
Kölner Stadtanzeiger: Köln hat die Chance Ruhr verpasst
Das Jahr ist bald um und aller Orten wird gerätselt, bewertet oder wenn das alles zu strittig ist, dann auch einfach mal gezählt. Nämlich wie viele Menschen hier waren und ob das alles ein Erfolg war. Ein heute erschienener Leitartikel zu RUHR.2010 von Martin Oehlen unter dem Titel "Nicht von Kultur-Hauptstadt profitiert" im Kölner Stadtanzeiger gibt eine verblüffende, aber höchst erfreuliche Antwort: In Köln ist's auch nicht besser und von da aus fand man das Jahr eigentlich ganz gut, ja man ist gar ein bisschen neidisch.
Oehlen stellt fest, dass Köln nicht vom Erfolg an der Ruhr profitieren konnte, dass man nicht in der Lage war, Netzwerke zur Ruhr zu knüpfen, um die großen Besucherströme auch an den Dom zu locken. Stattdessen würde man im eigenen "kölschen Phlegma" verharren. Hach, das Stichwort "keine Zusammenarbeit" wurde hier auch schon das ein oder andere mal diskutiert. Andere Stadt, gleiche Probleme könnte man denken. Und das Ruhrgebiet sieht man in Köln im Gegensatz zum eigenen Mittelmaß gar "wachgeküsst". Solch warme Worte kennt die geschundene Ruhr-Seele gar nicht. Da tut es doch umso mehr gut, dass da, wo sie die Künstler, Kreativen oder gar die jungen Familien hinwollen, der Innovationsdrang der lokalen Politik nicht unbedingt größer zu sein scheint als hier.
Wenn also von diesem Jahr nichts bleiben wird, so doch immerhin das seltene Gefühl, dass man in Köln einmal zum Ruhrgebiet aufgeschaut hat. Das ist nicht wichtig oder gar nachhaltig. Es ist ein wenig so, wie das Gefühl, dass man hat, wenn bei Konzerten im Ruhrgebiet mal Autos mit Kölner Kennzeichen vor der Tür stehen sieht. Vielleicht ein ganz klein wenig lustig, und ein ganz klein wenig befriedigend.
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Wenn also von diesem Jahr nichts bleiben wird, so doch immerhin das seltene Gefühl, dass man in Köln einmal zum Ruhrgebiet aufgeschaut hat. Das ist nicht wichtig oder gar nachhaltig. Es ist ein wenig so, wie das Gefühl, dass man hat, wenn bei Konzerten im Ruhrgebiet mal Autos mit Kölner Kennzeichen vor der Tür stehen sieht. Vielleicht ein ganz klein wenig lustig, und ein ganz klein wenig befriedigend.
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Sa, 04.12.2010
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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
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