Komm zur Ruh! (Ich geh‘ mit!)...

...Von der Schwierigkeit, eine Hymne Herbert Grönemeyers zu parodieren...

Wo kein raues Wort mich trägt
weil mich hier Dein Schaum erschlägt
wo man gern dem Schein erliegt
weil kein Schwein auf Sein was gibt.
Wo man flott Fassaden baut
und dem Volk das Maul beschaut –
Von klarer offner Natur
töne Meyer, träumst wohl nur!
Reicht ein Buh?
Komm, gib Ruh!

Bodenlos selbstverliebt, bibelfest und schlicht
Hirn auf ‚Aus‘, treudoof und ... laut
„hier das Leben da der Mensch“?, noch ganz dicht?
Ach Herbie, komm, hör’s Greinen auf, auf Sand gebaut!
Und Dein Hang zum Bauernfänger-Proll-Gesang
unter Zwang – wässrig und ... Quark!
Wer morgens vertagt, hat sich‘s mittags längst versagt.
Es kommt wie‘s muss, es wird Nacht: Hängen im Schacht.

Wo kein raues Wort mich trägt
weil mich hier Dein Schaum erschlägt
wo man gern dem Schein erliegt
weil es dafür Scheine gibt.
Wo man flott Fassaden trimmt
und beim Singen gar nichts stimmt
Als sturzbetroffne Natur,
nöle Meyer, töne nur
so seicht, so Du!
Mensch! Gib Ruh!

Leute gähnen
Leute stehn
ganz verlegen.
Sie verstehn
ni-hi-i-ichts vom Li-ihi-hied, von Dir:
Dass der Rhein hier schneller fließt –
liegt an diesem Stücks Gebiet?
Allö-hö-ös fli-hi-ießt, alles weg von hier?

Wo Dein Wort auch sinnfrei zählt
Dein Herz sich aus dem Munde quält
Wo ‚Warum‘ kein Thema ist
Man sich misst und Phrasen drischt, aaaaah!
Wo am Schluss die Kasse stimmt
weil der Star den Kumpel mimt!
Von heiter-offner Kultur
o dröhne Meyer: schöne nur.
Hör mein Buh!
Seelenruh
Dir! Schwer verständlicher Natur!
Zuverlässig sonnig, stur –
so weit, so breit:
Seelenkuh!
Ich frag ja nur:
Kommst zur Ruh?

(Gib auf! Hand drauf?
Glück auf!
Glück zu!)


Eine Parodie auf Herbert Grönemeyer in drei Teilen


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Foto: Manfred Vollmer

Sa, 03.04.2010 1

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Kommentare

Noch ein bisschen über

Noch ein bisschen über Grönemeyer lachen, weil seine Texte zum Fürchten sind? Nix wie rein in Youtube und zu Hagen Rethers wunderbaren Videos: Hagen Rether über Grönemeyer; Hagen Rether/Mensch; Hagen Rether/Women (eine Klasseparodie auf 'Männer'. Und dann Wiglafs Drostes Video aufrufen: Grönemeyer kann nicht tanzen. Wohl bekomm's!

Über den Autor

08.03.2010

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Metropole Ruhr
Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.

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