
Kulturplanung Dortmunder U - Teil 1 Raumbedarfe und Standortfragen
- Serie: CREATIVE QUARTERS RUHR
Die kulturelle Umnutzung des Brauereihochhauses Dortmunder U: Ein Bericht über den Wandel vom kommunalen Streitgegenstand zum Leuchtturmprojekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010
Neue Nutzungsmöglichkeiten von ehemals industriell genutzten Immobilien und Standorten, die durch den Strukturwandel ungenutzt brach liegen, zu finden, ist wichtige Aufgabe im Ruhrgebiet. Die Entwicklung der Union Brauerei am Rande der Dortmunder City brauchte über zehn Jahre und den Einfluss von Zwischennutzungs-, Stadtumbau- und Kulturhauptstadtaktivitäten um konzeptionell ausgestaltet und mehrheitlich befürwortet zu werden. Die Bedeutung des Wandels durch Kultur für die Städte der Metropole Ruhr wird am Beispiel des Dortmunder U, der Gründung eines innovativen Kulturinstituts, das auf das umliegende Quartier als Initialzündung wirkt, deutlich. Ein Bericht in fünf Teilen beschreibt diesen Prozess.
Das Kellereihochhaus der ehemaligen Union Brauerei ist Mittelpunkt einer innerstädtischen Brache, die seit Anfang der 1990er Jahre durch Auflösung der Brauereinutzung in einem langen Dornröschenschlaf verharrte und heute als Metropolenkompetenzzentrum für Kreativwirtschaft des Ruhrgebiets entwickelt wird. Auffallend und namensgebend fungiert das 9 Meter hohe goldene U, das nachts beleuchtet als ehemaliges Firmenlogo das massiv aufgeständerte Dach des Turms schmückt. Als architektonisches Wahrzeichen der Stadt Dortmund hat sich das Dortmunder U durch einen langjährigen und konfliktreichen Kulturplanungsprozess vom ungenutzten Überbleibsel eines ehemals weltweit bekannten Brauereistandorts zum Symbol für die kulturelle und kreativwirtschaftliche Ausrichtung der Stadt- und Regionalplanung entwickelt. Dabei beruht der Kulturplanungsprozess Dortmunder U auf zwei unterschiedlichen Planungen: Thematisch auf der Erweiterungsplanung des Museums am Ostwall und standortbezogen auf der neu zu findenden Nutzungszuweisung des brachliegenden U-Areals.
Das Museum am Ostwall ist seit Ende des Zweiten Weltkriegs überregional als wichtige Einrichtung für die Kunst des 20. Jahrhunderts bekannt. Die vom Museum seit jeher genutzte Immobilie, das ehemalige Oberbergamt, ist stark sanierungsbedürftig. Insbesondere der als Archiv genutzte feuchte Keller bildete für die museale Sammlung ein ernstzunehmendes Risiko. Hinzu kam, dass das Haus dem Museum zu klein wurde. Im Jahr 1990 konkretisierte das Museum am Ostwall zum ersten Mal instrumentell durch einen Museumsentwicklungsplan nötige Entwicklungsmaßnahmen der Einrichtung, die insbesondere dessen räumliche Erweiterungsabsichten beinhalteten. Das Instrument des Museusmentwicklungsplans verlieh den Forderungen des Museums, die seit entstehen der Einrichtung immer wieder Teil des politischen Gesprächs waren, die nötige Formalität und Konkretisierung, um für die Umsetzung nötigen Druck aufzubauen.
In diesem Zusammenhang suchte die Stadtverwaltung nach potenziellen neuen Standorten, die für eine mögliche Verlagerung, alternativ zum Ausbau, in Frage kämen. Als ein Standort wurde unter anderem auch das in kürze leerstehende Kellereihochhaus der Union Brauerei, der sogenannte U-Turm, in Betracht gezogen. Dicke Außenwände und wenige Fenster sowie die Größe der Bruttogeschossfläche entsprachen der im Museumsplan enthaltenen Raumbedarfe. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch nicht eindeutig klar, ob sich das U-Areal, die ungenutzte Fläche rund um den U-Turm, zu einem Standort für spezielle Einrichtungen im Bereich Gesundheit oder des großflächigen Einzelhandels entwickeln ließe. Die Stadt Dortmund hielt in den 1990er und 2000er Jahren drei innerstädtische Areale für geeignet, großflächigen Einzelhandel anzusiedeln: Den Hauptbahnhof, das U-Areal sowie das Thierareal (ebenfalls ehemaliger innerstädischer Brauereistandort, der durch Diskotheken genutzt wurde). In den 1990er Jahre versuchte die Eigentümerin des U-Areals, die Brau und Brunnen GmbH, selbst das U-Areal zu entwickeln. Dazu wurde ein Gestaltungsplan von Richard Roger entwickelt, der eine Blockrandbebauung um den Mittelpunkt U-Turm vorsah. Der 1996 aufgestellte Bebauungsplan sah zur Entwicklungsnutzung großflächigen Einzelhandel vor. Der Bebauungsplan wurde im Jahr 2002 aber wegen der Einzelhandelsplanungen am Hauptbahnhof (Projekt 3DO) im Sinne des Masterplans Einzelhandel wieder aufgehoben. Diese ungewissen Stadtentwicklungspläne lähmten den Planungsprozess für das U-Areal.
