Willi Thomczyk präsentiert seinen ersten Roman in Herne

Willi Thomczyk
Wo sonst die Haare fallen und die Scheren klappern, wird am 23.10. ab 20 Uhr gelesen, gegessen und musiziert.Im Schnittpunkt an der Freiligrathstraße 19 in Herne präsentiert
Willi Thomczyk seinen ersten Roman: „
Die Nacht des Huhns“, erschienen im Verlag
Haag & Herchen (1. Ausgabe 2009, 168 Seiten, Paperback ISBN: 978-3-89846-577-9). Der Öffentlichkeit ist Thomczyk bekannt als Film- und Fernsehschauspieler, ob als Camper Benno in der RTL-Serie „
Die Camper“ oder Polier Horst in dem Kinofilm „
Was nicht passt wird passend gemacht“ immer überzeugt er als „Mann aus dem Volk“. Kein Wunder ist er doch in einer oberschlesischen Bergarbeiterfamilie im Ruhrgebiet aufgewachsen und lebt immer noch dort. Nur wenige kennen Willi Thomczyk als Maler, Musiker und mit Literaturpreisen ausgezeichneten Dramatiker, dazu gehören unter anderem: Im Jahr 1997 der 2. Preis beim NRW Autorentreffen in Köln-Bonn, 1996 Hamburger Dramatikerpreis der Volksbühne oder 1994 den Förderpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW, um nur einige zu nennen.
Die Nacht des Huhns - darum geht‘s

Roman "Die Nacht des Huhns" von Willi Thomcyk
Der Roman spielt in den 60iger Jahren in einer
Zechenkolonie und handelt von der Beziehung zwischen einem 17-jährigen Jungen und dem alten Bergmann Viktor Kalischewski – kurz Kalli genannt. Der Junge ist inzwischen so alt wie Kalli, liegt schwerkank in einer Klinik und erinnert sich an die letzte Nacht an Kallis Sterbebett. Zwei Leben verschmelzten in jener Nacht und man weiß nie genau wer eigentlich wer ist. Der Roman ist sowohl eine Ode an die Freundschaft als auch ein Blick auf den Niedergang der Bergarbeiterkultur. Was ihn als Ruhrgebietsroman besonders macht, ist seine nicht folkloristische Sicht auf das Ruhrgebiet als Bollwerk des Wiederaufbaus nach dem Krieg. So etwas macht sich rar in der Literatur des Westens, die grade im
Kulturhauptstadtjahr inhaltslos und ohne Belang Ruhrkultur präsentiert. Da zählt Thomczyks Roman nicht zu und stellt sich quer. „Sein“ Ruhrgebiet liegt hinter den bunten Fassaden der Kulturhauptstadtwerbung. Nicht nur das „Glück Auf“,sondern auch das „Glück Ab“ beschreibt der Autor einfach, klar und ohne Nostalgie. Aber wer den Autor kennt, der weiß, dass bei ihm das Komische und das Tragische eng verknüpft sind und sein romantischer Ausblick in die Zukunft Traurigkeit mit Schönheit paart. Ob Erziehungsroman, Schelmenroman oder Sozialroman - eins ist der Roman auf keinen Fall: Unpoetisch und langweilig! Und zu seiner musikalischen Lesung mit Hühnersuppe kann man nur sagen: Thomczyks Pott kocht! Vorgestellt hat er seine Geschichte bereits auf der
Frankfurter Buchmesse. Als Hörbuch ist der Roman ebenfalls erhältlich.
„Wer etwas über das Ruhrgebiet erfahren will, sollte dieses Buch lesen“
Das Magazin Theater Pur 7/8 2010 empfiehlt: „Wer Willi Thomczyk kennen gelernt hat, weiß, seine Sprache ist direkt, schnörkellos und manchmal auch hart. So ist dieser Roman eines langen Abschieds sicher hart und realistisch, aber auch komisch und voller Poesie. Wer etwas über das Ruhrgebiet erfahren will, sollte dieses Buch lesen."
„Ich war hin und her gerissen, angezogen und abgestoßen. Von der Kraft und ja, der Poesie in den Bildern angezogen, abgestoßen vom Saft und der Härte, der Kälte der Situationen und der Kühle dieser Welt. Und doch, es ist Literatur, mag sie auch nicht von Schönheit strotzen und es ist Literatur, weil sie derb ist wie das Leben, kalt wie das Schicksal und immer wieder mit Momenten der Ruhe, des Friedens, des glücklichen Augenblickes, der die gnadenlose Welt ein wenig erhellen kann.“
Fotos: Willi Thomczyk
www.willi-thomczyk.deÄhnliche Beiträge