Kulinarische Blogs im Ruhrgebiet (1): Der Kompottsurfer

Klaus Dahlbeck ist der Kompottsurfer. Seit dem Sommer 2006 betreibt er den ältesten kulinarischen Blog im Ruhrgebiet. Mit Blick auf seine journalistische Vorgeschichte muss man sagen: Wer sonst?

Laut Eigenangabe begrüßt der Kompottsurfer heute monatlich über 17.000 Besucher auf seiner Seite. Mit über 40.000 Page Impressions ist er damit einer der meistgelesenen deutschsprachigen Blogs zu kulinarischen Themen. Der Kompottsurfer wird von rewirpower.de, dem Portal der Bochumer Stadtwerke, unterstützt. Angefangen hat Klaus Dahlbeck, 47, genau wie ich, in der Stadtzeitungsszene, nur saß er in der Chefredaktion des PRINZ Ruhrgebiet und ich auf dem nämlichen Thron beim Marabo. Was uns nicht hinderte, 1992 zusammen den Kneipenführer „Ruhrgebiet zwischen Sekt und Selters“ (ars vivendi verlag) herauszugeben, ein Werk, das Kneipen auch schon mal übel und subjektiv verriss. Kann man ja heute alles nicht mehr machen.

Extremsportler und Marathonmann

Klaus war dann aber beim PRINZ fixer als wir beim Marabo und machte Ausgehen und Gastronomie schneller als wir zum redaktionellen Ressort. Auf seine Initiative entstand das 20-Mark-Menü, das in Zusammenarbeit mit PRINZ und angesagten Spitzenküchen der Region auch und gerade den jungen Nachwuchsgenießern die Schwellenangst vor der Hochküche nahm. Eine wahre Pionierleistung! Ähnlich volksnah war der Ansatz beim Wein: „Die besten Weine unter 10 Mark“, heute „unter 6 Euro“, kürt alljährlich trinkbare, bezahlbare Tropfen, die von hiesigen Weinhändlern eingereicht werden. Dass hier der ehemalige Sommelier-Weltmeister Markus del Monego (Essen) und weitere Top-Sommeliers in der Jury sitzen, macht diese aufmerksam verfolgte Wahl zu einer rundum seriösen Angelegenheit.

Nach unserem eher forsch geschriebenen Kneipenführer von 1992 lieferte Klaus Dahlbeck in den Neunzigern und bis heute etliche Fachbeiträge für kulinarische Magazine (von Feinschmecker über Essen & Trinken bis zum eingegangenen Gault Millau Magazin), schrieb regionale Restaurantführer wie „Revier für Genießer“ (Klartext Verlag, 2002/2004) oder „Schweinelecker“, das Sachbuch über TV-Köche (Books & Friends, 2005) und ist immer wieder auch für meine lokalen Restaurantführer „Essen geht aus!“ und „Dortmund geht aus!“ (Überblick Verlag) unterwegs. Den Knaller lieferte Klaus 2008 mit dem prächtigen Kochbuch „Verwegen kochen“ (Matthaes Verlag) ab, in dem er zusammen mit dem famosen Sternekoch Heiko Antoniewicz (ex-Art Manger, heute in Werne a. d. Lippe tätig) molekulare Techniken und Texturen beschreibt. Ein Standardwerk für alle, die sich von den vielen falschen Gerüchten über die Molekularküche nicht von innovativen Ruhrgebiets-Kreationen wie „Langostinos, gestockte Olivenmilch, Rhabarber“, „Austern, Speck, weiße Kaffee-Emulsion“ oder „Saiblingshaut, Froschschenkel, Ducca“ abhalten lassen wollen.

Anders als zum Beispiel der Autor dieser Zeilen ist Dahlbeck seit einigen Jahren auch als Extremsportler und Marathonmann unterwegs. Der Kerl macht tatsächlich 100-Kilometer-Läufe mit – Respekt!

www.kompottsurfer.de

So, 10.01.2010 0

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13.12.2009

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