
Keine Räume für Freiraum2010 in Essen
Eine persönliche Richtigstellung
Die Debatte um leer stehende Gebäude und Freiräume für Künstler ist auch 2012 längst nicht beendet. Auch in der Stadt Essen nicht, obwohl von dort gegen Jahresende eher versöhnliche Töne (Stichwort: Schützenbahn) zu vernehmen waren. In 2010LAB.tv äußert sich hier ein enttäuschter Aktivist aus seiner Sicht: der Künstler Joscha Hendricksen von der Initiative Freiraum2010.
Es scheint nicht richtig angekommen zu sein: Die Initiative Freiraum2010 aus Essen hat in Essen keine Räume und es stehen auch keine in Aussicht.
Ich habe im Vorfeld des Projekts "Raum für Kunst" ein persönliches Gespräch mit A. Bomheuer über das Projekt geführt.Das Konzept für das Projekt war zu diesem Zeitpunkt bereits fertig.
Ich habe A. Bomheuer darauf hingewiesen, dass das vorgelegte Konzept in mehreren Hinsichten für Freiraum problematisch ist, unter anderem weil das Projekt unter der Leitung des "Kunsthaus-Essen e.v." stattfindet, obwohl viele Mitglieder von Freiraum im Verein Port e.V. organisiert sind, der Mieter in der Lukaskirche war. Daneben kamen finanzielle, organisatorisch und strukturelle Probleme zur Sprache.
In der Vorlage an den Kulturausschuss wurde besagter Port e.V. auch noch erwähnt. Da heißt es Aufgabe sei es:
"kurzfristig zu prüfen, welches leerstehende Gebäude in Essen sich für eine befristete Nutzung durch die Kunstschaffenden der Freiraum2010 – Initiative/ Verein Port e.V. eignen und zur Verfügung gestellt werden könnte."
http://ris.essen.de/document/MgyPhzIfuFYn8Rn6Me.LfxEfw8aq8Xi0MgyPe.EawAWn8Sq9Qm4PcwCfuEUqAQm1Oi4Pg0KfsASvASi0Ok.Ke1CWsASv6Si1MmyPc-CasASvBOn6MiyHc0CfsFSq6Wi9Ne.LdwGfs9TsASi0Ok.Ke1CWGJ/Vorlage_1707-2011-4.pdf
Wenn also davon die Rede ist, dass das Konzept in Zusammenarbeit mit Freiraum2010 entwickelt wurde, ist das falsch. Das Konzept wurde nicht für Freiraum entwickelt, obgleich die Vorlage an den Kulturausschuss da eine andere Sprache spricht.
Wir haben mit mehreren Freiraum-Künstlerinnen das "RTL-Gebäude" besichtig. Wir haben bei dieser Besichtigung darauf hingewiesen, dass der Raum nur unter bestimmten finanziellen und organisatorischen Bedingungen für uns geeignet ist - uns wurde zugesagt, dass dies weiter mit uns entwickelt und diskutiert würde.
In folgenden Gesprächen wurde über nicht mehr organisatorische, finanzielle oder strukturelle Aspekte des Projekt Schüzenbahn geredet, sondern nur inwieweit einzelne von uns, darin mieten wollten. Die Schaffung eines lebendigen Raums, der die Szene-Strukturen inhaltich mit einbezieht war nie vorgesehen.
Freiraum möchte einen offenen Begegnungsraum für Kunstinteressierte in Essen schaffen. Freiraum möchte dabei den sinnstiftenden und sozialen Charakter von Kunst und nicht deren Vermarktung in den Vordergrund stellen- Die OrganisatorInnen von Freiraum haben ein vitales Interesse daran in Essen die Kunst-Szene zu entwickeln - ein städtischer Kreativ-Wirtschafts-Raum ist dabei kein interessanter Szene-Treffpunkt.
Wir danken der Stadt, dass sie sich dem Thema "Raum für Kreative" angenommen hat und hoffen, dass das Geld nicht von anderen Kunstprojekten dorthin geflossen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Joscha Hendricksen
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