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Neue Nutzungsmöglichkeiten von ehemals industriell genutzten Immobilien und Standorten, die durch den Strukturwandel ungenutzt brach liegen, zu finden, ist wichtige Aufgabe im Ruhrgebiet. Die Entwicklung der Union Brauerei am Rande der Dortmunder City brauchte über zehn Jahre und den Einfluss von Zwischennutzungs-, Stadtumbau- und Kulturhauptstadtaktivitäten um konzeptionell ausgestaltet und mehrheitlich befürwortet zu werden. Die Bedeutung des Wandels durch Kultur für die Städte der Metropole Ruhr wird am Beispiel des Dortmunder U, der Gründung eines innovativen Kulturinstituts, das auf das umliegende Quartier als Initialzündung wirkt, deutlich. Ein Bericht in fünf Teilen beschreibt diesen Prozess.
Vom Firmenlogo zum Dortmunder U
Das Kellereihochhaus der ehemaligen Union Brauerei ist Mittelpunkt einer innerstädtischen Brache, die seit Anfang der 1990er Jahre durch Auflösung der Brauereinutzung in einem langen Dornröschenschlaf verharrte und heute als Metropolenkompetenzzentrum für Kreativwirtschaft des Ruhrgebiets entwickelt wird. Auffallend und namensgebend fungiert das 9 Meter hohe goldene U, das nachts beleuchtet als ehemaliges Firmenlogo das massiv aufgeständerte Dach des Turms schmückt. Als architektonisches Wahrzeichen der Stadt Dortmund hat sich das Dortmunder U durch einen langjährigen und konfliktreichen Kulturplanungsprozess vom ungenutzten Überbleibsel eines ehemals weltweit bekannten Brauereistandorts zum Symbol für die kulturelle und kreativwirtschaftliche Ausrichtung der Stadt- und Regionalplanung entwickelt. Dabei beruht der Kulturplanungsprozess Dortmunder U auf zwei unterschiedlichen Planungen: Thematisch auf der Erweiterungsplanung des Museums am Ostwall und standortbezogen auf der neu zu findenden Nutzungszuweisung des brachliegenden U-Areals.
Museum am Ostwall zu klein
Das Museum am Ostwall ist seit Ende des Zweiten Weltkriegs überregional als wichtige Einrichtung für die Kunst des 20. Jahrhunderts bekannt. Die vom Museum seit jeher genutzte Immobilie, das ehemalige Oberbergamt, ist stark sanierungsbedürftig. Insbesondere der als Archiv genutzte feuchte Keller bildete für die museale Sammlung ein ernstzunehmendes Risiko. Hinzu kam, dass das Haus dem Museum zu klein wurde. Im Jahr 1990 konkretisierte das Museum am Ostwall zum ersten Mal instrumentell durch einen Museumsentwicklungsplan nötige Entwicklungsmaßnahmen der Einrichtung, die insbesondere dessen räumliche Erweiterungsabsichten beinhalteten. Das Instrument des Museusmentwicklungsplans verlieh den Forderungen des Museums, die seit entstehen der Einrichtung immer wieder Teil des politischen Gesprächs waren, die nötige Formalität und Konkretisierung, um für die Umsetzung nötigen Druck aufzubauen.
Alternative Standorte in Dortmund
In diesem Zusammenhang suchte die Stadtverwaltung nach potenziellen neuen Standorten, die für eine mögliche Verlagerung, alternativ zum Ausbau, in Frage kämen. Als ein Standort wurde unter anderem auch das in kürze leerstehende Kellereihochhaus der Union Brauerei, der sogenannte U-Turm, in Betracht gezogen. Dicke Außenwände und wenige Fenster sowie die Größe der Bruttogeschossfläche entsprachen der im Museumsplan enthaltenen Raumbedarfe. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch nicht eindeutig klar, ob sich das U-Areal, die ungenutzte Fläche rund um den U-Turm, zu einem Standort für spezielle Einrichtungen im Bereich Gesundheit oder des großflächigen Einzelhandels entwickeln ließe. Die Stadt Dortmund hielt in den 1990er und 2000er Jahren drei innerstädtische Areale für geeignet, großflächigen Einzelhandel anzusiedeln: Den Hauptbahnhof, das U-Areal sowie das Thierareal (ebenfalls ehemaliger innerstädischer Brauereistandort, der durch Diskotheken genutzt wurde). In den 1990er Jahre versuchte die Eigentümerin des U-Areals, die Brau und Brunnen GmbH, selbst das U-Areal zu entwickeln. Dazu wurde ein Gestaltungsplan von Richard Roger entwickelt, der eine Blockrandbebauung um den Mittelpunkt U-Turm vorsah. Der 1996 aufgestellte Bebauungsplan sah zur Entwicklungsnutzung großflächigen Einzelhandel vor. Der Bebauungsplan wurde im Jahr 2002 aber wegen der Einzelhandelsplanungen am Hauptbahnhof (Projekt 3DO) im Sinne des Masterplans Einzelhandel wieder aufgehoben. Diese ungewissen Stadtentwicklungspläne lähmten den Planungsprozess für das U-Areal.
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Sa, 01.01.2011
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