Reithalle A des Theaters Potsdam

La Rencontre de Potsdam - Die Generalversammlung 2011

Was bietet das Netzwerk Les Rencontres in 2012?

Am letzten Oktoberwochenende tagte die Association Les Rencontres in Potsdam. In der Reithalle A, dem Spielort der Kinder- und Jugendtheatersparte des Hans Otto Theaters, ging es an drei Tagen um europäische Kulturpolitik. Auf der Generalversammlung präsentierte das internationale Netzwerk der europäischen Städte und Regionen für Kultur die Ausschau auf seine für das Jahr 2012 geplanten Aktivitäten.

 

 

Präsident Roger Tropeano eröffnete die Generalversammlung mit einem selbstkritischen Aufruf. Wie sind Les Rencontres mit Brüssel, der Europäischen Kommission verbunden? Jetzt ist die große Gelegenheit für die Zeit nach 2019 und ab 2020 Einfluss zu nehmen. Aus den Ergebnissen der kommenden Treffen heraus werden Brüssel detaillierte und konkrete Gestaltungsvorschläge für die Zukunft der europäischen Kulturpolitik unterbreitet.

 

Maastricht und seine Jubiläen

Für das Jahr 2012 hat sich Les Rencontres viel vorgenommen. Das erste Treffen wird im kommenden März in Maastricht stattfinden. Vizepräsidentin Odile Wolfs stellte die Inhalte der Tagung in der niederländischen Stadt vor. In Maastricht sind gleich drei wichtige Geburtstage zu feiern. Mit ihrer Unterschrift regelten 1992 die damaligen Staaten der Europäischen Gemeinschaft im Vertrag von Maastricht die Gründung der Europäischen Union. Eine Hauptabsicht lag damals auf der Stärkung der Kultur. In der neuen Union sollte sie gleichberechtigt neben der Wirtschaft stehen. Was ist daraus geworden? 20 Jahre später nehmen Les Rencontres den runden Geburtstag zum Anlass, um in ihrem Lenkungsausschuss über die aktuelle Gewichtung und den momentanen Stellenwert von Kultur innerhalb der Europäischen Union kritisch zu reflektieren.

Ebenfalls zwanzig Jahre alt wird der Vertrag von Malta, der den Schutz des archäologischen Erbes regelt. Auch hier werden Les Rencontres nachhaken und die 1992 formulierten politischen Absichten an dem heutigen Status Quo messen.

Typisch für Les Rencontres ist die Praxisbezogenheit der Treffen. So werden in Maastricht die bildende Kunst und der europäische Kunstmarkt zu einem weiteren Schwerpunkt auf der Agenda. Die 25. Ausgabe der The European Fine Art Fair (TEFAF) lädt zum Kunstgenuss ein. Les Rencontres fragen dabei nach dem Einfluss von Gemeinden, Städten und Regionen auf die Entwicklung des europäischen Kunstmarktes. Was könnte zu einer engeren Einbindung aller Beteiligten führen?

 

Das slowenische Maribor wird 2012 Kulturhauptstadt Europas sein. Les Rencontres bereitet für April sein Jahrestreffen dort vor. In Maribor werden lokale Behörden die Möglichkeit haben, ihre Kulturprojekte als Good Practice Beispiele zu präsentieren. Workshops sollen untersuchen, inwieweit Kultur an sozialen Grenzen rühren, bzw. diese überbrücken kann.

 

Was ist los in Europa?

Im Juli wird Avignon – nun schon zum dritten Mal – Veranstaltungsort. Während des Festival d´Avignon wird Les Rencontres den Schwerpunkt ganz auf die Kulturhauptstadt Europas und der nahen Zukunft dieses Programms legen. Zusammen kommen werden hier Städte, die Kulturhauptstadt Europas waren, jene, die bereits ausgewählt sind und bald Kulturhauptstadt sein werden, dann diejenigen, die sich gerade als Kandidaten für die Kulturhauptstadt bewerben und eben solche Städte, deren Kandidatur scheiterte. In dieses große Austauschtreffen sind die Universität Avignon und das Netzwerk der Universitäten der Kulturhauptstädte Europas (UNeECC) ebenso mit eingebunden wie Regierungsmitglieder der Staaten und Mitglieder der Europäischen Kommission. Angeboten werden also konkreter Rat und Hilfe für die kommenden Ausrichter und Bewerber. Dieser Dialog der Kulturhauptstädte Europas soll aber auch mögliche Handlungsszenarien für die kommenden acht Jahre des Programms entwickeln, die der Europäischen Kommission als Empfehlung angetragen werden.

 

Strategie Europa 2020

Im Herbst ist auf Zypern für Les Rencontres eine Premiere geplant. Über 100 Teilnehmer sollen an einem großen europäischen Campus teilnehmen. Zypern wird im Oktober 2012 den Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne haben. Wie sehen konkrete Modelle und Ideen für ein zukünftiges Programm Kulturhauptstadt in der Zeit nach 2020 aus? Expertenvorträge und Workshops sind hier gefragt, um an drei Tagen eine möglichst handfeste Strategie für Europa 2020 zu erarbeiten, bzw. der Europäischen Kommission in Aussicht zu stellen.  

Auf Zypern soll auch die kommende Generalversammlung von Les Rencontres abgehalten werden.

 

Zagreb wird im Spätherbst 2012 Treffpunkt für ein High-Level Seminar, das Wissenschaftler, Künstler, politische Mandatsträger und leitende Kulturarbeiter zusammen bringt. Die spannende zentrale Frage lautet hier: Kulturelle Zusammenarbeit als Faktor zur Integration auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene. Partner sind das Onlineportal Culturelink, die nationalen Verbände der Directors of Culture and Arts (DAC) und die gerade in Andalusien entstehende “The Confederation of Directors of Culture and Arts of local and regional authorities in Europe and in other continents.”

Kroatien tritt 2012 der Europäischen Union bei.

 

 

Und noch eine gute Nachricht: Bei Les Rencontres bezahlen die Mitgliedsstädte, Regionen und Kommunen Beiträge, aus denen sich das Netzwerk mit seinen Aktivitäten finanziert. Trotz angespannter finanzieller Lage konnte Schatzmeister José A. Dielens allen Mitgliedern von Les Rencontres versichern, dass die Beiträge für 2012 nicht angehoben werden.

Do, 03.11.2011 0

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08.03.2010

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