Jedes fünfte Ticket für einen schwedischen Film

Von Werner Busch. Die Geschichte des schwedischen Films ist die Geschichte höchst klangvoller Namen in der internationalen Filmwelt – und dies nicht nur im phonetischen Sinn. Stummfilm-Pioniere wie Victor Sjöström und Mauritz Stiller bereiteten in ihrer Heimat den Boden für das internationale Ansehen des schwedischen Films, wohingegen Schauspielerinnen wie Greta Garbo oder Ingrid Bergman bald darauf von Hollywood einverleibt wurden. Die 1919 gegründete Svensk Filmindustri beherrschte als Produktionsfirma und Filmverleih über Jahrzehnte die Geschicke des schwedischen Films insgesamt. Dies insbesondere auch durch die fortwährende Zusammenarbeit mit Ingmar Bergman, die dem schwedischen Film, insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren, einen festen Platz im Weltkino sicherte. Gleichzeitig bedeuteten diese Jahre aber auch eine ökonomische Krise für das schwedische Kino, insbesondere durch die Verbreitung des Mediums Fernsehen. Eine weit reichende Reform wurde nötig, die 1963 nicht nur einen nationalen Filmpreis initiierte, sondern auch zur Gründung des Svenska Filminstitutet führte, das nun die Produktion und Distribution schwedischer Filme maßgeblich unterstützte und die Realisation internationaler Koproduktionen forcierte.

Mehr Geld für weniger Filme

Bis zum heutigen Tag entsteht ein Großteil der Produktionen mit Hilfe von Fördergeldern des Filminstitutes. Dabei ist eine erst kürzlich in Kraft getretene Umschichtung der Fördermittel nicht unproblematisch. Einerseits wird zwar einer Produktion mehr Geld zur Verfügung stellt, anderseits werden aber insgesamt weniger Filme gefördert. So wurden im Jahr 2008 lediglich 14 Spielfilmproduktionen unterstützt, obwohl sich seit Ende der 1990er Jahre die Zahl schwedischer Produktionen pro Jahr von durchschnittlich etwa 17 bis zum Jahr 2005 mehr als verdoppelt hatte.

Eine neue Regisseursgeneration

Auch geographisch zeichneten sich in der jüngeren Geschichte einige tief greifende Veränderungen ab, da es immer mehr Produktionen aus der Filmhochburg und Hauptstadt Stockholm in periphere Gebiete zog. Maßgeblich für diese Entwicklung war der Erfolg des Filmproduktionszentrums „Film i Väst“ (Filme im Westen) in der Nähe von Trollhättan, in dem die bekanntesten schwedischen Filme der vergangenen Jahre entstanden. Darunter auch viele national überaus erfolgreiche Produktionen von Regisseuren wie Josef Fares (Kops) oder Lukas Moodysson (Together!, Lilja 4-ever). Sie gehören zusammen mit Bent Hamer und Tomas Alfredson zu einer neuen Generation von äußerst talentierten schwedischen Regisseuren. Bis auf Alfredson, der 2008 mit Let the right one in den Hauptpreis beim Göteborg International Film Festival gewann, sind sie alle Absolventen des Dramatiska Institutet oder der Stockholms Filmskola. Sie tragen die große Reputation des schwedischen Kinos in der internationalen Filmwelt weiter und sichern ihm auch auf heimischen Leinwänden einen festen Platz: Aktuell wird jede fünfte Kinokarte für einen schwedischen Film gelöst.

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Di, 11.05.2010 0

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29.01.2010

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