Messages from the Darkroom

Künstler: Alexander Nicolas Gehring

Projektbeschreibung

Messages from the Darkroom befasst sich mit der Verbindung von Okkultismus und Photographie. Parallel zum Einzug der Photographie in die Geschichte der neueren Medien entstand um 1900 eine Welle okkulter Wissenschaften, die sich der Photographie als Medium vermeintlich unbeirrbarer, da rein technischer Realitätswiedergabe, zur Beweisführung parapsychologischer Phänomene bedienten. Photographien von Geistern, Phantomen und übernatürlichen Ereignissen waren das Ergebnis dieser im Abseits der Öffentlichkeit entstandenen Forschungen, die durch ihre Obskurität eine Sonderstellung in der Geschichte der Photographie einnehmen.

Ausgehend von historischen Photographien des Münchner Arztes Albert von Schrenck-Notzing, die von 1912–1924 entstanden sind und die vermeintlich übernatürliche Phänomene, produziert durch Trancemedien, zeigen und beweisen sollten, versucht die Arbeit Messages from the Darkroom dem Wunsch nachzugehen magische Prozesse mittels eines technischen Apparates aufzeichnen zu können und der damit verbundenen, scheinbaren, Unmöglichkeit dieses Vorhabens

Die Arbeit stellt Verknüpfungen von Photographie und Okkultismus heraus, um im Grenzgebiet von photographischer Wahrheit und möglicher Fiktion die Photographie auf ihr magisches Potenzial hin zu betrachten. Es werden Verbindungen gezogen zwischen okkulter Praktik und photographischer Technik, die sich beim genauen Betrachten in ihren Zeichen und ihrem Sinn gleichen: So wird die photographische Dunkelkammer zum Séanceraum, genauso wie der technische (Photo-)Apparat die Rolle des Mediums in Trance einnimmt. Dies führt unumgänglich zu einer Synchronisation von photographischen und magischen Prozessen.

 


Über den Künstler

Alexander-Nicolas Gehring

geb. 04.10.1981 in Bielefeld

 

Geboren und aufgewachsen in Bielefeld. Nach meinem Abitur im Jahre 2001 habe ich eine dreijährige Assistenz bei einem Bielefelder Fotografen begonnen und dort alle wichtigen Elemente der Werbefotografie gelernt und selbst praktisch anwenden können. Im Anschluss absolvierte ich von 2003 – 2005 erfolgreich eine Ausbildung zum Mediengestalter in einer Werbeagentur und darauf folgend begann ich 2005 mein Studium der Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld. Hier studierte ich unter Anderem bei Prof. Katharina Bosse und Prof. Roman Bezjak. Die Arbeiten der ersten Semester behandelten durchgängig Ideen zu einem ambivalenten Umgang mit Aspekten des klassischen Portraits. Hier interessierte ich mich weniger für das Offensichtliche oder das Bildliche, als für das Verschwinden und das Verstecken innerhalb des fotografischen Bildes. Ein wichtiges Element wurde dabei die Maskerade die den Körpern in meinen Bildern ein partielles Verschwinden ermöglichte. Die ersten Arbeiten konnte ich 2006 innerhalb der Gruppenausstellung Junge Freunde in der Kunsthalle Bielefeld ausstellen.

Parallel dazu wurde ich ab 2005 aktives Mitglied der Künstlervereinigung Artists Unlimited in Bielefeld. Der eigenständige Verein leitet seit 25 Jahren eine eigene Galerie und vergibt jährlich mehrere internationale Gastkünstlerstipendien und trägt so maßgeblich zum Bielefelder Kulturleben bei. Hier organisierte und kuratierte ich Ausstellungen mit fremden und eigenen Arbeiten, so zum Beispiel die Gruppenausstellung chasing ghosts, die eigene Arbeiten zusammen mit Arbeiten sechs weiterer - teils internationaler  Künstler - 2009 in der Galerie zeigte. Im gleichen Jahr folgten die beiden Gruppenausstellungen Gaby und fame‚ in den Hamburger Galerien ‚Kunstleben‘ und ‚Hinterconti‘.

Weitere Gruppenausstellungen an denen ich teilnahm wurden hochschulintern organisiert und entstanden entweder innerhalb von Seminaren oder wurden in einer eigenständigen Kuration zusammengestellt. So entstand aus einem Kurs zur Kunst der deutschen Romantik (in Zusammenarbeit mit den Professoren Roman Bezjak und Anna Zika) die Gruppenausstellung fragment.romantik, die 2009 unter Anderem im Forum für Fotografie Köln und während des Monats der Fotografie in Bratislava gezeigt wurde. Hier war ich teilnehmender Künstler so wie kuratorisch tätig. Innerhalb dieses Kursprojektes und darüber hinaus, beschäftigte ich mich intensiv mit den Ideen der Romantik des 18. Jahrhunderts und ihrer Interpretation im fotografischen Bild, sowie mit Überlegungen zu einer Aktualisierung einer romantischen Idee im 21. Jahrhundert.

