt) kann man vielleicht zumindest etwas für Umwelt und Gesundheit erreichen.
Was ist Euch lieber?
Suggestion pur
Dieser Promotiontext strotzt nur so von suggestiven Begriffen, die letztlich nichts anderes bezwecken sollen, als dem lebewesenessenden Menschen sein schlechte Gewissen zu erleichtern. Bsp.: "bessere Küche", "zu Gunsten", "beste Zutaten", "leckeres Essen", "Das Gute", "gute Produkte", "kulinarische Höhepunkte" usw. --- Ob gewollt oder nicht, gibt dieser Werbebeitrag immerhin zu, dass es in erster Linie um die Gesundheit und den Geschmack des Menschen geht. "Neben dem Geschmackserlebnis tut man sich und seinem Körper auch Gutes, wenn man weniger und dafür besseres Fleisch isst." --- Der Begriff "Naturschutzrinder" ist wahrlich genial: Tiere essen zum Wohle der Natur. Das ist in etwa so nachvollziehbar, wie Bier trinken, um den Regenwald zu retten. --- Warum das in der Metropole Ruhr noch nicht aufgegriffen wurde? Hier wird Nutztierhaltung noch nicht so offensiv verklärt, sondern stattdessen weiter mit Wolllust die billige Massentierhaltungs-Currywurst verspeist.
Ehrfurcht vor der Kreatur
Ehrfurcht vor der Kreatur beweist man am besten, indem man sie erschießt und die Kehle durchschneidet, zersägt und halbiert, zerlegt und schließlich hübsch auf dem Teller drapiert. In das blutige Fleisch steckt man ein Fähnchen mit der Aufschrift "Naturschutzrind". Für diesen Begriff küssen die Züchter dem PR-Berater wohl immer noch die Füße und reiben sich die Hände. Denn ganz dezent kann abgelenkt werden von einem der Klimakiller überhaupt: der Fleischproduktion und der Aufzucht von Rindern.