Weekend-Special Juicy Beats: Die individuelle Geschichte

Tanzende Menge

Juicy Beats, das sind 20.000 individuelle Open-Air-Festival-Geschichten. Eine davon liest sich so: Wie die Wiesel pirschen Bass-Pfadfinder und Sound-Schnitzeljäger am letzten Julitag durch den Dortmunder Westfalenpark. Masse auf dem Papier, dank des schier unendlich vielseitigen Programms an etlichen Orten aber selten geballt. Stattdessen ständig im und unter Strom. Eine Mikroausgabe des Ruhrgebiets.

Kunst im 3D Containerdorf„Wo geht es denn hier zur Ananas?“ Ohne Fruchtcocktail-(Land)karte in der Hosentasche wäre die eigene Orientierungsfähigkeit hoffnungsloser Brei. Von Norden treibt der Wille zunächst in den Süden: Dort trifft das Street LAB auf Concrete Playground and Club Zonder Filter, sprich Willkommen im 3D-Containerdorf. Kunst sehen, Kunst erleben, Kunst machen. Malen, sprühen, kleben, weiterziehen.

Mann mit MaskeVorbei an Freakatronic unterm Sonnensegel geradeaus zur FZW-Bühne, wo Egotronic und Frittenbude aus der Audiolith-Electroschmiede die Jugend verzücken und gegen Eva Hermann raven. Dagegen wirken die weltverbessernden Ansagen der Dancehall-Gruppierung um Mono & Nikitaman auf der Mainstage wie frisch aus dem Nonnenkloster. Also den Hügel wieder rauf und entspannt zum Pop von Zoot Woman gewippt.

Auftritt von Zombie NationNun aber mal Pause für die Ohren und Fokus auf den Magen. Unter dem Zeltstand „Zum Goldenen Amor“ wartet zwar nicht die Liebe des Lebens, wohl aber Currygemüse plus Couscous. Schnell Mund abputzen und 2many djs glotzen. Die würden wohl im Zweifel selbst aus einer Dose Ravioli noch ein Drei-Gänge-Menü remixen. Zum Nachtisch serviert das Soulwax-Duo mitten im Sommer gar Schneegestöber al Joy Division.

Zeigefinger Juicy Beats will tear us apart? Noch nicht ganz. An erwähnter Ananas bitten Phoneheads zum Drum & Bass-Tanz. Die Fitnessgrenze rückt trotzdem unerbittlich näher. Auf halbem Weg nach Haus noch auf einen kurzen Sprung zu House von Sänger, Helmich & The Revenge. Dann Schluss!

Und sonst so: Platz satt für alle. Im Zweifel vertröstet die Security an neuralgischen Drängungsorten lieber zu früh, als zu spät auf andere Floors. Auch wenn die Beats am frühen Abend für zehn Minuten ruhen, geht die Erinnerung für die Opfer der Loveparade im Getümmel unter. Die Getränkepreise sind stattlich, wenngleich marktüblich. Zumindest beim Wasser hätte bei einem 0,3l-Becher vor dem Komma eine Eins gehört.

Feiernde Menschen

Das heterogene Publikum ist tagsüber friedlich und fröhlich, zu später Stunde spült der Alkohol dann aus manch einer Pegelseele leider den Proll raus. Summa summarum ein gelungener Tagesausflug in den Mikropott.

Doch kaum ist das Festivalgelände hinter sich gelassen, hat einen die Ruhrgebiets-Realität wieder. Da denken die Dortmunder Verkehrsbetriebe wie fast selbstverständlich nicht daran, trotz designierter Menschenansammlung zu später Stunde mal mehr als eine U-Bahn je halbe Stunde zum Hauptbahnhof fahren zu lassen. In der Zeit ist unser rasender Taxifahrer eineinhalb Mal hin und her gezischt.

Kunst

Act

Man(n) lässt sich feiern

Live-Musik


Fotos: Michael Blatt

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Sa, 23.07.2011 2

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Kommentare

Rückfahrt

Wir hatten auf dem Rückweg in der U-Bahn, die so voll war, dass ich mir vor kam wie in Tokyo, eine naja sagen wir ein wenig betrunkene junge Dame direkt neben uns, die mit ihren nicht wirklich hörenswerten Gesängen den gesamten Wagen unterhielt. Wenn auch etwas grenzwertig, war es doch eine sehr kurzweilige Rückfahrt. Wir sind mit den öffentlichen sehr gut hin und wieder weg gekommen.

die

verkehrsanbindung zum bahhof - zumindest mit öffentlichen, ich weiss nicht, ob es einen festivalshuttle gab, wenn ja, habe ich ihn nicht gefunden - war beschämend.
ansonsten ein schöner tag, schönes festival und nettes programm. besonders das containerdorf von concrete playground hat sich gelohnt.

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05.01.2010

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