Halbherzige Theatralisierung der KommTheorie (c) PST

Kooperationsunwille 2.0

Kommunikationstheoretische Skizzen

Wir ziehen alle an einem Strang, doch wer weiß, wo unser Herz hängt. Es bleibt zu hoffen nicht an demselben. Dann wird es wohl zerdrückt. 

Denn so eine Allegorie kann schon schmerzhaft sein. Überhaupt will ich mir die Dinge nicht mehr im Zusammenhang vorstellen. Ist ja schon eine groteske Annahme, dass alles einen gemeinsamen Nenner hätte – aber dieser Nenner ist wohl die Medienlandschaft. Gut, dass die Medien so oft alle das Gleiche schreiben.

Zusammenarbeit, Kooperation, Vernetzung, Wandel, Prozess. Und alle stoßen von ihrer Seite des Billardtisches an – als wäre dieser ein ideologiebefreites Feld.

Ideologie ist ein großes Wort. Und nur weil es so ein ungewisses wertorientiertes Hintergrundrauschen gibt, muss mensch es doch nicht vertexten, oder? Es gibt ja keinen unabhängigen Weltschiedsrichter, der entscheidet, welcher Wert besser ist – es gibt nur interessengeleitetes Handeln.

Wann erklärt der Mensch ein Spiel, das niemals enden kann, für beendet? Welches Spiel: das Spiel um die Macht oder um die Frage, wie unsere Gesellschaft, DIE Gesellschaft, die Welt, der Mensch und nicht der/die BürgerIn mit der Machtverteilung umgeht.

Bürgerrechte vs Menschenrechte – darüber hab ich in der Uni mal eine Hausarbeit geschrieben und es ist, ganz gleich wie nett die Worte „Bürgerinitiative“ oder „Bürgerbeteiligung“ für manche klingen mögen, nur ein ekliger Kompromiss mit der eigenen Minderwertigkeit, der uns das Wort „Mensch“ durch das Wort „BürgerIn" ersetzen lässt.

 
Wann erklärst du ein Spiel für beendet? 
Form 2 (c) hVo
Form 2 (c) hVo
Die Verhältnisse sind kein Spiel. Eine isst die Kartoffel, die andere nicht.
 
Nach einem langen Abend und ewigem Hinundher geht kein Gewinner hervor – mal hat der eine die Oberhand, mal die andere. Jetzt ist Schluss. Ab jetzt wird zusammengearbeitet – du hast nichts, ich hab alles. Wenige haben viel, viele haben wenig. Kooperation klingt so clever. Zusammenarbeit klingt so süß. Doch nichts klingt so süß, wie die Liebe.
 
Aber dazu kommt es nicht. Selbst das kleinste Trauma ist dem Menschen genug, um auf seinen Nächsten zu verzichten. Und die Kunst der Enttraumatisierung, der Trauer, wird nicht gelebt – sie ist die eigentliche polare Opposition zur Leistung, zur Arbeit, zum Ergebnis. Sie gebiert Unverwertbares.
 
Können wir uns nicht alle lieben?
Diese Frage halte Ich nicht aus. Das ist doch lächerlich. 
 
Also, ich habe nur ein Herz zu verschenken, vielleicht kann ich es teilen, vielleicht kann ich es in den Wind hängen, aber ich habe bzw. bin nur ein Atem, ein Herz. Mein Kopf kann Spiralen schizophrener Stimmen schreiben, meine Gedanken sich widersprechen. „The body is true because it dies“ (Extra Life). 
 

 
Bevor irgendetwas schwer wird: sobald ich einen Gedanken denke, also verstehe, also erschaffe, also empfinde, ist er reine Digitalität, zeitlos, aufgelöst, im Fluss. Der Körper ist ehrlich, weil er stirbt, denke ich und denke an den Tod. Wer möchte mit mir kooperieren?
 
