
Kulturplanung Dortmunder U - Teil 3 Vorlage im Rat und Integration in den Stadtumbau
- Serie: CREATIVE QUARTERS RUHR
Neue Nutzungsmöglichkeiten von ehemals industriell genutzten Immobilien und Standorten, die durch den Strukturwandel ungenutzt brach liegen, zu finden, ist wichtige Aufgabe im Ruhrgebiet. Die Entwicklung der Union Brauerei am Rande der Dortmunder City brauchte über zehn Jahre und den Einfluss von Zwischennutzungs-, Stadtumbau- und Kulturhauptstadtaktivitäten um konzeptionell ausgestaltet und mehrheitlich befürwortet zu werden. Die Bedeutung des Wandels durch Kultur für die Städte der Metropole Ruhr wird am Beispiel des Dortmunder U, der Gründung eines innovativen Kulturinstituts, das auf das umliegende Quartier als Initialzündung wirkt, deutlich. Ein Bericht in fünf Teilen beschreibt diesen Prozess.
Viel Raum für Kultur
Der Dortmunder Oberbürgermeister sprach sich trotz massiver Gegenstimmen vehement für den Museumsturm und die Verlagerung des Museums am Ostwall in diesen aus und stellte 2005 dem Rat ein Museumskonzept für den U-Turm vor. Dies sah die städtisch betriebene Nutzung nahezu des kompletten U-Turms vor. Auf ca. 16.000 qm Bruttogeschossfläche sollten folgende Funktionsbereiche eingerichtet werden: Dauerausstellung mit Sammlung des Museums am Ostwall, Medienkunst und Dependance der Berliner Nationalgalerie (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Wechselausstellungsfläche für große und kleine temporäre Ausstellungen, Ausstellungsraum für die Graphische Sammlung, Räume für ein Kinderkunstmuseum und Museumspädagogik, Studienbereich mit Graphischer Sammlung, Bibliothek, Studien- und Lesesaal, Vortrags- und Projektionssaal, Lounge für die Freunde des Museums, Eingangsbereich mit Foyer, Café-Restaurant, Museumsshop, Depots für die unterschiedlichen Sammlungsobjekte (Gemälde, Graphik, Skulptur, Medienkunst) sowie Werkstatt und Technischer Dienst, stockwerksbezogene Sonderflächen für Haustechnik und Verwaltung und Personalbereich (Museumsmitarbeiter).
Streit um langfristig hohe Kosten
Die Vorlage wurde im Rat der Stadt heftig umstritten. Die Investitionskosten in eine unbekannte bauliche Substanz und insbesondere die langfristigen hohen Betriebskosten eines derart großen Museums forderten eine starke Legitiemierung. Nach heftigen Lageraustäuschen für und gegen die kulturelle Umnutzung des U-Turms wurde das U-Areal 2006 in das Stadtumbaugebiet Rheinische Straße integriert. Das U-Areal sollte als Eingangstor von der City in das benachteiligte Quartier Rheinische Straße agieren und damit den Brückenschlag in den Stadtteil bilden. Der U-Turm sollte dabei als Initialzündung für die städtebauliche und wirtschaftliche Transformation stehen und als kultureller Leuchtturm eine neue Ära des Strukturwandels einleiten. Die Politik wehrte sich gegen dieses zielbestimmende Vorgehen der Verwaltung und strich den Passus des U-Turms aus der Entscheidung für den Stadtumbau heraus. Dennoch war diese Strategie im Nachhinein zur Einwerbung von Fördermitteln ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der kulturellen Umnutzung des U-Turms und der Entwicklung des U-Areals.
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Fr, 31.12.2010
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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
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