Kurzkritik zum Abend: Horst Schimanski aus Köpenick

Ein junger Polizist ist scheinbar verzweifelt am täglichen Kampf mit Jugendgangs und erschießt sich mit seiner Dienstwaffe. Was wie platte Gesellschaftskritik anläuft, entwickelt sich zu einem spannenden Krimi über Korruption und Politik. Und was eindeutig aussieht, lässt ein Schimanski nicht auf sich beruhen.

Böse Zungen würden jetzt schreiben: Schimanski spielt doch in Duisburg und da ist der Sumpf doch bekanntlich tiefer als anderswo. In diesem Fall haben sie Recht. Das kann man ja immerhin als etwas Lokalkolorit sehen, das dem neuen Schimanski sonst leider ein wenig fehlen will.

Zwar gelingen die ruhrgebietstypischen Kontraste aus dreckigen Höfen und sterilen Innenstädten, sonst kommt „Schuld und Sühne“ leider nicht weit über Szenen in und vor Zechen hinaus. Der nette türkische Dönerverkäufer mit Currywurst-Pommes-Schranke im Angebot, bei dem Schimanski auch immer auf Deckel „zahlt“, ist schon fast ein wenig jenseits der Grenze des guten Drehbuchschreibens. Zurück zur Geschichte: Hier hängen die lieben Kollegen des Toten mit drin, nicht zuletzt auch weil sie es Leid sind, dass sie mittlerweile schon von Zehnjährigen anspuckt werden. Dann muss natürlich auch der Name "Marxloh" Richtung Ende noch einmal ausgesprochen werden.

Ansonsten ist und bleibt Schimanski natürlich ein Krimi erster Güte, der aber eher durch die spannende Figur besticht, der besonders gegen Ende neue Facetten verliehen werden. Ein derart nachdenkliches Ende war der Reihe bislang nicht vergönnt. Vermutlich stößt selbst das Abziehbild eines rustikalen Ruhrermittlers irgendwann an die Grenzen der Belastbarkeit, so dass es irgendwann sogar für Gefühlsregungen reicht.

Amüsant ist obendrein wie Schimanski weder von seinen ehemaligen Kollegen noch von den Dealern auf der Straße ernst genommen wird, weil er „doch kein Bulle mehr ist“. Da wird Schimanski nach seiner Pensionierung gar der neue Hauptmann von Köpenick.

Foto: Falke, WDR

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Mo, 31.01.2011 0

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06.01.2010

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