Digitalität?
„Das prosituationistische Milieu stellt anscheinend die zur Ideologie gewordene Theorie der Situationistischen Internationalen dar - und die passive Welle einer solchen absoluten und absolut unbrauchbaren Ideologie bestätigt durch das Absurde die offensichtliche Tatsache, daß die Rolle der revolutionären Ideologie mit den bürgerlichen Revolutionen zu Ende ist -‚ in Wirklichkeit aber drückt dieses Milieu den Teil der wirklichen modernen Revolution aus, der noch ideologisch bleiben mußte, Gefangener der spektakulären Entfremdung und nur in ihren Begriffen unterrichtet. Der Druck der Geschichte ist heute so stark geworden, daß die Träger einer Ideologie der geschichtlichen Gegenwart gezwungen sind, vollkommen abwesend zu bleiben.“  (link)
 
Solidarität
Schnittmengen / Differenzberechnung (c) hVo
Schnittmengen / Differenzberechnung (c) hVo
Ich will ja Kooperation. Aber, welch grandiose Kasteiung mit denen zu Tauschen, also Liebe zu machen, die nichts von meinen Werten halten. 
 
Da errechnet sich der Tauschwert im Verhältnis zum Frust (Inkohärenz/Rest), wie die Lichtleistung der verbotenen Glühbirne zu deren Heizleistung. 
 
Die nur meine Gabe wollen: Reine Ökonomie. „La Économie pour La Économie.“ Manchmal klingt es doch so, als würden viele „L'Art pour l'Art“ ablehnen und für wirtschaftliche Zusammenhänge ein ähnliches Muster für gottgegeben halten. Und es darf nie darum gehen, seine Stimme zu verlieren, nur weil ihr Klang nicht gleich die Verhältnisse ändert. Sich zu artikulieren, sich konzeptionell zu artikulieren, sich gemeinsam zu artikulieren, heißt das Erschaffen einer gewünschten Welt zum täglich Brot zu machen. 
 
Über Ethik sollte mensch nicht sprechen
So ungefähr hat das der Matrix-Kybernetiker H.v.Foerster mal gesagt, doch ihn will ich nicht mehr zitieren, weil ich als Gesellschaftsgourmet den zu bitteren Geschmack zunehmend in verbiederter Freundlichkeit, Konfliktunfähigkeit und Pragmatismus entdecke. 
 
Einem Pragmatismus der, und auch das ist mehr als unwahrscheinlich, eine futuristisch-soziokybernetische Idealwelt von Möglichkeiten erschafft. Und die Herzen, die lieben und der Geist der sich solidarisch zeigt wird aus der berechtigten Angst, dass sich etwas den großen Fragen zuwendet, zerquetscht – ein Paradies der Möglichkeiten bevölkert von Scheintoten - gutgemeinte Dystopie - wer bietet mehr?
 
 
 
 
Bei jeder Kommunikation/Kunst wird eine Einheit aus Inhalt & Form vermittelt. Komplizierter wird es dadurch, dass die Rezeption/Kunst über Kreuz stattfinden kann. D.h. Absichten können koordiniert werden, ohne dass Nachvollziehen stattfindet & Inhalte können nachvollzogen werden, ohne dass Sympathie da ist (das ist einfacher). Wird Inhalt & Form gleichmäßig getauscht, d.h. mit Sympathie & Verstehen reproduziert, dann nenne ich dies Liebe. 
Z.Zt. gilt zudem Liebe=Solidarität.
Die häufigere Form von Tausch ist jedoch ein unvollständiger Tausch der Information/Absicht bzw. Inhalt/Form nur zum Teil annimmt. Dies ist jedoch im Sinne eines kommunikativen/schöpferischen Energieerhaltungssatzes unmöglich. So erzeugen die meisten Kommunikationen Reste. Gerade wenn es ums Tauschen geht, sollten also die Frage nach Inhalt und Wertdifferenz in Rechnung gezogen werden, damit verstanden wird, warum was zurück bleibt. Der Rest ist unter ästhetischen Gesichtspunkten zu verkörpern. 
So, 15.04.2012 0

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03.12.2009

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