Kommentar: Kulturökonomie- Nein Danke!

Die Kultur, von der allerorts gesprochen wird, existiert, und das schließe ich aus meiner bescheidenen Lebenserfahrung und deren intensiver Verinnerlichung, nur in Enklaven.

Um von gesellschaftlicher Kultur zu reden zu können, müsste so etwas wie ein sinn-stiftendes oder zumindest habitus-generierendes Moment mit Zweifel-Abwehr-Versprechen Teil unserer Gesellschaft sein.
Ist es aber nicht.
 

Die vorgefundene Wirklichkeit agiert als permanente Selbstvernichtung


Das eine wird gefordert, das andere gemacht. Das eine wird gesagt, das andere gedacht. Die Selbstwidersprüche irritieren aber auch niemanden mehr. So lässt sich nicht erklären, warum es kein reguläres "Unfair-Trade" Label auf 99% aller erwerblichen Produkte gibt. Sondern nur ein Fair-Trade Logo, dass diese Wirklichkeit des dominierenden "Unfair-Trades" impliziert.
 

Implikationen sind ja nicht an der Tagesordnung.


Nichts impliziert mehr seine direkten, logischen Inhalte. Kausalität wird da beansprucht, wo es darum geht eine idealistisch-ästhetische Lebenspraxis zu vereiteln. Wenn eine Erkenntnis Handlungszwänge, Konsequenzen mit sich bringt, wird Hyperkomplexität eingefordert und der Akteur zum Nichtstun verdammt.

 

Wir können froh sein, dass das gute Leben nicht machbar ist.

Kultur ist nicht mehr der Handlungskonsens der Akteure, sondern beliebig instrumentalisierbarer Deckmantel des allzu Offensichtlichen.
Und so versteigen sich die Mächtigen in einen blödeligen Nonsense-Eiertanz.
 

Sie sollten niemanden beim Wort nehmen


Es geht nämlich nicht mehr darum, ob es beliebig ist, was jemand sagt, sondern dass es beliebig ist, welchen Kontext er diesem a priori oder posteriori zuordnet.
Manche nennen das Pragmatismus, doch wer sich mit dieser ehrwürdigen Philosophie beschäftigt, wird merken, dass dies nichts mit Praxis-Nähe, sondern mit reinem "Anything Goes" zu tun. Dies hat übrigens wiederum nichts mit Postmoderne zu tun. Die als alternativlos empfundene Ratlosigkeit der Akteure bietet einfach genügend Freifläche für jede noch so blutrünstig-blödsinnige Handlungslogik. Vom Krieg für Menschenrechte, zum Bankenretten als Arbeitsmaßnahme, zum Kulturmittel-einstreichen als Kulturhauptstadt. Da ist für jeden was dabei.
 

Die Alternativen sind zu offensichtlich, aber nicht extrem


Ernstzunehmende Ökonomen bezeichnen Kosten-Nutzen-Kalkulationen als bloße Heuristiken, die in keiner Weise in der Lage sind, zum Glück des Menschen beizutragen.
Wer mir noch einmal mit Ökonomie kommt, der möge zufrieden in die Blutschränke des nächsten Supermarkts greifen oder es einfach halten und Geld essen- ich sehe diese Welt nicht, sie existiert nicht, die Kunst verarbeitet die Kultur der Gesellschaft- sie hat noch viel zu tun.
 
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Mi, 06.10.2010 0

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27.02.2010

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