
Kreative Stadt, ideeller Wandel- die Herausforderung des Idealismus
- Serie: Ökonomie
Für die Stadtentwicklung stellt der Wandel zur „kreativen Stadt“ eine Herausforderung neuen Typs dar. Aus den veränderten Biografien und Erwerbsstrukturen den Kreativen/Künstler als Prototyp eines neuen Wirtschaftshandelnden zu extrapolieren ist folgerichtig und so ist es auch der Wunsch und die Vision einer „kreativen Stadt“
Für einen ideellen, geistigen Prozess, wie den der Kreativität, lassen sich zwar Bedingungen schaffen, doch sind diese nur insoweit ökonomischer Natur, als dass Sie deren Prävalenz in Frage stellen. Im Unterschied zu objektivierbaren Bedingungen, impliziert Kreativität als Geisteshaltung politische, moralische, erkenntnistheoretische und religiöse Fragen. Der Wandel zu einer „kreativen Stadt“ ist somit zuvorderst auch einen Wandel der Haltung der Akteure zueinander und fordert Respekt, Mut und Vertrauen von Ihnen ein.
Der Wandel von Anerkennungsstrukturen und Werthaltungen, die Abwendung von Angst-Debatten hin zu Gestaltungsdebatten und die Flexibilität der institutionell Handelnden werden die Zukunft der Entwicklung des Ruhrgebiets bestimmen.
Die zentrale Herausforderung bei der Gestaltung des Wandelns zur „kreativen Stadt“ ist aber den kreativ tätigen Menschen zu zuhören und Ihnen die Mitgestaltung zu ermöglichen. Die Aufgabe der Stadtentwicklung wird dabei sein Räume für kreativen Austausch zu schaffen, die Aufgabe der Politik den Wandel zur „kreativen Stadt“ als idealistischen Prozess zu begreifen und zu begleiten.
J. Ponszek 2010
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Wandel zur „kreativen Stadt“ als ideeller Wandel
Für einen ideellen, geistigen Prozess, wie den der Kreativität, lassen sich zwar Bedingungen schaffen, doch sind diese nur insoweit ökonomischer Natur, als dass Sie deren Prävalenz in Frage stellen. Im Unterschied zu objektivierbaren Bedingungen, impliziert Kreativität als Geisteshaltung politische, moralische, erkenntnistheoretische und religiöse Fragen. Der Wandel zu einer „kreativen Stadt“ ist somit zuvorderst auch einen Wandel der Haltung der Akteure zueinander und fordert Respekt, Mut und Vertrauen von Ihnen ein.
Der Idealismus der Kreativen und weitere Herausforderungen
Der Wandel von Anerkennungsstrukturen und Werthaltungen, die Abwendung von Angst-Debatten hin zu Gestaltungsdebatten und die Flexibilität der institutionell Handelnden werden die Zukunft der Entwicklung des Ruhrgebiets bestimmen.
Die zentrale Herausforderung bei der Gestaltung des Wandelns zur „kreativen Stadt“ ist aber den kreativ tätigen Menschen zu zuhören und Ihnen die Mitgestaltung zu ermöglichen. Die Aufgabe der Stadtentwicklung wird dabei sein Räume für kreativen Austausch zu schaffen, die Aufgabe der Politik den Wandel zur „kreativen Stadt“ als idealistischen Prozess zu begreifen und zu begleiten.
J. Ponszek 2010
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Do, 30.09.2010
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Stadt
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
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Schreibfehler
Ich habe leider in diesem Forum nicht die Möglichkeit meine einmal publizierten Kommentare zu regidieren. Ich bitte die Leser die orthographischen Fehler zu entschuldigen.
