
Lest, schreibt, tanzt... sonst sind wir verloren!
Noch bis zum 16. Juni wird die Schwebebahnstadt zur Literaturhochburg
In der Stadthalle Wuppertal feierten die Organisatoren gemeinsam mit 100 Gästen den Auftakt der Literaturbiennale.

Das Kulturbüro der Stadt stürzte sich gemeinsam mit freiwilligen Schreibern und Literaturexperten auf die Planung des Sommerhighlights: Die erste Wuppertaler Literaturbiennale! Unter dem Flaggschiff-Motto 'Freiheit' werden zehn Tage lang Schriftsteller von Rang und/oder Namen die Stadt bespielen und mit ihren Werken in Kirchen, im Botanischen Garten und in der JVA auftreten.

So erklärt es Monika Heigermoser vom Kulturbüro. "Nicht nur, weil er das Motto 'Freiheit' perfekt untermalt, sondern auch, weil wir in der arabischen Welt gerade der Geschichte beim Entstehen zusehen können!"
Am Vorabend des langen Fronleichnam-Wochenendes eröffneten die Veranstalter gemeinsam mit den prominenten Gästen aus Syrien und Ägypten, Chalet al-Chamisi und Samar Yazbek, das Literaturspektakel im Mendelssohn-Saal der Stadthalle. Begleitet von orientalischen Klängen, die die Musikhochschule Köln aus ihren Instrumenten hervorlockte, führte die Journalistin Asli Sevindim fröhlich durch den Abend. Sie schaffte es auch, die nervösen Ansprachen der Bürgermeisterin Ursula Schulz zu überspielen, genauso wie die zwanzig-minütige Ansprache des Politologen Michael Lüders zum Thema des politischen Wandels im Nahen Osten als Highlight des Abends zu verkaufen. Allgemeines Atemstocken verursachte die Beschreibung der Gewalt des syrischen Systems durch die Schriftstellerin Samar Yazbek. Sie floh gemeinsam mit ihrer Tochter schon vor Jahren aus ihrem Heimatland, als sie ihren Namen auf der Todesliste des Geheimdienstes wiederfand. Zwischen Blutrausch und Vergewaltigung der Menschenwürde fiel es vielen schwer, die Fassung zu wahren.

Als gegen 10 Uhr die Besucher aus dem Mendelssohn-Saal strömen, ist die Vorfreude größer als die Begeisterung. Schließlich stehen für Wuppertaler und ihre auswärtigen Gäste in den nächsten Tagen so einige Highlights auf dem Programm: Zwischen politisch unkorrekten Poetry-Slams, der Büchnerpreis-Trägerin Felicitas Hoppe, Literatur-Tanz-Compilations und Nobelpreisträgerin Herta Müller, die mit ihrer Lesung die Biennale beenden wird, besteht mehr als genug Wahlfreiheit.
Karten gibt es hier, für den Lesespaß übernimmt das Kulturbüro die Verantwortung, fürs Wetter niemand!
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