
Weekend-Special Juicy Beats: Das Interview
Zum 15. Jubiläums des Juicy Beats-Festival sprach Jens Kobler 2010 mit Juicy Beats-Mitbegründer und DJ Carsten Helmich und Koordinatorin Stefanie Frankie über die Geschichte und Entwicklung der Veranstaltung. Zum Themenwochenende haben wir das aufschlussreiche Interview noch einmal aus den Tiefen des Lab-Archivs hervorgeholt.
Am letzten Samstag im Juli pilgern sie wieder zum größten Eigengewächs der Festivalszene Ruhr. Ein Gespräch mit Carsten Helmich und Stefanie Franke von Juicy Beats im sonnigen Westfalenpark.
Jens Kobler: 15 Jahre Juicy Beats – was hat sich geändert, was ist gleich geblieben?
Carsten Helmich: Als erstes fällt mir ein, dass man früher nahezu alles selbst gemacht hat und natürlich die ersten Schritte die schwierigsten waren. Aber auch damals hatten wir mit dem V.U.K. schon eine gute Infrastruktur, nur sind mittlerweile die Aufgaben anders aufgeteilt. Mittlerweile haben wir gemerkt, dass wir nicht bei allem immer selbst ganz vorne sein können, und so haben wir sehr gute Erfahrungen damit gemacht, z.B. damit, die Clubs des Ruhrgebietes ihr Programm bei den Partys selbst aussuchen zu lassen. Natürlich schauen wir da noch drauf, aber unsere Partner wissen schon sehr gut, was zu Juicy Beats passt. Und das gilt ebenso für Partner-Bühnen wie die des FZW, von Funkhaus Europa oder dem Konzerthaus. Außerdem kommen durch all die Kooperationen immer neue Impulse in das Festival hinein, was dem Ganzen sehr gut tut. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass inzwischen viele Gäste der ersten Zeit mit ihren Kindern kommen. Auch so etwas verändert und bereichert die Atmosphäre sehr stark.
Jens Kobler: Der besondere Charakter zeigt sich auch darin, dass es viele freiwillige jugendliche Helfer gibt – was in Deinen Aufgabenbereich fällt, Stefanie?
Stefanie Franke: Ich selbst habe vor drei Jahren hier als Volunteer angefangen und habe nun die Gesamtkoordination dafür inne. Ich muss sagen, dass das ganz großartig ist, wie viel Rückhalt das Festival bei der Jugend der Stadt hat. Das ist etwas, das uns sehr motiviert, wie ohnehin die Arbeit im Team eine große Rolle spielt.

Jens Kobler: Was mich immer wieder wundert, ist die Tatsache, dass dieses Festival in einem Park stattfinden kann, ohne dass das zu Schwierigkeiten führt. Hat das mit dieser großen Akzeptanz des Festivals zu tun, dass hier kaum Schäden entstehen?
Carsten Helmich: Es ist zum Teil einfach so, dass aufgrund der großen Fläche des Parks und der vielen Spielorte eine Menge entzerrt wird und man auch oft ganz einfach unterwegs ist, anstatt ständig in einer Art Kessel gefangen zu sein.
Stefanie Franke: Und die eben schon angesprochene Atmosphäre tut da sicher sein Übriges. Das hat auch mit der Musikauswahl zu tun und damit, dass hier wirklich die Identifikation mit Westfalenpark und Festival außergewöhnlich hoch ist.
Jens Kobler: Neuheiten gibt es auch wieder in diesem Jahr, und das macht das Festival noch vielfältiger. Wie bekommt man so eine Reichhaltigkeit vermittelt?
Carsten Helmich: Wir hatten auch diesmal wieder Diskussionen, dass man all die Angebote für das Publikum noch besser organisierbar machen muss. Deshalb gibt es im diesjährigen Programmheft auch endlich einen Kurzüberblick auf zwei Seiten in der Mitte des Heftes und sogar einen Stundenplan zum Selbst-Eintragen. Wir haben auch überlegt, ob wir vielleicht gezeichnete Figuren entwickeln sollten, die dann auf Extra-Seiten bestimmte Programme versinnbildlichen: Einen im Reggae-Outfit und dazu dann das passende Menü bzw. den Weg, den man dann und dann zu gehen hat als Reggae-Fan. Aber auch ebenso einen mit rosa Stulpen, und so weiter.
Stefanie Franke: Das ist sicher auch eine Stärke des Festivals, dass wir hier verschiedene Jugendkulturen miteinander verbinden können. Und so sind auch neben der Musik viele Bereiche dazu gekommen, wie in diesem Jahr speziell die Street Art.
Carsten Helmich: Du kannst natürlich die ganze Zeit in Deiner Szene bleiben, aber Du kannst auch sagen: Zack, jetzt will ich aber einmal etwas anderes sehen. Die Leute kommen teils ja auch in großen Gruppen, wo nicht zu erwarten ist, dass die alle dieselben Geschmäcker haben.
Jens Kobler: Es sind sogar neue Früchte dazu gekommen in diesem Jahr. Da geht ja teils schon ins wirklich Exotische. Könnt Ihr mir die aufzählen?Carsten Helmich. Ja, vier.
Stefanie Franke: Die Honigmelone. Die Sternfrucht.
Carsten Helmich: Letztere kommt auch auf unsere T-Shirts in diesem Jahr.
Stefanie Fanke: Und was hatten wir noch?
Carsten Helmich: Pitalia und … die Feige.
Jens Kobler: Vielen Dank für das Gespräch! Da kann man ja nur noch „Schönes Wetter!“ wünschen.
Juicy Beats am 31. Juli ab 12 Uhr im Dortmunder Westfalenpark
Foto von Stefanie Franke und Carsten Helmich: Jens Kobler
Großes Foto: Valentin Mühl
Unteres Foto: Juicy Beats
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Unteres Foto: Juicy Beats
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So, 24.07.2011
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