Danke
Sehr richtig Herr Westheide
Doch gilt es gerade die Analyse unter veränderten Bedingungen umzudenken. Um es an dieser Stelle kurz zu halten: die Mentalität des "Handfesten", wie Sie es nennen, ist eben das kulturelle Potential des Ruhrgebiets. Die ansässigen Kreativ-Arbeiter manifestieren symbolische Güter in einer ideellen "Baulücke". Sowie die auf Güterproduktion ausgerichtete Schaffenskraft dem Aufbau des Ruhrgebiets als Stadtraum galt, gilt die Schaffung kreativ-ideell-symbolischer Güter der Genese der Ruhrgebiets als Lebensraum. Hinter dem scheinbaren Gegensatz beider "Mentalitäten" liegt ein in falsch verstandenen Materialismus keimender Scheinwiderspruch. Die Idealisierung der Symbol-Produktion folgt dem selben lebensweltlichen Motiv, wie die der Güter-Produktion.
Im Übrigen sind die schismatischen Rhetoriken im Umfeld des Diskurses zur "kreativen Stadt" Teil einer Angst-Debatte.
Zentraler Aspekt ist dabei eine als Bedrohung empfundene mögliche Umverteilung, in der jedoch entstehende Werte eines Stadtraums, der als geschichtlich-semiotischer Raum nur symbolisch erfüllt Lebensraum sein kann, als zu Verteilendes Gut vergessen werden. Dem Verlust des ökonomischen Produktivitätsideals wird protestantische Verzichtsethik entgegen gehalten, anstatt die ideelle Leerstelle kreativ zu füllen.
Mangel ist nicht mit Verzicht zu bekämpfen- und dies war eh und je handlungsleitendes, gemeinsames Motiv des Ruhrgebiets- gestern und heute.
zeit geht unter
passend zu ihrer Analyse der untergehenden Kultur wurde gestern in Hamm die letzte Grubenfahrt gemacht. Jetzt sind es noch 3 Zechen (vor 50 Jahren rund 140). Naja und dann wird heute, wo ein Stahlwerk war in Dortmund ein See eröffnet. Freizeit statt Maloche. Wie da die Kreativen reinpassen werden in einer Region, die traditionell eher skeptisch gegen verbogene Künstlerbiographien und "wenig handfestes" Schaffen ist, jedenfalls eine spannende Frage der nächsten 20 Jahre (oder so).
Das Kreativwirtschaft Gerede (die Milchkuh) und Verwaltungsangst ( Kreativen in einem Viertel machen lassen = Lärm, Unruhe, vom Kulturdezernenten nicht kontrollierbare Entwicklungen....) schaffen jedenfalls nicht gerade einen fruchtbaren Boden, um Leute herzulocken und hierzuhalten.
Vielen Dank Herr Halen und an die Redaktion
In diesem Forum sind, neben den verlinkten Artikeln, zu meinen Themen bereits sehr viele lesenswerte Artikel publiziert worden.
Auch vielen Dank an Herrn Halen. Eine treffgenaue Zeitdiagnostik und soziosemiotische Analyse der empirischen Bedingungen der Kreativen halte auch Ich für das Richtmaß an dem sich die Zukunfstfähigkeit einer "kreativen Stadt" entscheiden wird.
Vielleicht werde ich in einem weiteren Artikel genauer auf diese Thematik eingehen.
Mit freundlichen Grüßen
J. Ponszek
Links zum Thema
Hallo Herr Ponszek,
vielen Dank für Ihren Beitrag! Wir haben uns erlaubt ein paar Links hinzuzufügen. Wir hoffen, das ist auch in Ihrem Sinne.
sehr richtig
erkannt! eine der wichtigsten aufgaben für politik und stadtentwicklung ist es, "die kreativen" als legitimen verhandlungspartner auf augenhöhe anzuerkennen und ihnen dieselbe wertschätzung entgegenzubringen, die man für andere legitime lebens- und erwerbsformen übrig hat. wer in der zukunft bestehen will, darf die kreativen nicht mehr entweder - politisch/ ideologisch - als störenfriede oder - ökonomisch - als milchkühe betrachten.
es ist ein wandel in den köpfen fällig, der anerkennt, dass industrielle revolution und wirtschaftswunderjahre vorbei sind. die gesellschaft der zukunft sieht anders aus, und wenn man wissen will wie, sollte man sich die kreativen und ihre lebens- und arbeitsweisen mal genau anschauen.