Im gleichen Jahr erhielt ich durch ein Stipendium des DAAD die Möglichkeit am London College of Communication ein Gastsemester zu absolvieren. Hier lernte ich bei unter Anderem bei Wiebke Leister und Beverly Carruthers. In dieser Zeit konnte ich meine in England entstandenen Arbeiten in der Sassoon Gallery in London innerhalb einer Gruppenausstellung präsentieren. Zwei weitere Gruppenausstellungen im Ausland fanden in zwei Galerien in Tokio 2009 statt. Begleitend zu den beiden Ausstellungen mit dem Titel tender constructions in der Gankagarou Gallery und der Someones Garden Gallery, erschien ein selbst publizierter Katalog. Im Frühjahr 2010 nahm ich an einem Fotoprojekt zu der Ausstellung Ich sehe was, was du nicht siehst teil, die in der Documenta Halle in Kassel gezeigt wurde und Kunst von Künstlern mit Autismus vereinte. Parallel zu der regulären Ausstellung wurde von Autismus Deutschland E.V. das Fotoprojekt initiiert, bei denen Fotografen Künstlerportraits der ausstellenden Künstler anfertigten, die in die Ausstellung mit aufgenommen wurden. Begleitend zu der Ausstellung in Kassel erschien beim Kerber Verlag ein Katalog in dem auch das Fotoprojekt vorgestellt wurde. Weitere Künstler dieses Projektes waren unter Anderem Herlinde Koelbl und Wiebke Loeper. Die Künstlerportraits wurden nach der Ausstellung in der Documenta Halle in Kassel noch in der Kunsthalle Faust in Hannover und im Kunstwerk in Arnsberg gezeigt. 2010 nahm ich ebenfalls bei der Gruppenausstellung Wir und die Anderen in der Berliner Galerie Kurt im Hirsch teil. Ab Frühjahr 2011 begann ich an meiner Diplomarbeit Messages from the Darkroom zu arbeiten, die ich unter der Betreuung von Katharina Bosse in diesem Sommer erfolgreich abgeschlossen habe und bei der Abschlussausstellung Examina in der Fachhochschule Bielefeld präsentieren konnte. Im diesem November nehme ich beim Brighton Photo Fringe 2011 teil.

Ich lebe und arbeite seit 2010 in Berlin.

 

 

Ausstellungen:

• Brighton Photo Fringe

• Examina, Fachhochschule Bielefeld

• ueber Nacht, Kunstwerk Arnsberg

• Wir und die Anderen, Kurt im Hirsch, Berlin

• Ich sehe was, was du nicht siehst, Kunsthalle Faust, Hannover

• Ich sehe was, was du nicht siehst, Documenta-Halle, Kassel

• Tender Constructions, Soemeones Garden, Tokio

• Tender Constructions, Gankagarou Gallery, Tokio

• chasing ghosts, Artists Unlimited Galerie, Bielefeld

• chasing ghosts, Sassoon Gallery, London

• fragment.romantik, Monat der Fotografie, Bratislava

• fragment.romantik, Forum für Fotografie Köln

• fragment.romantik, Stadtmuseum, Halle (Saale)

• Gabi, Galerie Kunstleben, Hamburg

• Private Dancer, Hinterconti, Hamburg

• 20 Jahre Artists Unlimited, Hochbunker Bielefeld

 

 

Über been out, vol. 1
been out, vol. 1 ist ein spartenübergreifendes Ausstellungslabor für junge Gegenwartskunst und künstlerische Innovationen aus den Bereichen zeitgenössischer Kunst, Medienkunst, digitaler und Gegenwartskultur. In Zeiten von Crossmedia und viralem Marketing fragt been out, vol. 1, organisiert von Bohème Précaire in Kooperation mit 2010LAB.tv, danach, wie die Kunst der „Digital Natives“ aussieht. Wie reflektiert Kunst dieses kulturelle Phänomen, wie arbeitet sie mit ihm, geht sie mit ihm um, reagiert sie?

Aufbrechen, die Perspektive wechseln, nach draußen gehen – been out, vol. 1 – das 3. Bohème Précaire-Festival für junge Gegenwartskunst – bedeutet:
Bewegung. Weg vom elitären Kunstbegriff, hinein in den Stadtraum. Gemeinsam mit den KünstlerInnen unternimmt "been out, vol. 1" den Versuch, eine neue Art von interdisziplinärem Wissen durch Austausch und kollaboratives Arbeiten zu erschaffen, neue Positionen zeitgenössischer Kunst vorzustellen, zukünftige Projekte zu konzipieren und sie umzusetzen. Im Mittelpunkt des Calls steht die Auseinandersetzung von künstlerischen Strategien mit öffentlichen, urbanen Räumen.
kunst.labor ist die Online Galerie von been out, vol. 1.
Weitere Informationen: www.bohemeprecaire.com
Und: www.facebook.com/beenout
 

Mo, 31.10.2011 0

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Über den Autor

29.09.2011

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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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