Liebe Liebe Liebe 3: Hagen Rether schlägt wieder zu

Mit ziemlich "neuer" Musik am Klavier empfängt der Folkwang-Absolvent und vielfach dekorierte Essener Kabarettist Hagen Rether seine Zuhörer zu Hause. "Steinweh" heißt die Nummer. Die folgenden Vokaltracks "Schokolade", "Pop", "Licht" oder "Schnapsmohn" und lassen ebenfalls nicht erahnen, dass sich auch hinter ihnen die gewohnte politische Schärfe verbirgt.

Wer sich ein bisschen mit Hagen Rether befasst hat, wird davon nicht überrascht sein, zumal sich die Feinbilder des Essener Kabarettisten nicht ändern. Das liegt vor allem daran, dass Rether keine verschiedenen Programme zeigt, sondern teilweise tagesaktuelle Reaktionen auf politisches Geschehen, die nur alle paar Jahre mal für ein Hörbuch zusammengefasst werden. "Liebe 3" ist nun das dritte.

An Stil und Feindbildern hat sich entsprechend wenig geändert. Kirche, Koch oder die frisch gewählte Koalition werden in gewohnter Präzision analysiert und auseinander genommen. Dabei spricht Rether so nachdrücklich und pointiert (und in starker Stimmpräsenz aufgezeichnet), dass man auch nach den absurdesten Vergleichen wie dem von Spekulanten und islamischen Terroristen den Schießbefehl auf Manager gutheißen möchte.

"Das ist nicht lustig"

Ist es eigentlich Absicht, dass Rether das Thema Ruhrgebiet vollkommen außen vor lässt, zu dem er sich vorher schon in sehr pointierter Weise geäußert hat? Vielleicht ist es ein bewusster Vezicht, denn Bezugspunkte zu seiner Heimat vermeidet Rether, verwendet weder entsprechende Kleidung, noch Akzent wie die Kollegen Stratmann oder Knebel. Sein Ziel ist nicht der kleine Mann, sondern das große Ganze. "Das ist nicht lustig", bemerkt Hagen Rether als das Publikum mal wieder über etwas eigentlich sehr unschönes lacht. "Aber offensichtlich hat irgendein Blödmann mal die Losung rausgegeben, dass wir ja alles verlieren dürften, nur nicht unseren Humor. Und genau so ist es ja auch gekommen."

(Foto oben: Klaus Reinelt)

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Mi, 19.05.2010 1

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Das leblose Foto von Klein Reinelt ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie wenig ästhetisches Bewusstsein viele (Klein-)Künstler (bzw. ihre Agenturen/Labels) hinsichtlich ihres äußeres Erscheinungsbilds haben. Als Redaktionsassistent stoße ich Monat für Monat über Hunderte solche optisch grausamer Künstlerportraits. Noch viel schlimmer allerdings ist die Tatsache, dass viele Veranstalter die Redaktionen gar nicht mit Fotomaterial bemustern. Oder aber es ist von der Auflösung her von so minderer Qualität, dass es nicht printfähig ist. Insbesondere städtische Pressestellen fehlt es am nötigen Bewusstsein oder schlicht an der Fachkompetenz, eine anständige Pressearbeit zu machen. Der ein oder andere potenzielle Besucher wird sicher auch aus diesem Grund ab und an zu Hause bleiben, bzw. eine Zeitung/Zeitschrift verzichtet vorab auf eine Ankündigung.

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06.01.2010

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