
Living in the deconstructed Age – „Vielleicht hat noch keiner verstanden, wie das hier eigentlich nicht mehr aussieht“
- Serie: Kunst
Beim Reinhören in einen Beitrag von P.Sloterdijk hier im Lab musste ich schon wieder nach 30 Sekunden ausmachen. So abgeklärt bin ich jedenfalls lange nicht und da mein letzter Beitrag hier ,Die K-Frage?‘ doch eher verschmiemelt an die immer gleiche Frage herantritt, versuche ich es hier nochmal ein bisschen mehr von vorne.
Lagebericht
Um ein wenig Verständnis für die geistige Lage der nachwachsenden Menschen, der jungen Menschen, also der, die jetzt so 30 werden- denn für andere will ich hier nicht sprechen- auch wenn ich mir nichtmal anmaßen will, überhaupt für andere zu sprechen. Wobei ich mir andererseits alles anmaßen kann, wenn ich überzeugt bin, dass dieses WIR von dem ICH spreche real ist, weil mein Wir-Gefühl es real macht. Aber diese Haltung ist wohl erst nach zahllosen gedanklichen Schleifen nachvollziehbar und diese zu erklären wird sicher mein Leben lang dauern.
Stop the Zombies
Aber es muss ja schnell gehen. Wenn ich auf eine rundum gelungene Erklärung warte, dann sehe ich eher ein Szenario, wie es Werner Tübke in seinem Bauernkriegpanorama dargestellt hat: nach langen Beratungen sind die aufständigen Bauern, einst in der Überzahl, outnumbered und umzingelt und werden niedergemetzelt. Tja, auch wenn`s so dramatisch vielleicht nicht ausgehen wird- aber auch nur vielleicht- und auch nur wenn die totale Zombifizierung, das Scheintot-werden der gesamten Weltbevölkerung nicht als Gemetzel interpretiert werden will bzw. soll bzw. darf, wer weiß...
Deconstructed Age
Na, wie auch immer...Dekonstruktion- wer weiß das schon...Postmoderne – hätt ich gerne...Poststrukturalimus klingt ganz lustig und Systemtheoretisch betrachtet, ist die Mehrheit geistig umnachtet. Wissenschaftliche Schlagwörter- was ich mit diesen Reimen und Reihen sagen will: Die heuristisch-analytische Semiose des Diskurses ist obsolet...haha...ich mein natürlich: scheiß drauf- Bedeutungslosigkeit ist immer noch ein Gefühl und nur da ist es für mich von Interesse.
Kennen Sie: Bedeutungslosigkeit
Kennen Sie gewiss aus dem Alltag. Kennen Sie gewiss, weil Sie umgeben sind von sinnleerem Geschwafel: bzw. (besser) umgeben von Worten, an denen selbst nicht im Geringsten erkennbar ist, was sie bedeuten. Oder noch anders: Worte zu verdrehen, zu entfremden, zu vertauschen, zu ironisieren und sie, wie manche sagen, zu vernichten, zu missbrauchen usw.: Das ist Alltag. Werbung oder Berlusconi- jeder sagt es irgendwie, jeder weiß es ist gelogen, aber das allein ist ohne Konsequenz. Und da liegt der totgefahrene Hase im Pfeffer. Es bedeutet auch nichts mit Worten irgendwas zu veranstalten. Ihr Bauchgefühl, das ist bedeutungsvoll, der Rest ist, polemisch gesagt, Unterhaltung.
Konsequenzen für subversive Tendenzen
Also, sagen lässt sich nix mehr...Beispiel: Wer ,Revolution‘ sagt, könnte auch eine neue Management-Methode meinen und wer ,Freiräume‘ sagt vielleicht seine leerstehende Bürofläche. Was das jetzt für ein Allerlei an Konsequenzen für die tägliche Praxis, insbesondere hinsichtlich der Verarbeitung akuter Wut auf die gesellschaftlichen Verhältnisse bedeutet, bleibt an dieser Stelle unverständlich, aber vielleicht wissen Sie ja Bescheid.
Und wenn schon.
- Die K-Frage?
- Künstlerischer Widerstand – Skizzen zur Inversion
- Die kreative Stadt braucht Sinn-Resourcen - eine Polemik
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