Krieg und Frieden beim 9. Philharmonischen Konzert in Duisburg

Beim 9. Philharmonischen Konzert in Duisburg dreht sich am 5. und 6. Mai alles um musikalische Bearbeitungen zum Spannungsfeld Krieg und Frieden.
 

Haydns Militärsinfonie

Unter der Leitung des Österreichischen Dirigenten Andreas Stoehr werden die Duisburger Philharmoniker Joseph Haydns Sinfonie G-Dur Hob. I:100 „Militärsinfonie“ spielen.

Foto: Björn Hickmann

Andreas Stoehr (Foto: Björn Hickmann)

Dieses Auftragswerk von 1794 versteht es meisterhaft, mit auffälligen, aber auch gefälligen Wechseln von Streichern und Holzbläsern einerseits, sowie urgewaltigen Blechbläsern und Schlagzeug andererseits, ein militärisches Intermezzo in einen trügerischen Frieden einzubetten. Das Londoner Publikum war begeistert. Ob jeder die tiefsinnige Mischung erkannte, die Haydn im gärenden Revolutionsklima der Epoche und in der angstbesetzten Restaurationspolitik der europäischen Monarchien dieser Zeit in das Werk komponiert hatte, ist nicht überliefert.
 

Beethovens Pastorale

Beethovens 6. Sinfonie F-Dur op. 68 mit dem Beinamen Pastorale entstand in den Jahren 1807 und 1808 in damals noch ländlich geprägten Orten, die heute zu Wien gehören. Am 22.Dezember 1808 fand die Uraufführung im Theater an der Wien statt – ein vierstündiges Mammut-Konzert, in dem gleichzeitig die 5. Sinfonie erstmals zum Vortrag kam.
Beethovens wegweisende Komposition ist ein Vorläufer der späteren Programmmusik und gibt Eindrücke eines Stadtmenschen in der Natur und ländlicher Umgebung wider.
In fünf Sätzen werden Bilder beschrieben, die sich zu einem Gesamten fügen. Der Komponist selbst nannte die 6. Sinfonie „Pastoral-Sinfonie oder Erinnerungen an das Landleben“. Er ergänzte eigens: "mehr Ausdruck der Empfindung als Malerey". Musikalisch werden dennoch Vogelrufe, die Schritte eines Wanderers, das Plätschern eines Baches und ein Gewitter gezeichnet.
 

Clemens Berg am Piano

Mit Clemens Berg als Solist wird das Konzert für Klavier und Streichorchester op. 136 von Alfred Schnittke das Programm abrunden. Der Komponist wuchs in Engels an der Wolga, in der Sowjetunion Stalins auf. Als Gratwanderer zwischen Ost und West steht der Deutsch-Russe stilistisch in einer Brückenposition: Einerseits sind seine Kompositionen und musiktheoretischen Arbeiten von Strawinsky, Prokofiew und Schostakowitsch geprägt. Andererseits finden sich starke Beziehung zur "Deutschen" Musik Mozarts, Mahlers und Webers.

Mi 05. / Do 06. Mai 2010, 20.00 Uhr
Philharmonie Mercatorhalle
 

Titelbild: Clemens Berg (Foto: Philharmonie Duisburg)

Fr, 30.04.2010 0

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06.12.2009

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